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Tex Avery
(1908-
1980 )
Links: Avery bei Warner / Avery bei MGM / Canemaker zu Avery (e) /Averys Moderne Märchen /Averys Leben / Tiny ToonsExterner Link: Tex Avery a la MGM ( Super-Seite)
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Tex Avery und die Geschichte des Zeichentrickfilms
Vorgeschichte: Die Geschichte des Zeichentrickfilm wird dominiert durch das Lebenswerk von Walt Disney (Einfühlung - klassisch ) auf der einen Seite und Tex Avery (Abstraktion, Karikatur- expressiv )auf der anderen Seite. Die wesentlichen Studios der Zeit sind: Disney, Walter Lanz, Waner Bros., MGM und Hanna-Barbera.
Avery erfindet:
.
Ihm formal nahestehende Kollegen wie Willian Hanna und Joseph Barbera erfinden Tom und Jerry, Chuck Jones erfindet Wile E. Coyote und den Roadrunner.
Disney bringt Zeichenfiguren wie > real life<, Avery macht > real life< zu Zeichentrickfiguren. Bei Avery ist das Medium immer spürbar,die Figur ist Karikatur. Er überzeichnet,ironisiert, arbeitet mit dem Tempo und und jeder Möglichkeit der Aktionsdarstellung im Zeichentricks jeseits der natürlichen Logik und Machbarkeit. (Formale Beziehungen zeigen sich zu Futurismus, Dada und zum Surrealismus )
1908 Frederick , Bean Avery wird am 26.Feb. 1908 in Taylor, Texas als eltester Sohn von mary A. Bean und George W. Avery , einem Architekten geboren.
Die Warner Bros. Jahre (Filmographie) Avery beginnt bei Warner Brothers eine Anstellung als Animator.
Walt Disney war in den dreißiger Jahren die treibende Kraft im amerikanischen Zeichentrickfilm. Viele eiferten ihm nach, doch niemand konnte seinem künstlerischen oder finanziellen Erfolg in dieser Dekade auch nur im Entferntesten nahekommen.
Die
Warner Brothers-Studios begannen, indem sie Disney imitierten und
waren tatsächlich von Ex-Disneymitarbeitern
übervölkert. Doch Mitte der dreißiger Jahre
verließ diese Gruppe Warner Brothers, und eine neue Rasse
rief einen kennzeichnenden Stil und ein charakteristisches Format
ins Leben, das nichts mehr mit Disneys Arbeit gemeinsam hatte. Die
Filme waren verwegen, dreist und ganz und gar neuartig. Und das
Wichtigste war, sie waren in einer Art lustig, in der es Disneys
Cartoons nie gewesen waren.
1940 hatte Walt Disney den Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge vervollkommnet und es gab niemanden, der ihm auf diesem Gebiet entgegentreten konnte. Doch bei den Kurzfilmen hatte die junge Warners-Mannschaft Walt von seinem Thron gestoßen und ihm die Dominanz für die nächsten zwanzig Jahre abgenommen.
Warners Erfolgsweg während dieser Zeit war beeindrukkend. Das Studio schuf mehr dauerhafte große Zeichentrickcharaktere als jedes rivalisierende Studio. Porky Pig, Daffy Duck, Bugs Bunny, der Road Runner, Wile E. Coyote, Tweety, Sylvester, Elmer Fudd, Yosemite Sam, Pepe LePew, Foghorn Leghorn und Speedy Gonzales sind die führenden Lichter, deren Name immer noch rund um die Welt aufscheinen, während andere zeitgenössische Schöpfungen vergessen sind.
Warner Brothers brachten mehr wichtige Zeichentrickfiguren heraus als jedes andere Studio. Männer wie Chuck Jones, Bob Clampett, Tex Avery, Fritz Freleng und Frank Tashlin werden als Giganten in der Geschichte der Animation betrachtet. Alle verbrachten einen heilsamen Teil ihres Lebens bei Warners, und viele vollbrachten dort ihre besten Arbeiten.
Über die Filme selbst schrieb Kritiker Manny Farber 1943: »Die überraschende Tatsache bei ihnen ist, daß die guten Filme Meisterwerke sind und die schlechten nicht totale Verluste.« Es ist eindeutig, daß diese Aussage auch heute noch wahr ist, nachdem man auf fast über eintausend individuelle Cartoons zurückschaut.
