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Zhang Xiaogang ( 1958 - )

Zhang Xiaogang wurde 1958 in Kunming, der Hauptstadt der künstlerisch traditionsreichen Provinz Yunnan im Südwesten Chinas geboren. Er wurde in seiner Erziehung stark von der chinesischen Kulturrevolution geprägt, da er in einer Region von hoher ethnischer Vielfalt lebte, die während der Kulturrevolution - wegen der Bekämpfung des Individuellen die stärksten Identitätsverluste erleiden musste.

Zhang Xiaogang ist surealer Symbolist, in vielen Punkten vergleichbar mit dem deutschen Maler Johannes Grützke. Er malte seine > Bloodline series< die zumeist monochromatisch waren, stilisierte Porträts von chinesischen Menschen, dargestellt mit großen dunklen Pupillen, die in einer steifen emotionslosen unfreien Manier posieren , als Beispiele von chinesichen Familienporträts der 1950ger und 60ger Jahre.

 “ We all live 'in a big family'. The first lesson we have to learn is how to protect ourselves and keep our experiences locked up in an inner chamber away from the prying eyes of others, while at the same time living in harmony as a member of this big family. In this sense, the "family" is a unit for the continuity of life and an idealized mechanism for procreation. It embodies power, hope, life, envy, lies, duty and love. The 'family' becomes the standard model and the focus for the contradictions of life experiences. We interact and depend on each other for support and assurance. ”

 

Künstlerischer Werdegang

Zhang Xiaogang absolvierte seine künstlerische Ausbildung in der benachbarten Provinz Sichuan, im westlichen Zentralchina. 1982 schloss er in Chongqing, der grössten und bevölkerungsreichsten Stadt der Volksrepublik, das Studium der Ölmalerei der Sichuan-Akademie der Bildenden Künste ab. Von diesem Zeitpunkt an war Xiaogang darum bemüht, sich auch auf dem internationalen Kunstmarkt zu bewähren. Er nahm teil an internationalen Wettbewerben und stellte zunächst in Europa aus, seit den neunziger Jahren dann bereits weltweit.

 Xiaogangs Lokal als Geistiges Zentrum

Zhang Xiaogang ist ein zurückhaltender Einzelgänger, der die Hoffnung nie aufgab, sich von den Beschränkungen in der Kunst und im Leben zu befreien.Darum machte er in der Hauptstadt der Provinz Sichuan, Chengdu, ein kleines Lokal auf, erworben aus den Erträgen aus dem Verkauf seiner Bilder. Das Lokal bot den Raum für die chinesische Tradition der Intellektuellen, Tee zu trinken und über Literatur zu sprechen. Schon bald trafen sich dort Künstler, Musiker und Literaten, um das Lokal zu einem geistigen und künstlerischen Zentrum zu machen. Junge Künstler richteten sich in unmittelbarer Nähe dazu ihre Ateliers ein, in der Hoffnung, der Unruhe zu entfliehen, die der Umgestaltungsprozess zu einer kapitalistischen Gesellschaftsform mit sich brachte.

 Der Weg zum eigenen Stil führte Zhang Xiaogang über den Symbolismus und den Surrealismus. Seine Vorbilder waren zunächst Pablo Picasso und Salvador Dalí. Seine Bilder widmeten sich in expressiver Darstellungsweise dem Thema der Unterwerfung und der bedrückenden Atmosphäre. Von Anfang an ging es Xiaogang um politische Hintergründe.

 Den Ausschlag für die eigene und eigenwillige Bildsprache d gab letztendlich erst die Fotografie, der während der chinesischen Kulturrevolution eine besondere Rolle zukam. Es entstanden damals unzählige Porträtaufnahmen von Familien, Schulklassen, Arbeitsbrigaden, Organisationen, Helden der Revolution etc., während die individuellen Fotos der vorrevolutionären Zeit der Massenvernichtung anheim fielen. Offenbar als Werkzeuge des gemeinschaftlichen Denkens eingesetzt, wurden diese Schwarz-weiss-Fotos zugleich aber zu Zeugnissen von uniformer Einsamkeit und Leere.

 

Der Weg zum Weltruhm

Xiaogang fand solche Fotos im eigenen Familienalbum. Den entscheidenden Anstoss gab offenbar die Entdeckung der Aufnahmen seiner Mutter als junge, schöne Frau. In grossformatigen Ölgemälden von perfekt modellierter Oberfläche begann er diese Fotos auf die Leinwand zu übertragen. Doch nicht in der Art, wie sie schon Pop-Art-Künstler mit der Werbesprache vermengten. Zhang Xiaogang bekannte sich mit seiner Arbeit zum so genannten zynischen Realismus, der in der Auseinandersetzung mit der jüngsten Vergangenheit Chinas entstanden war.

Individuelle Markierungen in Farbe stigmatisieren Xiaogangs stumpf und ermattet blickenden Figuren, deren Augenglanz jedoch noch nicht erloschen ist. Eine scharf gezogene, rote Linie verbindet die Bilder zum Zyklus "Bloodline: The Big Family" (Stammbaum: Die grosse Familie), der von einer nahezu monumentalen Charakteristik beherrscht ist. Diese Arbeiten fanden weltweit Beachtung und machte Zhang Xiaogang über Nacht zu einem der erfolgreichsten Künstlern aller Zeiten.

 Trotz des überwältigenden Erfolgs führt Zhang Xiaogang weiterhin ein ruhiges und bescheidenes Leben in Beijing.

 

 Link:

http://www.chinesische-gegenwartskunst.de/index.php

kunstwissen.de

 
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