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Bild-PRAXIS
::::::::::::Handzeichnung ( Linie, Fläche ) / Proportion / Bildformat / Komposition / Bildraum / Farbe / Material / Drucktechniken

Naturalismus / Idealismus /Surrealismus Allegorie / Abstraktion / Expression / Symbol

 

 

Bildformat und Medienwahl

Je größer desto öffentlicher und wichtiger erscheint ein Werk. Bestimmte Medien erreichen ein Massenpublikum andere nur ein kleines Fachpublikum. Welches Medium gewählt wird entscheidet die Zielrichtung des Werkes. Mit der Größen und Formatwahl werden die ersten Entscheidungen im Schaffungsprozeß eingeleitet.

Format
Höhlenmalereien fallen noch nicht unter eine bewusste Formatwahl, weil der Bildträger - die Höhlenwand - nicht eindeutig begrenzt ist. Erst bei klar umrissenen Flächen sind die Voraussetzungen für eine Formatwahl gegeben.

Mit der Entwicklung zum >autonomen Tafelbild< stand der bewegliche Bildgrund zur Verfügung, der heute üblich ist: Papier,Pappen, Leinwand, Hartfaser etc..

In der Regel spielt sich das Bildgeschehen innerhalb eines Rechtecks ab, ob nun im Hoch- oder Querformat. Altarbilder haben oft »Flügel« seitlich der Mitteltafel und ergeben so ein »Triptychon«, das die sakrale Zahl Drei beinhaltet.

In der italienischen Kunst des 15. und 16.Jahrhunderts wurde die Sonderform des >Tondo<, des Rundbilds beliebt. Wie in einem Logo wird die Szene verdichtet und hintergründiges weggelassen.

In der Renaissance kam auch die Kombination von Rechteck und Halbkreis auf.

Im 20.Jahrhundert taucht das quadratische Format auf, ferner nimmt im >shaped canvas<, die Leinwand mit unregelmäßigem Umriss die Form des Bildmotives an., wie es der amerikanische Maler Frank Stella in den 60iger Jahren erfand. Eine andere Tendenz strebt vom zweidimensionalen Bild in die dritte Dimension (Relief und Objektbild),siehe Daniel Spoerri und FrankStella.

Das Hochformat setzt den Akzent auf eine Bildaktion von oben nach unten oder umgekehrt, verbindet irdirsches mit überirdischem oder wirkt auch als ein Ausrufezeichen, als ein >Plötzlich<, auf einen Augenblick.

Das Querformat setzt den Akzent auf eine breite Erzählung, erzählt irdisches romanhaft.

Die Formate lehnen sich an den sog.> Goldenen Schnitt< bzw an >DIN Formate< an.

 

 

Proportion

Größenverhältnis verschiedener Teile eines Ganzen zueinander.

Architektur und bildende Kunst: Maßverhältnis; schon Baumeister des alten Orient und der Antike beschäftigten die Maßverhältnisse von Gesamtbau und seinen Bauteilen in ihrer Höhe, Breite und Tiefe. So wurde von den Griechen der halbe untere Säulendurchmesser zum Ausgangspunkt der Proportion genommen, alle übrigen Bauteile bildeten ein Vielfaches oder Bruchteile hiervon (dazu wurde das Modul in 30 Partes unterteilt). Für die menschl. Figur entwickelte Polyklet eine Proportionslehre, wobei er offenbar nicht von einem festen Modul ausging (Kanon). Für die röm. Baukunst wurde der von Vitruv anhand der grch. Tempelarchitektur festgelegte Kanon (Säulenordnung) zur Vorgabe. Antike und erneut Renaissance befassten sich auch mit der Anwendung des >Goldenen Schnitts<,der wichtigsten Proportionsregel, die ebenfalls schon in der Antike Anwendung gefunden hatte.

Der >Goldene Schnitt< teilt Strecken so, dass sich der kleinere Abschnitt (lat. minor, m) zum größeren Abschnitt (Major, M) verhält wie der größere zur ganzen Strecke( AS:SB = AB:AS ). Beim Menschen markiert der Bauchnabel die vertikale Teilung im Goldenen Schnitt, an den Fingern sind es die Gelenke. Die »magische« Figur des Pentagramm leitet sich von ihm ab. Auch Flächen lassen sich nach dem Goldenen Schnitt unterteilen.

. In der Kunst des MA. stellten Quadrat, Dreieck und Kreis grundlegende Verhältnismaßstäbe dar.

::MMM

 

Komposition

Bildgefüge, Formaufbau von Kunstwerken (bes. Gemälde, Zeichnung, Grafik, Relief); die Elemente der Komposition (Proportion, Perspektive, Fläche, Kontur, Symmetrie, Reihung, Isokephalie, Farbe, Licht) vermitteln die Vorstellung vom Ganzen in einer erkennbaren Gesetzmäßigkeit (Stil) als Kompositionsprinzip; in der Architektur der Grund- und Aufriss. Von Gesamtkomposition spricht man, wenn mehrere Bauten durch Beziehung aufeinander, durch Straßenzüge oder Plätze in einen Wirkungszusammenhang gebracht sind.

