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ANTIKE - Ägypten

Die Pyramiden von Giza

Götterwelt / Schöpfungsmythen / Schrift / Maße / Dynastienfolge / Cheops,Chephren,Mykerinos

 

Cheop (um 2604 - 2581 v. Chr.) war der Erbauer der ersten und größten Pyramide von Giza (Giseh), der Cheopspyramide. Ihr Name in der Antike war >Horizont des Cheops<: 

Ursprüngliche Höhe=146,6m. Heutige Höhe= 138,75 m . Basislänge= 230,37 m. Neigungswinkel= 51o 50´ 40´´ . Volumen ca 2.521.000qbm.

 

 

 


Chephren Pyramide: Ursprüngliche Höhe= 143,5 m, Heutige Höhe= 136,4m. Basislänge=215,25m. Neigungswinkel 53o 10´ Volumen=ca 1.659.200 qbm
Mykerinos Pyramide: Ursprüngliche Höhe= ? m, Heutige Höhe= 66m. Basislänge=103,4 m. Neigungswinkel 51o 20´ Volumen=ca?

Cheops war der zweite Pharao der 4. Dynastie, war der Sohn von König Snofru und von Hetepheres, einer Tochter des letzten Königs der 3. Dynastie. Damals kannte man weder das Rad noch die Eisenverarbeitung. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass solch ein gigantisches Bauwerk überhaupt realisiert werden konnte. Die >Große Pyramide<, mit der Cheops sein Königtum verewigte, übertrefft alles, was zuvor an Bauten errichtet worden war. In der Totenstadt, die sie umgibt, fanden Mitglieder des Herrscherhauses und hohe Beamte ihre letzte Ruhestätte.

 

Zur Form

Es gibt Architektur die nur Raum ist und Architektur die nur Körper ist, dazwischen leigt ein weiter Spielraum. Die Pyramide wirdd bestimmt durch ihre Maße und klaren begrenzten Flächen, die im inneren verborgenen Gangsysteme (Richtungsräume) und zwei (?) Zentralräumen als Grabkammern. Die äußere abdeckende Schicht ist im Laufe der Jahrtausende verschwunden und so sehen wir heute den darunterliegenden stufenartigen Aufbau. Es gibt drei Theorien die Form der Pyramide abzuleiten: Von den Bankgräbern der Mastaba, dem mytischen Berg im Weltschöpfungsepos der Ägypter und der Oriontheorie, der die Pyramidenanlage von Cheops,Chephren und Mykerionos in Giza als irdisches Abbild des Sternbildes Orion und der Milchstraße sieht, welche durch den Nil dargestellt wird. Über die Wahl der Grundlänge von 230 m bei der Cheops Pyramide gibt es nur Vermutungen.( 1000 Fuß?)

Die Geometrie als Grundlage der Architektur wird konsequent angewandt. Obelisk und Pyramide sind rein geometrische Formen. Der Wille, diesen Formen durch riesenhafte Dimensionen ewige Dauer zu verleihen, hat religiose Antriebe.

Zahlen und Zahlenverhaltnisse, evident in den geometrischen Grundformen, haben mathematische und theologische Qualitäten. In ihnen kommt das Ewig-Gültige zum Ausdruck. Deutlich spürbar ist sie in der Symmetrie und Axialität, die fur den Grund- und Aufriß einzelner Bauteile wie ganzer Großanlagen das zentrale Ordnungsprinzip ist. Die Maße der Pyramide sind Symbole kosmischer Ordnungen. Zum Quadrat, der heiligen Vierzahl (4 Himmelsrichtungen, 4 Winde, 4 Ecken der Welt), tritt die Drei in der ausgepragten Form des gleichschenkl. Dreiecks, dessen Symbolik dem Quadrat nur wenig nachsteht.

Der Gedanke, Bauten als Endstationen heiliger Wege aufzufassen und deren Achsen bis in die Sanctuarien zu führen, begünstigt den achsial-symmetrischen Aufbau. Vielleicht begründet sich das aus derTopographie Ägyptens mit dem Nil als Naturachse von N nach S.