Und
noch mehr, diese Filme sind auch noch nach zwanzig und vierzig
Jahren frisch und lebendig geblieben - keine schlechte Leistung,
besonders wenn man feststellt, wie sehr sie sich auf lokalen Humor
und zeitgenössische Themen verließen. Wenn man Warners
einzigartige Comic-Persönlichkeit betrachtet, kann man nur
ironisch feststellen, wie eng die ursprünglichen Beziehungen
des Studios mit Disney waren.
Hugh Harman, Rudolf Ising und Isadore »Fritz« Freleng, die das Studio eröffneten, hatten alle für Walt Disney gearbeitet - Harman und Ising immerhin schon 1922 in Kansas City; und auch die Zeichner Carmen »Max« Maxwell, Norm Blackburn, Paul Smith und Rollin »Ham« Hamilton. Buchstäblich die ganze Zeichentrickbelegschaft von Warner Brothers hatte ihre Feuertaufe bei Disney erhalten und war seinen Ideen, Theorien und Arbeitsweisen ausgesetzt gewesen. Die meisten dieser Künstler verließen Disney ungefähr zur selben Zeit, im Jahre 1928.
Doch Averys Hauptbeitrag zu den Lony Toons kam einige Jahre später mit einem Film, The Isle of Pingo Pongo genannt. Dieser Cartoon war eine Parodie auf die damals beliebten Reiseabenteuerfilme, die von nach Parodien schreienden Klischees förmlich strotzten. Wenige Nachfolger waren so gut wie Pingo Pongo - in welchem die unvermeidliche »Sonne, die langsam im Westen untergeht« von einer Figur möglich gemacht wird, die die gute alte Sonne mit einem Maschinengewehr vom Himmel holt - doch Avery und andere fanden diese Art Gag für viele folgende Jahre angebracht.
Tex Averys Entwicklung eines einmaligen Gag-Stils und einer freilaufenden Annäherung an das Medium Cartoon erreichte bei Warners 1939 mit Thugs With Dirty Mugs ihren Höhepunkt. Der Film läuft von visuellen und verbalen Witzen über, von denen viele die Konventionen des Zeichentrickfilms sprengen, während andere unter die allgemeine Kategorie der »visuellen Scherze« fallen.
Da Avery jedes Mal auf wildere und lustigere Gags bestand, kamen erstaunliche Resultate zustande. Er war wahrscheinlich sein eigener bester Gagschreiber, doch er inspirierte die offiziellen Autoren bei Warners zur Ausdehnung ihres Einfallsreichtums bis zu den äußersten Grenzen. Die GagKünstler von Warners sind ohne jeden Zweifel die unbesungenen Helden der Geschichte des Zeichentrickfilmes.
Diese Cartoon-Schreiber waren das Rückgrat im Geschäft. Dave Monahan, Tedd Pierce, Cal Howard, Rich Hogan, Tubby Millar, Jack Miller und Bugs Hardaway - sie waren der verrückteste Haufen. Sie waren diejenigen, die den wilden Humor erfanden.«
Fast die ganzen dreißiger
Jahre hindurch arbeiteten diese Autoren in einer Art
Kartell-System. Wann immer ein Regisseur bereit war, einen neuen
Film anzufangen, erkundigte er sich, wer gerade frei war oder wer
eine Idee hatte. Auf diese Weise arbeitete jeder Regisseur mit
fast jedem aus der Autorenmannschaft
zu den verschiedensten Zeiten.
1937 Avery erneuert die Figur Porky Pig, erfindet Daffy Duck (zuerst in Avery's Porky's Duck Hunt (1937)), und gibt
1940 Bugs Bunny seinen Charakter , bevor Avery er ihn in >A Wild Hare (1940)< übernimmt.
1942-1954 Die
MGM- Jahre, **(
Filmographie ) wechselt Avery zu MGM.
Leon Schlesingers Studio einen Namen gemacht hatte. »Als Tex einzog, war es wie ein Lawinensturz«, erinnert sich sein jahrelanger Kollege Michael Lah.
Tex Avery perfektionierte die Kunst des Gag-Cartoons vielleicht mehr als jede andere Einzelperson im Zeichentrickfilm. Während seine Arbeit bei Schlesinger frisch und neuartig war, blühte er bei MGM richtig auf, wo er seine Ideen bis zu ihren seltsamsten Extremen weiterentwickelte.