Entscheidend für den innere Bildkomposition sind Diagonalen- und Seitenteilungen. Die Mittelsenkrechte des Bildes bildet die Möglichkeit der Symmetriebildung. Der Kompositionsaufbau kann von der äußern Form (Bidlformat) sich nach innen vollziehen ( allgemeiner Fall) , aber auch von einem innernen Bildformmodul von innen nach außen erzeugt werden. Dabei wird das Format meistens erst nachträglich bestimmt, d.h. zugeschnitten.

Symmetrie reduziert die Redundanz und gilt als harmonisierend; kann aber auch eintönig und künstlich wirken. Die Asymmetrie wird lebenswirklicher aber auch eher chaotisch und verunsichernd.

In der Bildmitte findet sich im allgemeinen das wesentliche des Bildgeschehens. Angeschnittene Randfiguren betonen den Augenblickscharakter des Geschehens (Zufall, Schnappschuss). Eine vollständig gegebene Mittenfigur betont eher Geltungsdauer, eventuell einen Ewigkeitsanspruch ( Herrschaftsbild).

 :Dreieckskompositon / Diagonalkomposition / Horizontal / Vertikal / Ovalkomposition /All Over / Raster/...

Dreieckskompositon

Komposition definiert die Anordnung der Bildgegenstände auf der Bildfläche. Die Kompositionsform kann jedoch in Ausnahmefällen auch eine Tiefe andeuten, in den Fälllen in denen das Kompositionsmuster auch als Bildraummuster gesehen werden kann. Man kann mit der geometrischen Grundform eines gleichseitigen Dreiecks sowohl Ruhe und Ebenmäßigkeit als auch Über-bzw. Unterordnung symbolisieren, wenn das Verhältnis von Spitze zur Basis betrachtet wird. Die Mittelsenkrechte teilt das Dreieck in zwei gleichwertige symmetische Hälften mit eben dieser Ausdrucksqualität. Vor allem in der Renaissance wurde die Dreieckskomposition im Hinblick auf die Darstellung religiöser Inhalte genutzt. Die Künstler sahen in der durch die geometrischen Form des Dreiecks verkörperte Klarheit , Ruhe und Harmonie ein herovrragendes Symbol zur Darstellung göttlicher Dreifaltigkeit. Die Künstler hofften so die spirituelle Bedeutung des Themas verdeutlichen zu können. Es wurde so zu einem der wichtigsten christlichen Bildzeichen für göttliche Harmonie, Spiritualität und Ewigkeitsanspruch im Sinne einer das Ganze erfassenden harmonischen überirdisschen Ordnung . Dennoch wohnt dem Dreieck eine gewisse Statik inne. Durch kleine Abweichungen von der Symmetrie kann das Muster jedoch aufgelockert und eine Art lebendiger Anschauung erzeugt werden.

Zudem bieten sich Möglichkeiten die Körperausrichtung und Anordnung der Extremitäten und Blicke innerhalb des Musters so zu gestalten, dass sie gegen das starre Schema arbeiten. Ein sehr gutes Beispiel zeigt das Werk von RAFFAEL SANTI.


Diagonalkomposition

In der Epoche des Barock fand die Form der Diagonalkomposition häufig Verwendung um Geschehnisse dramatisch vorzustellen. Durch die Diagonale wird die Begrenzung des Bildläche aufgehoben und ist als links und rechts als Aktionsraum weiterzudenken. Die Diogonalkomposition markiert den Umstand der Aussschnitshaftigkeit des Bildgeschehens. Nicht mehr das Ganze vermag dargestellt zu werden wie in der Dreieckskomposition, wo alle wesentlichen Bildgegenstände in einer Mitte versammelt sind, sondern das Geschehnis springt von einer Seite in die Bildfläche und verläßt auf der anderen Seite die Bildfläche, so daß der Betrachter nur einen Ausschnitt der Handlung sieht, und zwar den Höhepunkt der Handlung. Es wird die Spitze des dramatischen Spannungsbogens einer Handlung gezeigt. Zudem wird mit diesem Kkompositionsmuster auch die Begrenzung des Bildraumes aufgehoben, da der Raum beliebig außerhalb der Bildfläche fortgesetzt zu denken ist. Zumeist steht das Inhaltliche des Bildes in einem Spannungsverhältnis zum Raum, welches durch die Diagonalkomposition verstärkt wird und gesteigert wird durch einen Übergang der raumdefinierenden Gegenstandelemente in ein tiefes Dunkel. Unerläßlich erschient zudem die Verwendung von gezielt gesetztem Spotlicht, das das Bildgeschehen erst aus dem Dunkel des Raumes herausreißt und sichtbar macht.>>> siehe BILDRAUM . Große Dramatik und Dynmanik sind diesen Bildern auch darum eigen, da sie sich oft den Betrachter als Handlungspartner in die Bildaktion beziehen. Sehr gute Beispiele zeigen CARAVAGGIO , REMBRANDT und RUBENS, ebenso TIEPOLO.