Die Beziehungen des >Goldenen Schnittes< sind ebenso bekannt wie verschiedene arithmetische Proportionsreihen. Zugrunde liegen Naturmaße wie Handbreite, Fuß und Elle. Die Elle ist (in zwei Varianten) der Modul fur die Architektur. Die Handbreite bildet das Grundmaß der Quadratnetze, die der Proportionierung von Reliefs und Wandmalereien dienen. In der Übereinstimmung dieser beiden Module ( 1 Elle = 6 oder 7 Handbreiten) liegt eine der Ursachen für die Harmonie von Architektur Plastik und Malerei.

Es bedarf zwar der Königsmacht und der Wirtschaftskraft des zentralisierten Staates, um die großen Pyramiden zu bauen, verständlich werden sie aber nur von ihren theologischen Voraussetzungen her.

 

Zum Zweck

Die entscheidenden Impulse gehen entweder vom Kult des Sonnengottes RE von Heliopolis aus. Die Deutung der Pyramide als Symbol eines Bündels Sonnenstrahlen, auf dem der KA, die Seele des verstorbenen Königs zur Sonne aufsteigt oder von der Orientheorie aus , wo der KA zu den Sternen des Orion aufsteigt.Die Agypter glauben an ein ewiges Leben, von dem das zeitliche nur eine Phase ist. Es ist durchwirkt von gottlichen und kosrnischen Kräften, die im Rhythmus der Tages- und Jahreszeiten, im Lauf der Gestirne, in den Himmelsrichtungen sichtbar werden.

Zum Material

Der Wille zur Dauerhaftigkeit erzwingt das Material Stein, das in den Steinbrüchen am Oberlauf des Nils gebrochen wird und mit Schiffen bis zur Baustelle am unteren Nil ca 500 km weit tranportiert wird.

Religiöse Grundlagen

Der Sonnenkult beeinflusste auch die Bauweise der Pyramiden, die von dem Pharao Cheop zirka 2.500 Jahre vor Christus veranlasst wurde. Der Pharao plante sein Grab in dem Glauben, Re könnte ihn nach seinem Tod auf den Stufen der Pyramide hinauf in den Himmel zur Sonne begleiten. Sein Grab kennen wir heute als eines der Sieben Weltwunder - die Cheops-Pyramide.

Die meisten Völker haben Schöpfungsgeschichten überliefert, wie und von wem die Welt erschaffen wurde. Der Hauptgott wurde stets im Himmel gedacht und der Sonne zugeordnet, wobei auch der Mond und die Sterne eine zentrale Rolle spielten. Diese Himmelskörper hatten auch eine wichtige Funktion für die Zeitrechnung. Die Bahn der Sonne über dem Horizont hat die Voraussetzungen für die Landwirtschaft treibenden Völker vollständig reguliert.

Die Sonne, die bedeutendste aller ägyptischen Gottheiten, besaß viele Namen, und es gab unterschiedliche Auslegungen ihrer Funktionen. Als Sonnenscheibe nannte man sie Aton. Bei ihrem Auftauchen am Morgen war sie das Kind mit Namen Chepri, in dieser Form wurde die Sonne als Skarabäus dargestellt, der die Sonnenkugel vor sich herrollt. Stand die Sonne im Zenit, dann war sie Re oder Ra und gleichzeitig der Hauptgott der religiösen Stadt von Heliopolis. Die Abendsonne galt als Alter Mann und wurde Atum genannt.

Der Falkengott Horus, ursprünglich eine mächtige Himmelsgottheit, setzte man mit dem Namen Ra-Harachte der Sonne gleich, was "Ra, der ist der Horus am Horizont" bedeutet und er wurde als geflügelte Sonnenscheibe dargestellt.

