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Japanische Kunst
Trotz enger Anlehung an die korean. und die meist über Korea vermittelte chines. Kunst erhielt die japanische Kunst durch eigene künstler. Konzeptionen und neue Techniken eine selbstständige Ausprägung.

Früheste Kunst: Als früheste Äußerungen japan. Kultur gelten grob geformte Tongefäße (Jomon-Keramik, 8.Jt. bis 3.Jh. v.Chr.) mit markantem Dekor (Schnur- und Mattenabdrücke) und Tonidole der gleichen Epoche. In der ab 3.Jh. v.Chr. auftretenden feineren Keramik (Yayoi) sind festländ. Einflüsse unverkennbar. Der neben der Töpferscheibe als Errungenschaft chines. Kultur nach Japan gelangte Bronzeguss zeigt dagegen in den Bronzeglocken (Dotaku) eine eigenständig japan. Entwicklung. Die Grabhügel-Periode (Kofun 3.6.Jh.) schuf die nur das Wesentliche herausmodellierenden Grabfiguren (Haniwa).

Einführung des Buddhismus: Erst mit diesem Schritt vollzog sich der eigentl. Anschluss an die überlegene chines. Kunst, doch verrät die in Japan entstandene buddhist. Plastik des 6.9.Jh. in Bronze oder Ton (und Trockenlack) bereits großes handwerkl. Können und hohen künstler. Rang. Die seit dem 8.Jh. entwickelte Holzplastik wurde bes. von Jocho (1057) durch neue Methoden der Zusammensetzung verschiedener Holzblöcke vervollkommnet (Amida-Buddha, in Byodoin) und von Unkei (*1148, 1223) und seiner Schule zu hoher Blüte geführt; die ikonograph. Typen wurden bis ins 17./18.Jh. tradiert. Die in Japan erhaltenen Beispiele buddhist. Malerei zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen der in ihrem Ursprungsland größtenteils untergegangenen chines. Figurenmalerei der Han- (Tamamushi-Schrein des Horyuji) oder des Stils der Tang-Zeit (Wandmalereien in der Goldenen Halle des Horyuji, 1949 zerstört). Es entstanden indes auch japan. Sonderformen wie die Kultbilder volkstüml. Schutzgottheiten (Fudo) oder die aus dem Amida-Kult hervorgegangenen Totenbilder (Raigo).

Die Malerei seit der Heian-Zeit: Die höf. Kultur der Heian-Zeit (7941185) legte den Grund zur Ausbildung des nat. japan. Stils >Yamato-e<, mit einem Hang zum Verfeinerten, Dekorativen. Neben der Illustration der erzählenden Bilderrollen (Makimono) entwickelte sich in dieser Zeit auch eine realist. Porträtkunst, in der die japan. Vorliebe für die Betonung des Charakteristischen zum Ausdruck kommt. Während das von der Tosa-Schule verwaltete Erbe des Yamato-e eine der Hauptströmungen der japanischen Kunst blieb, setzte sich unter dem Einfluss des Zen eine neue Richtung durch, die sich an der chines. Tuschmalerei der Song- und Yuan-Zeit orientierte.

Die japan. Tuschmalerei (Suiboku oder Sumi-e), die in Sesshu (14201506) ihren größten Meister fand, bestimmte den akadem. Stil der Kano-Schule bis ins 19.Jh. Mit der der Ausschmückung von Schlössern und Tempeln kristallisierte sich im 16.Jh. aus der Verschmelzung von Suiboku-Technik und der Farbenmalerei des Yamato-e der große »dekorative Stil« heraus, der unter Ogata Korin (*1658, 1716) auf seinen Höhepunkt geführt wurde (Stellschirme). Durch den Aufstieg des wohlhabenden Kaufmannstandes der Tokugawa-Zeit (1603-1867) nahm sich die japanische Kunst des neuen Bürgertums und seiner Vergnügungen an.

Der Farbholzschnitt: Die »Bilder der flüchtigen Welt« (Ukiyo-e) gelangten im japan. Farbholzschnitt mit seinen Meistern zu weltweiter Berühmtheit:

Seit der Öffnung Japans nach dem Westen in der Meiji-Ära (1868-1912) sind japan. Maler bemüht, den westl. Stil mit ihrer vom kalligraph. Duktus bestimmten Malerei zu verbinden.

Kunsthandwerk: Auf diesem Gebiet beschritt die japanische Kunst überwiegend eigene Wege. Unübertroffen sind die zahlreichen Lackmeister mit ihren äußerst raffinierten Techniken. Die bedeutende japanische Teekeramik bevorzugt das Ursprüngliche, Naturgewachsene in Form und Material. Japanische Porzellane aus den Öfen von Arita und Kutani wurden in alle Länder exportiert, und der Emailfarbendekor des großen Porzellanmalers Sakaida Kakiemon (*1596, 1666) beeinflusste den Stil des europ. Porzellans. Unter den Metallarbeiten erlangten bes. die kunstvoll verzierten Schwertstichblätter (Tsuba) große Berühmtheit. Für das No-Spiel wurden kostbare Brokate und Seidenstickereien angefertigt sowie expressive Masken geschnitzt.

Baukunst: Die Grundprinzipien, Harmonie der Proportionen und Reinheit der Materialwirkung, die sich schon in den Holzständerbauten der ältesten Zeit andeuten (Shinto-Schreine auf rechteckigem Grundriss mit umlaufender Veranda und weit überstehendem Dach), äußern sich auch bei der Übernahme des buddhist. Tempelbaus in weitgehendem Verzicht auf Schnitzwerk und Bemalung (Nara, 8.Jh.; Pagode des Horyuji, Haupthalle des Toshodaiji) und werden in den von Zen-Buddhismus und Teezeremonie inspirierten, in kunstvolle Gartenanlagen eingebetteten Pavillonbauten des 14.Jh. (Goldener Pavillon, Kyoto) sowie dem »Studiostil« des japan. Hauses (Villa Katsura, bei Kyoto) in vollkommener Weise verwirklicht. Im 20.Jh. haben japan. Architekten versucht, japan. Elemente in die westl. moderne Bauweise einzubringen und erlangten damit weltweit Beachtung. Maekawa Kunio (*1905, 1986), Tange Kenzo und die durch ihre städteplaner. Entwürfe hervorgetretene Gruppe der Metabolisten (Isozaki Arata, Kurokawa Kisho u.a.) gehören heute zur internat. Architektenelite. Werke von Hara Hiroshi (Yamato International, Tokio, 1987) und Hasegawa Itsuko (Kulturzentrum, Fujisawa, 1989) sowie Ando Tadao sind weitere Beispiele für die Vielfalt japan. Architektur.

 

Literatur:

kunstwissen.de

 
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