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Bild-PRAXIS
::::::::::::Handzeichnung ( Linie, Fläche) / Format / Proportion / Komposition / Bildraum / Farbe / Material / Drucktechniken

Naturalismus / Idealismus / Surrealismus / Allegorie / Abstraktion / Expression / Symbol

Naturalismus ( Dürer, Caravaggio, Estes )
ist die naturgetreue Darstellung des Sichtbaren. Als Ausdruck einer weltanschaul. Haltung bezeichnet die Kunstwiss. nicht immer konsequent damit versch. Kunstströmungen oder Stile, wobei sie den Naturalismus oft mit dem Realismus gleichsetzt.

Unter Naturalismus versteht man die Darstellung der Zufälligkeit des Alltäglichen ,ohne jegliche Stilisierung gegen idealisierende und heroisierende Darstellung.

l. Die dargestellten Gegenstände müssen „richtig" in den Bildraum gesetzt werden. Um dies zu können, muß man die Gesetze der Perspektive beherrschen. Mit diesem Hilfsmittel ist es möglich, eine Raumillusion zu erzeugen. Blätter wie die Seiten dieses Buches oder eines Zeichenblocks sind flach, denn Papier hat Höhe und Breite, aber keine Tiefe. Und doch haben wir bei vielen Zeichnungen, Gemälden und auch bei Fotos den Eindruck von Tiefe. Diese Illusion von Räumlichkeit kann man mit verschiedenen Mitteln erreichen, zum Beispiel durch das Überdecken und das Höhersetzen einzelner Bildteile oder der Setzung einer Horizontlinie; mit den Regeln der Parallelperspektive, der Zentral- und der Eckperspektive. Bei der Zentralperspektive laufen die Tiefenlinien auf einen zentralen Fluchtpunkt zu, der einen geordneten Systemraum erzeugt.

2. Damit ein Abbild naturalistisch erscheint, muß außerdem eine korrekte Proportionierung und anatomische Richtigkeit der Körper vorliegen.

3. Um eine wirklichkeitsgetreue Wirkung von Dingen zu erzielen, muß deren Plastizität herausgearbeitet werden. Erreicht wird dies durch Körperschatten, die die Unebenheiten eines Gegenstandes hervorheben, und durch Schlagschatten, die ein Gegenstand wirft. Das erzeugt eine Körperillusion.

4. Auch die farbige Richtigkeit trägt zur Wirklichkeitsillusion bei. Sie wird erreicht, wenn man die Farbigkeit der Gegenstände imitiert. Dies sind die Gegenstands- oder Lokalfarben.

5. Die Malerei darf nicht zu sehr verallgemeinern und muß zusätzlich zeichnerisch genau Details darstellen.

6. Ganz entscheidend ist die Stofflichkeitsillusion. Die Oberflächen der gemalten Gegenstände haben dieselbe optische Wirkung wie der abzubildende Gegenstand.

 

Idealisierung (Ingres , Warhol

Meint hier die Idealisierung des Naturvorbildes durch Ausschließen von Zufälligkeiten zu einem Schönheitsideal ( Normierung).

Hinter der Verschönerten Dartstellung des Naturvorbildes verbirgt sich oft ein ethischer Idealismus, eine Position, der im Gegensatz zum Materialismus nicht die Befriedigung materieller Bedürfnisse, sondern die »geistigen« Werte (»Würde«, »Freiheit«, »Einsicht«) als entscheidend geltend macht.

 

Surrealismus 

Richtung, die auf das Surreale (»Überwirkliche«) zielt. Der Surrealismus sucht, im Anschluss an die Psychoanalyse S.Freuds, die eigentl. Wirklichkeit des Menschen im Halb-, Vor- und Unbewussten und verwertet Traum- und Rauscherlebnisse und hypnotischer Zustände als Quelle der künstler. Eingebung und der Erkenntnis. Der künstlerische Akt soll als »psychischer Automatismus« im passiven Niederschreiben beliebiger Zurufe aus vorrationalen Tiefenschichten bestehen, unter Verzicht auf Logik, Syntax und formale Ordnung.

 

 

Allegorie ( Blake, Böcklin, Gauguin, van Gogh, Beuys, Paul McCarthy

griechisch >allegoría< : das Anderssagen ist die Verbildlichung eines abstrakten Begriffs oder Vorgangs; oft durch Verkörperung als Person, z.B. der Tod als Sensenmann. Im Unterschied zum sinnfälligen Symbol enthält die Allegorie eine gedanklich-konstruktive Beziehung zw. dem Dargestellten und dem Gemeinten.

 

Abstraktion ( Picasso, Haring

die, dem Wortsinn nach ein »Abziehen«, Herauslösen von Teilgehalten, Aspekten, Merkmalen aus einem konkreten Ganzen. Das Resultuat der Abstraktion ist eine in bestimmten Aspekten reduzierte Darstellung des Naturvorbildes. siehe auch Karrikatur. Resultat des Abstraktionsprozesses ist letztendlich der Begriff.

Expression ( van Gogh, Matisse, Heckel, Fetting, Wols,

Kennzeichnend ist die Darstellung innerer Wirklichkeitserlebnisse. Psych. Impulse, Affekte, Befindlichkeiten u.a. werden durch eine großflächige, scharf konturierte Formsprache mit starken Farb- und Proportionskontrasten verdeutlicht. Zur Steigerung des Ausdrucks wurde neben der Flächigkeit das Mittel der Deformation eingesetzt.

 

Symbolisierung ( Klee , Beuys

Ein wahrnehmbares Zeichen bzw. Sinnbild (Gegenstand, Vorgang, Handlung, Zeichen), das stellvertretend für etwas nicht Wahrnehmbares, einen Sinngehalt, oft einen Komplex von Sinnbezügen steht; i.e.S. jedes Schrift- oder Bildzeichen mit verabredeter oder unmittelbar einsichtiger Bedeutung. In diesem Sinne spielen Symbole in Relgion, Kunst, Literatur, aber auch in den Naturwissenschaften eine wichtige Rolle, etwa physikal., chem. (chemischeElemente, chemischeZeichensprache) und mathemat. Symbole (mathematischeZeichen), Symbole in der Datenverarbeitung oder Technik (z.B. Schaltzeichen). Im tägl. Leben begegnen Symbole z.B. als Piktogramme und Verkehrszeichen.

 

 

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