Am Tag glitt er in einer Sonnenbarke über den Himmel. Was er nachts erlebte, geben verschiedene Geschichten wieder. Eine erzählt uns, dass Nut, die Himmelsgöttin, Re jeden Abend verschlingt, er in seiner Barke in den Nachtstunden durch ihren Körper fährt und am nächsten Morgen wieder geboren wird. Dabei soll die rote Morgensonne das Blut bei der Geburt zeigen. Eine andere behauptet, dass die Sonnenbarke tagsüber am Leib der Göttin Nut entlang fährt und abends durch die Unterwelt zieht. Dabei befürchteten die Ägypter, Re würde am nächsten Morgen nicht wieder am Horizont erscheinen.

Die Weltschöpfung

Die älteste Lehre von der Entstehung der Welt stammt wohl aus dem ehrwürdigen Sonnenheiligtum Heliopolis. Sie wird jedenfalls bereits in den Pyramidentexten seit dem Ende der 5. Dynastie erwähnt.

Danach war am Anfang das chaotische Urwasser Nun. Aus ihm stieg der Urhügel empor, auf dem das Heiligtum Heliopolis liegt, was übrigens auch die konkurrierenden Kultstätten von sich behaupteten. Das Auftauchen des Urhügels entspricht dem Wiedererscheinen des Landes nach der alljährigen Nilüberschwemmung. Auf diesem Hügel erschien Atum, dessen Name sowohl "nicht seiend" als auch "vollendet" bedeuten kann. Als Atum-Re schuf er das Licht als Gegensatz zur Finsternis des Nun. Dann zeugte er durch die Vereinigung mit seinem Schatten oder durch Selbstbesamung, zweigeschlechtlich als der >>Große Er-Sie<< bezeichnet, den Luftgott Schu, den er ausspuckte, und Tefnut, der Feuchte (Wasser), die er erbrach. Schu und Tefnut verkörperten erstmals getrennt das männliche und weibliche Prinzip und zeugten miteinander Geb, die Erde, und Nut, den Himmel. In den Darstellungen erwölbt die Himmelsgöttin Nut, mit den Finger- und Zehenspitzen den Boden berührend, ihren Leib über dem liegenden Erdgott Geb. Zwischen den beiden steht, mit erhobenen Armen den Körper der Nut stützend, Schu bildet den Luftraum. Damit waren die kosmischen Grundelemente entstanden. Aus ihnen wurde die vierte Göttergeneration geboren: Osiris, Isis, Seth und Nephthys, mit denen sich die Neunheit von Heliopolis vervollständigte.


Über die Cheops-Pyramide

Text gespiegelt von cheops-pyramide.net ( Raptor Systems

Stefan Eggers/ Sinstorfer Kirchweg 74-92 / 21077 Hamburg /Germany )

Nach gängiger Lehrmeinung wurde die große Pyramide von Giza von Pharao Chnum-chuf (übersetzt: der Gott Chnum ist sein Schutz), kurz Chufu (griechisch Cheops) zu Beginn der 4. Dynastie gebaut. Der richtige Name der Cheops Pyramide lautet "Achet Chufu", was übersetzt soviel wie "Horizont des Cheops" bedeutet.

Bei dem "Mysterium" Cheops gibt es ein ganz großes Problem: Es gibt praktisch keine aufgeschriebenen Daten. Selbst die Annahme Cheops sei der Erbauer der Pyramide gewesen steht auf sehr wackeligen Beinen. Der einzige uns bekannte Hinweis, der eindeutig Cheops benennt und ihn zeigt, ist eine nur 7,6cm große Statue (siehe Bild links). Ansonsten ist bis auf die Tatsache das die Pyramide existiert und ihre Dimensionen, das einzig sichere: das nichts wirklich sicher bestimmt werden kann (!), was viel Spielraum für Theorien und Ideen lässt.

