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Freie Kunst als Beruf durch die Ausbildung als Künstler an Kunstakademien und Kunsthochschulen

FREIE KUNST

Wie werde ich Künstler?

 

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 Die meisten Leute wissen gar nicht, wie schwer es ist, moderne Kunst zu schaffen - der Verstand ist eine so starke Kontrollinstanz, der die Menschen unpoetisch und phantasielos macht.
John Cage 1982

 

Kurzcharakteristik des Studienbereichs

Die »Bildende Kunst« gliedert sich in zwei Hauptbereiche: die freie und die angewandte Kunst. Zur freien Kunst zählen Malerei, Graphik, Bildhauerei (einschl. aller dreidimensionalen Arbeiten wie Objekte und Installationen) und Performances. Zum Bereich der angewandten Kunst gehören Gold- und Silberschmieden, Keramik,Glas, Textilkunst und Bühnenbild, wobei es zahlreiche Überschneidungen mit dem Bereich Graphikdesign, Medienkunst, Textildesign, Produktdesign etc. gibt. Auch der Übergang zu den freien Künsten ist mitunter fließend.

Ziel der Ausbildung im Bereich der bildenden Kunst ist es, auf die Ausübung eines künstlerischen oder kunstpädagogischen Berufs vorzubereiten und die dafür erforderlichen fachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden zu vermitteln. Entsprechend vielgestaltig ist das Lehr- und Studienangebot der Hochschulen.

Das Studium der freien und angewandten Kunst erfolgt in der Regel an Kunsthochschulen und Fachhochschulen, aber auch an einigen Universitäten, Gesamthochschulen und Pädagogischen Hochschulen. Für die Studiengänge Architektur, Innenarchitektur und Gestaltung/Design wird auf die dortigen Erläuterungen verwiesen.

Für die Aufnahme des Studiums ist neben der Hochschulreife/Fachhochschulreife der Nachweis einer besonderen auf den Studiengang bezogenen künstlerischen Befähigung/Eignung erforderlich, die einen erfolgreichen Abschluss des Studiums erwarten lässt. Der Nachweis ist im Rahmen eines Auswahl- oder Eignungsfeststellungsverfahrens zu erbringen, welches von der Hochschule durchge-

führt wird. Kriterien für die Auswahl sind auf den Studiengang bezogene eigenständige künstlerische Arbeiten (Mappe), Klausuren und in der Regel ein Auswahlgespräch. Die Zahl der Studienplätze ist unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Lehrkapazität, Ausbildungsanforderung und Intensität der Ausbildung begrenzt. Bei herausragender künstlerischer Befähigung/Eignung kann von dem Nachweis der Hochschul- bzw. Fachhochschulreife abgesehen werden. Dies gilt allerdings nicht für Studiengänge, die mit der Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt abschließen.

Der Studiengang Kunsterziehung hat zum Ziel, Pädagogen für ein künstlerisches Lehramt an allgemein bildenden Schulen auszubilden. Dabei sollen die Fähigkeiten zur Gestaltung sowie zur Analyse und Interpretation von Werken der bildenden Kunst, aber auch der gestaltenden Umwelt und der visuellen Medien vermittelt werden. Das Studium setzt gleichermaßen künstlerische Begabung und pädagogisches Interesse voraus. Im Laufe der Jahre hat sich das Studienangebot mit künstlerisch-gestalterischen, aber auch künstlerisch-technischen Studieninhalten im Hinblick auf die differenzierten beruflichen Möglichkeiten erweitert. Von besonderem Interesse sind die Studiengänge Restaurierung und Kunsttherapie (3.5.4), die neuerdings von Hochschulen angeboten werden und den wachsenden Ansprüchen in diesen Bereichen Rechnung tragen.

Beschäftigungsmöglichkeiten

Bildende Künstler arbeiten vorwiegend freiberuflich z.B. als Maler und/oder Bildhauer, bei Museen, Behörden der Denkmalpflege, Kultusbehörden, (Kunst-)Verlagen, Rundfunk-und Fernsehanstalten, Theatern sowie ggf.bei Werbeagenturen und Betrieben des grafischen Gewerbes. Kunsterzieher arbeiten u.a. im öffentlichen und privaten Schulwesen. Kunsttherapeuten und auch Kunsterzieher finden Beschäftigungsmöglichkeiten in Krankenhäusern, Sanatorien, Kureinrichtungen, Einrichtungen für Behinderte, vorschulpädagogischen Einrichtungen, Erziehungsanstalten, Alten-/Senioreneinrichtungen, in Freizeit-, Erholungs-, Sportzentren sowie in der Erwachsenenbildung.


RN vom 15.1.2004 ,aber noch aktuell

Kunst ist heute wieder brotlos

Kulturrat: Soziale Lage der Künstler „alarmierend"

Berlin-Die soziale Lage der Künstler in Deutschland ist nach Ansicht des Deutschen Kulturrates alarmierend...., dass sich die Zahl der arbeitslosen bildenden Künstler in nur acht Jahren verdoppelt habe. Viele Künstler müssten zudem mit einer Mini-Rente in Höhe von 400 Euro auskommen. Das Durchschnittseinkommen liege bei 11 100 Euro im Jahr. Über die Künstlersozialkasse seien etwa 97 000 selbstständige Künstler versichert.

Insgesamt gab es nach einer Erhebung 2002 etwa 164 000 Selbstständige und 173000 Angestellte in künstlerischen Berufen, davon 15000 bzw. 22 000 darstellende Künstler und Sänger, 24 000 selbstständige und ebenso viele angestellte Musiker. • dpa

 

Literatur:

Yvonne Schwarzer (Hg.)
>Über die Kunst Kunst zu verkaufen<
ISBN 3-938193-06-9

Dagmar Winkler (Hg.)
>Kompendium für Künstler<
Westerweide Verlag 2002

Olaf Zimmermamm/Gabriele Schulz,
>Traumberuf Künstler<
Verlag Bildung und Wissen 2002

Hermann Demmel
>Artmanagement. Von der Kunst leben können<
Primaus Verlag 2002

Thorsten Lindenbauer
>Kunstmarketing<

Verlag Velten-Becker, 1997

Günther Picker
>Praxis des Kunstrechts<

Bruckmann Verlag, 1990

Claudia Herstatt
>Fit für den Kunstmarkt<
Hatje Cantz, 2002

Kathrein Weinhold
>Selbstmanagement im Kunstbetrieb<
transcript-Verlag,2005

David Lindner
>Von Kunst leben. Marketing für kreative Freiberufler< (Gebundene Ausgabe)


Links:

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