Anna Weistropp,2003

 

Bildraum

Bildraum bezeichnet die Darstellung von Scheinräumlicheit (Tiefenausdehnung) auf einer Fläche. Scheinräumliche Darstellung des realen Raumes auf einer Bildfläche.die zweidimensionale (ebene) bildlichen Darstellung dreidimensionaler (räuml.) Objekte mithilfe einer Zentralprojektion (Zentralperspektive), die dem Betrachter ein anschaulich (»naturgetreues«) Bild des Objekts vermitteln soll (Projektion).Da die Welt in der wir leben und wir selbst dreidimensional ist, ist diese Wahrnehmungserwartung in der Regel vorrangig vor anderen.

 

Bildraum kann durch verschiedene Verfahren definiert werden.

a. Verschiedene Abstände von Objekten zur Grundkante der Bildfläche (Höhenstaffelung)

b. Der eingebrachte Gegenstand ist dreidimensional und erzeugt so einen Raum um sich

c. Überschneidung

d. Größenstaffelung

e. Perspektivische Mittel : Parallel- Zentral- Eckperspektive-Mehrfluchtpunktperspektiven

 Die Zentralperspektive ist dem natürl. Sehprozess nachgebildet. Denkt man sich alle Punkte des darzustellenden, auf einer waagerechten Grundebene ruhenden Gegenstandes durch Sehstrahlen (Projektionsstrahlen) mit dem Auge des Betrachters bzw. einem sog. Augenpunkt (Perspektivitätszentrum) verbunden und schneidet die Projektionsstrahlen mit einer Ebene (Bild-, Projektionsebene), so ergibt die Schnittfigur ein ebenes Bild des Gegenstandes (Zentralperspektive). Besondere Bedeutung kommt dem »unendlich fernen« Punkt (Fluchtpunkt) einer nicht durch den Augenpunkt verlaufenden Geraden zu. Sein Bildpunkt ist der Fluchtpunkt dieser Geraden. Er ergibt sich als Schnittpunkt des zur Geraden parallelen Sehstrahls mit der Bildebene. Parallele Geraden haben folglich denselben Fluchtpunkt. Das Zusammenlaufen der Bildgeraden paralleler Objektgeraden (z.B. aller zu einer Fahrbahn parallelen Geraden wie Gehwege, Dachfirste, Häusersimse) sowie das Kleinerwerden der Bilder mit zunehmendem Abstand der Gegenstände von der Bildebene (perspektivische Verkürzung) sind das wesentliche Kennzeichen der Perspektive.

In der Darstellung von Bauten spielt die waagerechte, zur Grundebene parallele Horizontlinieeine besondere Rolle.Liegt der Horizont der Bildebene sehr tief, so spricht man von einer Froschperspektive, liegt er sehr hoch, von einer Vogelperspektive.

Die Malerei der Spätantike gab Raumtiefe und Verkürzungen wieder, doch ohne bis ins Detail ausgeführte Perspektivkonstruktion. Im MA. wurde die Tiefenraumdarstellung in got. Zeit wiedergewonnen (Giotto u.a.). Als Entdecker der Zentralperspektive in der Frührenaissance gilt F.Brunelleschi (um 1420), sie wurde von Masaccio zuerst angewandt, von L.B. Alberti theoretisch begründet (um 1435). Im Norden stellten J.van Eyck u.a. Innenräume perspektivisch dar, ohne jedoch zur Zentralperspektive zu gelangen. Das Interesse der Renaissance an der Perspektive ist ein Zeugnis für die erstrebte Rationalisierung des künstler. Schaffens, das dem wiss. ebenbürtig sein sollte. Leonardo da Vinci und A.Dürer haben sich in ihren Schriften am stärksten darum bemüht. Leonardo untersuchte auch als Erster die Ursachen der Nah- und Fernwirkung der Farbwerte und die Auflösung der Konturen, die zur Luftperspektive und Farbperspektive führten. In diesem Bereich traten die venezian. Malerei des 16.18.Jh. und die niederländ. Landschaftsmalerei des 17.Jh. bes. hervor. Mit illusionist. Stilmitteln wurde in der barocken Deckenmalerei die zentralperspektiv. Sicht verändert. Im 19.Jh. wurde die perspektiv. Konstruktion zunehmend vom Gestaltungs- zum Hilfsmittel illusionist. Abbildung, bis die fotograf. Abbildung alle perspektiv. Anstrengungen erübrigte. Die moderne Malerei ersetzte i.Allg. perspektiv. Konstruktionen durch aperspektiv. Methoden und setzte alles Visuelle in Fläche um (Expressionismus, Fauvismus, Kubismus). Die Surrealisten stellten surreale oder Traumräume dar. Für die realist. Strömungen des 20.Jh. blieb die Zentralperspektive weiterhin bedeutend.

 

 

 

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