Die Cheops Pyramide ist die größte Pyramide in Ägypten und gilt als eines der letzten erhaltenen Weltwunder. Heute ist die Pyramide 138,75m hoch (Ursprüngliche Höhe: 146,6m) und hat eine Basislänge von ca. 230,37m. Die Pyramidenseiten besitzen einen Neigungswinkel von 51°50'40''. Für das Volumen der Pyramide von ca. 2.521.000 Kubikmetern wurden ca. 2,3 Mio. Steinblöcke mit einem Durchschnittsgewicht von 2,5 Tonnen verbaut.

Bei dem Bau der Cheops Pyramide erreichten die Ägypter eine unvorstellbare Präzision, die wir selbst heute mir unseren modernen technischen Mitteln nur sehr schwer wieder erreichen könnten. So weichen die Seiten der Pyramide gerade einmal um 3'6'' (also ca. 1/20 eines Grades) von den Himmelsrichtungen ab. Die größte Differenz in den Seitenlängen der Pyramide ist ca. 4,4cm und die Basis der Pyramide ist so eben, dass die Toleranz der gesamten Pyramidengrundfläche nur 2,1cm erreicht, was ca. 8,7 Promille entspricht!

Diese unglaubliche Präzision ist vor einem anderen Hintergrund sehr interessant: Auch wenn wir bei Ägypten immer gleich auch an Pyramiden denken, so gab es lange Zeiten in denen es noch keine Pyramiden (mehr) gab. Als Erste Pyramide (und erstes großes Steinbauwerk der Menschheit) gilt heute die Stufenpyramide von Sakkara. Pharao Djoser hatte ursprünglich wie damals üblich eine Mastaba in Auftrag gegeben. Sein genialer Baumeister Imhotep hatte jedoch den einfachen wie genialen einfall ein paar Stufen oben drauf zu setzten. So entstand die erste Stufenpyramide. Diese hatte mit der Cheops Pyramide jedoch noch nicht viel gemeinsam. Es wurden kleinere, eher grob behauene Steine verwendet. Hervorragend bearbeitete Kalksteinblöcke gab es nur in der Umfassungsmauer des Pyramidenbezirkes. Hier wurde eine Palastartige Fassade als Mauer errichtet. Auch gab es erste Ansätze von Säulen, die jedoch nicht frei stehend sondern mit einer Seite fest in der Mauer verankert waren.
Nach Djoser bauten seine zwei Nachfolger ebenfalls Stufenpyramiden (oder versuchten es besser). Sechemchet gab eine Pyramide in Auftrag, die die Djoserpyramide um ca. 10m überragen sollte, doch sie wurde nie fertig gestellt. Genauso wie die Pyramide von Sechemchets Nachfolger. Erst unter Snofru sollte wieder eine Pyramide fertig gestellt werden und am ende stellte Snofru nicht nur eine Stufenpyramide fertig, die er später zu einer echten Pyramide umbauen ließ (die Pyramide von Meidum), sondern versuchte sich noch während des Baues der Stufenpyramide von Meidum an der ersten echten Pyramide, die sog. Knickpyramide. Der Steigungswinkel war hier jedoch zu groß gewählt, weshalb es während des Baues zu rissen kam. Um das Bauprojekt nicht zu gefährden, verringerte man den Neigungswinkel um ca. 10°, wodurch die Pyramide zu ihrem "geknickten" Aussehen kam. Durch die neu gewonnen Informationen gelang es Snofru mit seiner dritten Pyramide, die sog. "rote Pyramide" eine neue Ära einzuleiten.
Als Cheops nun mit dem Bau seiner Pyramide begann, die alles vor und nach ihr in den Schattens stellen sollte, da waren gerade einmal etwa 90 Jahre (nach der Chronologie von Jürgen von Beckerath) Steinbauentwicklung ins Land gezogen!

Link: cheops-pyramide.net
www.ancientsites.com (Pyramidentexte)
www.aloha.net und www.crystallinks.com( Die Oriontheorie)
www.aiwaz.net/giza ( Zahlentheorie der Pyramiden)
http://www.eternalegypt.org

 

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