Avery wußte, wie man das Beste aus dem Medium Zeichentrickfilm machen konnte. Er war nicht daran interessiert, die Realität zu kopieren oder zu imitieren. Seine Ansicht war: Je breiter und je unrealistischer, desto besser. Im schlimmsten Falle sind seine Filme grell und albern. Im günstigsten Falle sind sie überwältigend komisch. In beiden Fällen sind sie anders als die Cartoons von irgend jemand anderem, vor oder nach ihm.
Innerhalb
eines Jahres nach seiner Ankunft bei MGM hatte Avery die meisten
seiner Figuren und Themen entworfen, die ihn bis in die Mitte der
fünfziger Jahre begleiten sollten. Eines seiner Markenzeichen
war das visuelle »Wortspiel«.
Avery hatte außerdem eine besondere Vorliebe für das Spiel mit den Konventionen des Zeichentrickfilmes. Ein Avery-Charakter konnte über den Rand des Filmbildes hinausstolpern oder ins Kino gehen und erleben, wie eine Figur, die er gerade in einer vorhergehenden Szene verlassen hat, ihn von der Leinwand aus begrüßt. In einem Film werden zwei Figuren darüber aufgeklärt, daß sie im falschen Film sind, und in einem anderen läuft die Geschichte schon eine ganze Weile, als der Hauptdarsteller bemerkt, daß es überhaupt keinen Titelvorspann gegeben hat, und sagt, »Wer führt bei diesem Film Regie? Wo ist der MGM Löwe?« In Lucky Ducky laufen die Figuren an einem Schild vorbei, ohne dessen Aufschrift zu lesen, nur um feststellen zu müssen, daß sie und ihr Hintergrund die verschiedensten $chattierungen von-Schwarz und Weiß angenommen haben. Ein Gang zurück zu dem Schild enthüllt dessen Botschaft: »Technicolor Ends Here« (»Ende von Technicolor«).
Averys Versuche, bei MGM Cartoon-»Stars« zu kreieren, kann man am ehesten als zaghaft bezeichnen. Seine Figuren waren seltsam und anarchistisch und dienten nur als Vehikel für seine verrückten Gags. Der erste und dauerhafteste war Droopy, ein kleiner Bassethund, der von Bill Thompsons Stimme als Mr. Whipple in der Radioshow Fibber McGee and Molly inspiriert wurde. Thompsons vergnügte Stimme wurde einer ruhigen, bedächtigen, sich kaum bewegenden Figur verliehen, deren Hauptdaseinsberechtigung darin lag, überhebliche Gegner zu frustrieren. Sein häufigster Feind, der Wolf, schien alle Vorteile auf seiner Seite zu haben, außer Glückwährend sich Droopy auf das Glück und eine gewisse Menge an Mutterwitz verließ.
Der Wolf tritt auch in einer Serie von Filmen auf, in der seine Libido von einem attraktiven Showgirl stimuliert wird. Der erste Film aus dieser Serie war Red Hot Riding Hood, und es sah so aus, als ob jeder nachfolgende Film - Wild and Wolfy, Swing Shift Cinderella, Uncle Tom's Cabana, Little Rural Riding Hood - in neue Extreme ausuferte, um seinen Vorläufer mit explosiven Gagvarianten desselben komischen Themas zu übertrumpfen. Der Wolf wird von der sexuellen Darbietung des Girls so erregt, daß er sich nicht zurückhalten kann. Während er an einem Nightclub-Tisch sitzt, kaut er gequält an seinen Händen, haut sich selbst mit einem Vorschlaghammer auf den Kopf,usw.,usw., Jedesmal glaubt man, daß er zum Außersten gegangen sei, doch Avery setzt noch immer einen verrückteren Gag drauf.
