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Impressionismus

| Neoimpressionismus/Pointillismus |

 

Im ganzen 19.Jahrhundert herrscht die historisierende Ateliermalerei vor, die immer mehr die Verbindung mit der Gegenwart verliert und sich schließlich in einer effektvollen, möglichst naturnahen Darstellung geschichtlicher Szenen erschöpft. Daneben gibt es einige Maler, die um die Jahrhundertmitte mit der Tradition der Ateliermalerei brechen und sich völlig von historischen Themen abwenden. Sie stimmen bei aller Unterschiedlichkeit darin überein, daß sie sich kaum mehr mit überkommenen Malregeln auseinandersetzen. Ihnen gilt ausschließlich die Natur als Lehrmeisterin, weshalb sich kein einheitlicher Stil durchsetzen kann. Bezeichnend für diese Vorimpressionisten ist der Ausspruch Constables: »Wenn ich mich hinsetze, um eine Skizze von der Natur zu machen, ist das erste zu vergessen, dass ich jemals ein Bild gesehen habe.<<

Wer begründete die neue Weltsicht?
Die Geschichte des Impressionismus ist in erster Linie die Geschichte einer Gruppe von Malern, die es in den Jahren zwischen 1874 und 1886 wagten, ihre Werke außerhalb des offiziellen Pariser Salons auszustellen. Der Pariser Salon war damals die Ausstellungsstätte überhaupt. Nur wer hier seine Werke ausstellte und sie von der Jury gewürdigt wurden, hatte die Chance etwas zu werden.

Woraus der Impressionismus entstand

Das Neue, was von vielen nicht, oder nur mißverstanden wurde, kündigte eine gewisse Selbständigkeit der Farbe gegenüber dem Bildgegenstand an und die Darstellung des Hier und Jetzt . Dies bedeutete zu diesem Zeitpunkt eine Trennung zwischen der klassischen und modernen Malerei.
Schon lange vor den Impressionisten haben einige die Farbe mit einer ähnlichen Freiheit gehandhabt, so daß man sie als Vorgänger betrachten könnte. Beschränkt man sich auf diejenigen, bei denen diese Farbbehandlung am deutlichsten erkennbar wird, so muß man an erster Stelle Frans Hals erwähnen. Während eines Aufenthaltes in Holland im Jahre 1872 studierte Manet mit großer Aufmerksamkeit im Museum in Haarlem die Werke von Frans Hals. Ihn beeindruckte die Ausdruckskraft der Farbe und das Eigenleben der Pinselstriche in manchen Porträts so sehr, daß sie seiner Malerei neue Impulse gaben.

Neben Frans Hals gingen ihnen andere zeitlich weniger entfernte Künstler in der ersten Hälfte der 19. Jahrhunderts mit ihren mutigen und kühnen Bildschöpfungen beispielhaft voran: die englischen Landschaftsmaler, hauptsächlich John Costable und J.M. William Turner.

Es ist bemerkenswert, daß Constable - ungeachtet des zeitlichen Abstands von einem halben Jahrhundert - einen ebenso großen Eindruck auf Delacroix wie auf Monet machte. Beide bewunderten seine Fähigkeit, das Geflühl von Luft und Farbe zu vermitteln. Durch das Studium von Constables Werken wurde Delacroix zu einer freieren Malweise ermutigt: Er mischte seine Farben nicht mehr auf der Palette, sonderst erst auf der Leinwand. Auf dieses später als "flochetage" bezeichnete Verfahren beriefen sich die Impressionisten.

Der stärkste aus England kommende Einfluß aber ging von Turner aus, genauer gesagt, von
seinen spä ten Werken (nach 1830), in denen Farbe und Licht die Zeichnung völlig aufzusaugen und jeden Gegenstand in der Atmosphäre aufzulösen scheinen. Der englische Maler erwies sich besonders richtungsweisend für die Stilentwicklung des Impressionismus. In Frankreich gehörten zu den Vorläufern des Impressionismus unter anderen Delacroix und Corots sowie Boudin und deren Zeitgenossen. Zu letzteren gehört auch Jongkind, der sich an mit immer wechselnden Lichtverhältnissen versuchte, zum Beispiel an einem Wolkenhimmel. Er freundete sich mit Monet an und arbeitete mehrfach mit ihm zusammen.

