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Japanische Kunst - Utamaro ( 1753?- 1806 )
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Kitagawa Utamaro wird als der dominierende Ukiyo-e Künstler des späten 18. Jahrhunderts geschätzt. UTAMARO (1753-1806), einem der ersten und größten Meister dieses Genres. Das Kabuki-Theater, eine populärere und mitreißendere Form der Unterhaltung als die von der Aristokratie bevorzugten formalisierten und verwickelt symbolreichen No-Dramen, lieferte den Holzschneidern zahllose Motive. Aber über sein Leben wissen wir recht wenig. Weder das genaue Datum seiner Geburt, sein Geburtsort noch Näheres über seine Eltern ist überliefert.

Die frühen Arbeiten

Der ursprüngliche Name von Utamaro ist Ichitaro Kitagawa. Er begann seine Karriere als Schüler des Malers Toriyama Sekien. Seine frühesten bekannten Arbeiten sind Schauspieler Portraits und Theaterprogramme - unter dem Namen Utagawa Toyoaki veröffentlicht. Im Jahre 1781/82 änderte er seinen Namen zu Kitagawa Utamaro. Um 1783 begann Utamaro eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Verleger Tsutaya Juzaburo. Zusammen veröffentlichten sie mehrere illustrierte Bücher. Utamaros frühe Arbeiten sind von Torii Kiyonaga und Harunobu Suzuki beeinflusst.

Schöne Frauen (Bijin)

Seit 1791 konzentrierte Utamaro seine Arbeiten auf Einzelportraits von schönen Frauen. Er nahm seine Modelle entweder von der Strasse oder aus dem Vergnügungsviertel Yoshiwara. Die Geschichten seiner Liebesäffaren mit den Damen der "lizensierten Viertel" sind reichhaltig. Zwei Jahre später, im Jahr 1793, erwarb sich Kitagawa Utamaro Ruhm und breite Anerkennung mit einer neuen Serie an Grafiken mit schönen Frauen. Utamaros Frauen drücken eine gewisse Sensitivität aus, die kein Ukiyo-e Künstler vor ihm erreicht hat. Der Künstler hatte mit verschiedenen neuen Techniken experimentiert um den Hautton seiner Frauenportraits weicher und anders erscheinen zu lassen.

Aber Utamaro zeigte Frauen nicht in ihrer natürlichen Physiognomie. Seine Frauengestalten sind idealisierte Wesen mit extrem langen und schlanken Körpern. Die Köpfe sind zweimal länger als breit. Die Nasen sind extrem lang und die Augen und der Mund werden als kleine Schlitze dargestellt. Seine Frauengestalten haben lange Hälse und schmale Schultern.

Die typische Physiognomie einer japanischen Frau des späten 18. Jahrhunderts war sicherlich weit von den Darstellungen Utamaros entfernt. Die Damen Utamaros sehen eher wie die heutigen Fashion Models auf den Titelblättern der Modezeitschriften aus. Das ist vielleicht der Schlüssel für die Erklärung warum Utamaros Bijin Grafiken so erfolgreich waren.

Die Verhaftung

Im Jahr 1804 kam Utamaro in ernsthafte Schwierigkeiten mit den Behörden wegen Verstosses gegen die Zensurvorschriften. Er hatte einen Farbholzschnitt mit einer historischen Szene herausgegeben, der den Herrscher Toyotomi Hideyoshi mit seienr Frau und 5 Konkubinen zeigte. Dies wurde als Beleidigung des Shogunats der herrschenden Tokugawa Familie angesehen.

Utamaro war für kurze Zeit eingesperrt und nach einigen Quellen dazu verurteilt worden für 50 Tage Handschellen zu tragen. Nach anderen Quellen wurde er gezwungen eine eiserne Halskrause zu tragen. Was immer es im einzelnen gewesen sein mag, diese Erniedrigung hatte auf Utamaro einen verheerenden Einfluss. Er verfiel in Depressionen und starb 2 Jahre später im Alter von nur 53 Jahren in Edo. Trotzdem soll er noch bis zu seinem Tode Farbholzschnitte geschaffen haben.

Nach seinem Tode, heiratete sein Schüler Koikawa Shuncho die Witwe Utamaros, nahm den Namen des Meisters an und schuf bis zum Jahr 1820 Portrait Grafiken von schönen Frauen im Stile seines verstorbenen Meisters. Und da er auch noch die gleiche Signatur wie der Meister benutzte, schuf er ein kleines Problem für die Kunstexperten und Sammler nachfolgender Generationen.

Das Werk

Man schätzt, dass Utamaro insgesamt mehr als 2000 Grafiken und eine Anzahl an Bildern, Surimono und Buchillustrationen - darunter Shunga Bücher (Bilder mit erotischen Szenen) geschaffen hat.

Japanische Farbholzschnitte aus der klassischen Edo Zeit wurden in grosser Zahl im späten 19. Jahrhundert nach Europa importiert. Die meisten der Ukiyo-e Importe gingen nach Frankreich. Die Franzosen liebten die eleganten Damenportraits von Utamaro. Sie kamen deshalb in grosser Zahl ins Land - wenige Originale, viele Reproduktionen, viele Utamaro II und viele Fälschungen.

Als Ergebnis dieser frühen Importe ist Frankreich heute eine bedeutende Quelle für echte und dubiose Utamaro Grafiken und für Reproduktionen mit "Antik-Touch".

 

Signaturen von Kitagawa Utamaro finden Siei n unserer Ukiyo-e Signaturen Datenbank.


Utamaro Kitagawa, also known as Ichitaro, Yusuke, Katagawa Toyoaki, Sekiyo, Entaisai and Murasaki-ya, was born in 1753 and discovered in France during the second half of the 19th century by the Goncourt brothers.

Utamaro was considered in the West as the greatest master of Japanese prints. After studying art in Edo (now Tokyo) under the name of Toyosho or Toyoaki with Toriyama Juzaburo he adopted the pseudo of Utamaro. Until the death of his master in 1797 he worked under the influence of Torii Kiyonaga (1752-1815) and Harunobu (1725-1770) showing groups of young girls in picturesque settings.

After 1790 Utamaro worked more freely and produced several series of erotic Oban in an audacious style and with much refinement as well as prints with insects, shells or birds before creating his masterpieces with his delicate full-face portraits of women (6kubi-e).

Utamaro was highly talented in the representing women and was hailed as the portrait painter of feminine charm. He thus produced large quantities of prints for some 40 publishers during his career which ended in 1806, the year of his death. He had no rival regarding the representation of feminine grace or plight with his exquisite portraits or nudes. His famous Fisherwomen of Awabi as well as the Yamauba and Kintaro series (the woman with the child in the mountains) showed him at his best. Utamaro was also at ease showing anguished, tired and enamoured characters. He represented prostitutes, courtesans, maids, rich or poor women in their attires, treating with minute precision the lines and designs of their kimonos as weel as their postures and his works had a great impact over many Western painters, notably French Impressionist artists, sixty years after his death.

At the end of his life, Utamaro went on to brave censorship while producing works that were considered as indecent. As a result he was jailed during three days in 1804 and sentenced to wear an iron collar for 50 days. Utamaro's health rapidly declined following this humiliation and the artist died two years later.

 

Literatur:

Links:

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