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Schöpfungsmythen
im antiken Ägypten
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Die ägyptische Mythologie besagt dass nur das Urwasser Nun vor Allem schon existierte, alles andere waszum Weltgebäude gehört, wie Himmel und Erde, Götter, Totenreich, Lebewesen, Mineralien etc. einen geschöpften d.h. einen bezeichneten Anfang hat.
Die Frage, wer oder was als eigentlicher Schöpfer der Welt galt, lässt sich nicht klären, da die Vielzahl alter Texte, die zudem zeitlich und räumlich sehr breit gestreut sind, keine allgemein gültige Erklärung zulässt. siehe>> Die Welt vor der Schöpfung
Allen Texten gemeinsam ist die Sonne in der Hauptrolle der Schöpfung. Der Licht- bzw. Sonnengott erschuf alles aus sich selbst, oder setzte eine Kette in Gang, in der er weitere kosmische Gottheiten erschuf, die wiederum einzelne Bereiche der Schöpfung übernahmen.
In einer weiteren Variante ist es der Sonnengott, der von einem anderen Schöpfergott erschaffene Wesen belebt.
Die Rolle der Sonne in der Schöpfung lässt sich in drei verschiedene Mythen einordnen:
- Die Memphititsche: Die Sonne ist die fortdauernde Leuchte der Welt. Der eigentliche Weltschöpfer ist die aus dem NUN emporgetauchte Urerde.
In Memphis war man davon überzeugt, dass der Gott Ptah die Welt und die Götter durch das Wort und die Gedanken entstehen ließ.
Ptah tauchte aus dem Urgewässer Nun empor und schuf mit seinem Herz (im Glauben der alten Ägypter beherbergte das Herz den Geist) und der Zunge (die Zunge sprach die Gedanken des Geistes aus) die Götterneunheit von Heliopolis. Unter diesen Göttern war auch der Sonnengott Atum (auch Schöpfergott von Heliopolis), der nach memphitischen Glauben nur den Anweisungen des Ptah folgte.
Ptah wies den Göttern Kultstätten zu, schuf moralische Wertvorstellungen und errichtete ein politisches System in Ägypten, welches das Land in Bezirke unterteilte. Erst in späterer Zeit wurde Ptah mit dem Gott Tatenen (eine andere Bezeichnung für den Urhügel) gleichgesetzt. Mit dieser Gleichsetzung wurde Ptah / Tatenen auch mit Atum gleichgesetzt, der in anderen Schöpfungsvorstellungen nicht nur als Schöpfer des Urhügels, sondern auch als Urhügel selbst galt.
- Die Heliopolitanische: Die Sonne ist der eigentliche Weltschöpfer mit dem Erdgott als Enkel.
Am Anfang gab es nur das Urgewässer Nun. Der Sonnegott Atum ließ aus dem Urgewässer einen Urhügel entstehen und ließ sich darauf nieder. Atum erzeugte entweder durch Vereinigung mit seinem Schatten oder durch Selbstbefruchtung den Luftgott "Schu" und den Wassergott "Tefnut".
In anderen Überlieferungen wird "Schu" durch Niesen und "Tefnut" durch Ausspucken erzeugt.
Schu und Tefnut erzeugen den Himmel "Nut" und die Erde "Geb", die selbst wiederum Osiris, Seth, Isis und Nephthys zeugen.
Mit der Zeugung von Horus durch Osiris und Isis wird die neunköpfige Götterfamilie (Neunheit von Heliopolis) komplett.
Nach den Überlieferungen wurde später auf dem Urhügel die Stadt Heliopolis erbaut, wo als Symbol für den Urhügel der sog. Benben-Stein verehrt wurde.
- Die Provinziellen ( Hermopolis) : Die Sonne wurde von einem aus dem Nun hervorgegangenen Protodemiurgen erschaffen.
Nach den Überlieferungen entstieg Hermopolis, als erste Stadt den Fluten des Urwassers, nachdem vier schlangen- und vier froschartige Götter unter dem Urhügel der Stadt Hermopolis enstanden waren.
Auf dem Urhügel von Hermopolis legte eine Ganz (der Große Schnatterer), die erstmals das Schweigen der urzeitlichen Stille brach, das Ei aus dem der Sonnengott Re entschlüpfte.
In anderen, seltenen Fassungen entstieg aus dem Ei die Luft, die Himmel und Erde trennte., oder dass aus dem zerbrochenen Ei das Sonnenlicht erstrahlte, welches die Erde erhellte.
Link: Dank an! cheops-pyramide.net