Alle Maler dieser Zeit hatten das Problem, daß sie nicht wußten, wie sie flüchtigen optische Momente festhalten konnten. Monet entwickelte eine wirklich revolutionäre Technik: Er bedeckte die weiße Leinwand mit einem lockerem Gefüge von Pinselstrichen in reinen, ungemischten Tönen, wobei das Weiß die Leuchtkraft des Bildträgers noch steigerte. Die Impressionisten hatten, wie gesagt, eine Vorliebe für helle Farben und ihre Bilder waren Von einem Licht erfüllt, was dem zeitgenössischem Betrachter unerträglich erschien.

Einer der wenigen impressionistischen Maler, die sich mit der Portraitmalerei beschäftigten war Auguste Renoir.


Die »Anonyme Gesellschaft«

Die Entwicklung einer Kunsttheorie, die zur freien Entscheidung der Künstler über die Malweise und die Bildinhalte führte, verlief parallel zu der Entwicklung neuer Ideen auf sozialem Gebiet.

So kam es, daß eine kleine Gruppe um Manet, zu der in den Jahren zwischen 1866 und 1870 Degas, Renoir, Bazille, Fantin-Latour, Cezanne, Monet, Pissarro und einige andere zählten, fest entschlossen war, ihre künstlerischen Vorstellungen zu verwirklichen, gleichzeitig aber auch das Ziel zu verfolgen, sich gegen die Anfeindungen der Jury des Salons durchzusetzen, von dem Ihre Bilder regelmäßig zurückgewiesen wurden.

Im Pariser Cafe "Guerbois", an der heutigen Avenue de Clichy, lieferten sie sich
oft leidenschaftliche Diskussionen über Kunst. Hier traf man auch Schriftsteller wie Emile Zola. Pläne die hier geschmiedet wurden, führten schließlich zur Gründung der Anonym en Gesellschaft der Kunstmaler, Bildhauer und Grafiker ("Societe anonyme cooperative des artistes peintres, sculpteures, graveurs ect.").

Ziel dieser Vereinigung war es, eine Solidaritätsbewegung unter Künstlern hervorzurufen. Diese erste eigene Ausstellung der Impressionisten fand in der Zeit vom 15. April bis zum 15, Mai 1874 statt. Die erste der acht Ausstellungen war die größte mit 33 Ausstellern. Monet stellte sein Bild 'Impression - Soleil levant" aus. Es ist eine Ansicht des Hafens von Le Havre. Den Betrachtern erschien das Bild unfertig und nachlässig... Dies führte dazu, daß das Bild bei Publikum und Kritikern auf Unverständnis und Ablehnung stieß. Es wurde Kritik laut wie "Die Impressionisten hätten der Schönheit den Krieg erklärt oder "Eine rohe Tapete ist besser als dieses Seestück". Das Bild vermittelt jedoch evermittelt jedoch eine tiefe poetisches Stimmung

Nur die wenigsten der Impressionisten stellten ihre Bilder auf allen acht Ausstellungen aus. Cezanne z.B. stellte nur auf den ersten Ausstellungen aus und widmete sich danach den Problemen des Bildaufbaus, was dann zu Entwicklung des Kubismus führte.

Neoimpressionismus/Pointillismus

Mit der Zeit bildete sich eine neue Gruppe von Malern, die sogenannten NeoImpressionisten. Sie trugen ihre Farbe in Form von lauter kleinen Punkten auf Diese Technik wurde auch Divisionismus, bzw. Pointilismus genannt. Der Unterschied zum Impressionismus liegt darin, daß die pointilistisch Malweise auf anhieb zu durchschauen ist, wohingegen der Impressionismus in den vielfälltigsten Erscheinungsformen auftritt.

Zwischenzeitlich setzten die Impressionisten ihr Werk der Entschlossenheit fort und keine Anfeindung und kein Widerstand konnte ihnen etwas anhaben. Es dauerte allerdings noch einige Jahre bis ihre Absichten verstanden wurden und ihre Kunst von den Museen der Welt als einer der großen Augenblicke der französischen Malerei anerkannt wurden.

 

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