Averys konzentriertester Versuch, eine Figur aufzubauen kam mit dem Debüt vom Screwball (oder Screwy) Squirrel 1944. Screwy hatte die ganze Unverschämtheit, die mit so modernen Stars wie Bugs Bunny und Woody Woodpecker in Verbindung gebracht wurde. Doch Avery führte seine Figur sogar noch weiter und machte sie so aggressiv, so völlig anstößig, daß kein Platz mehr für »Liebenswertes« übrig blieb. Screwy starb nach vier Filmen, doch nicht ohne einige erfreuliche Erinnerungen zurückzulassen. Es ist schwer, eine Figur völlig abzulehnen, die einen sie verfolgenden Hund in eine verdunkelte Höhle führt - wo kein Lichtstrahl eindringt, auch nicht für uns - und nach einem enormen Krach ein Streichholz anzündet und sagt, »Das war wirklich ein lustiger Gag - schade, daß ihr ihn nicht sehen konntet!«
In vielen Filmen von Avery sind die einzelnen Ausschnitte besser als das Gesamtbild. Selten gibt es einen Film, der nicht wenigstens eine Handvoll fabelhafter Gags aufweist. Doch seine besten Filme - wie Little Tinker, Bad Luck Blackie, Who Killed Who? und King-Size Canary - haben eine Geschichte oder ein Thema, die sich bis zu einem Höhepunkt steigern und auf ihrem Weg regelmäßig Gags ausstreuen. Die besten Gags verlassen sich, wie die Besten seiner Filme, auf den visuellen Eindruck, um ihren Erfolg zu erzielen. Musik, Dialog, Witze und Toneffekte sind alle wichtig, doch Avery denkt vollständig in der Zeichentricksprache. Er gibt sich nicht damit zufrieden, die Realität für komische Effekte zu übertreiben; er kehrt ihr Innerstes nach außen, das Oberste nach unten, und in eine vierte Dimension, die einen atemlos macht.
King-Size Canary handelt zum Beispiel von einem Vogel, einer Katze und einer Maus, die um die Macht mit Hilfe eines Gemüses namens Jumbo-Gro wetteifern, das den Trinker, wenn er es hinuntergeschluckt hat, zu einer riesigen Fassung seiner selbst verwandelt.
Wenn überhaupt, so konnten nur wenige Zeichentrick-Regisseure Averys Sinn für das Absurde nahekommen, der in einer Welt von in sich selbst abgeschlossener Logik blühte. Sogar seine verrücktesten Gags ergaben einen Sinn - unter ihren eigenen Bedingungen - und das war das Wunderwerk eines Avery-Films.
Avery verstand das komische Timing vielleicht mehr als alles andere. »Ich fand heraus, daß das Auge eine Handlung in fünf Bildern eines Filmes erfassen kann«, erzählte er Joe Adamson. »Fünf Filmbilder in einem Vierundzwanzigstel einer Sekunde. Es dauert also, grob gerechnet, eine Fünftelsekunde, bis man etwas registriert, von der Leinwand zu deinem Auge zum Gehirn. Ich fand heraus, wenn ich etwas kaum in Erscheinung treten lassen wollte, brauchte ich nur fünf Bilder... Wenn zum Beispiel ein Amboß herunterfiel, brachten wir den Fall in vielleicht vier oder fünf Bildern unter, bevor der Aufprall erfolgte, das war alles, was man benötigte - djunuuuu ... Bumm! er ist da, und man weiß nicht, von wo er zum Tenfel nochmal hergekommen ist. Das macht den Gag um vieles lustiger. Wenn man gesehen hätte, wie das Ding herunterkommt, und man den Fall hätte verfolgen können, bis zum Aufschlag- oje.«
Das Beispiel eines herunterfallenden Amboß, das Avery gebraucht, wurde in Bad Luck Blackie angewendet und bildete die Grundlage für den ganzen Film. Die Prämisse - einem tyrannischen Hund widerfahren Katastrophen, die von einer schwarzen Katze, die den »Guten Samariter« spielt, ausgelöst werden - hing völlig von dem Uberraschungsmoment ab, wenn Gegenstände dem unglücklichen Hund auf den Kopf fallen.
Averys verschärftes Tempo zeigte bei vielen Cartoon-Regisseuren in Hollywood, einschließlich Hanna und Barbera, seine Auswirkungen. »Tex hatte eine verrückte Art bei der Beschleunigung von Dingen, und sie fing an, auf Bill und Joe abzufärben«, sagte Michael Lah. »Dann wurde es zu einem Wettrennen. Jeder Film, der von der einen oder anderen Mannschaft herausgebracht wurde, war schneller. Bald war man an dem Punkt angelangt, an dem nur noch die Leute, die an dem Streifen gearbeitet hatten, das Ganze verstanden. Tatsächlich sagte Quimby eines Tages, als er einen Film sah, >Der ist so verdammt schnell, du mußt ihn mir noch einmal laufen lassen, damit ich ihn verstehen kann.< Nun, wir mußten ihn ungefähr dreimal wiederholen, bis er ihn verstand.«
1954 MGM schließt die Zeichentrickstudios, Hanna und Barbera machen ihre eigene Firma auf. Avery arbeitet für TV-Commercials.
1980. Tex Avery stirbt am 26.Aug. in Burbanks, L.A. ( im selben Krankenhaus wie Walt Disney)