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Impressionismus (etwa 1860- 1900)

Hintergründe des Impressionismus / Impressionismus II / Impressionismus- differenzierte Darstellung (3 Seiten)

Mit der Verbreitung der Photographie Mitte des 19.Jahrhunderts verlieren die Maler nicht nur immer mehr das Interesse am bloßen Abbilden, auch ihr Markt für Abbildung von Personen (Porträt) und Landschaft bricht ihnen zunehmend weg . Die Photographie vermittelt ihnen aber auch schöpferische Anregungen, so vor allem die Unmittelbarkeit der Momentaufnahme und die Zufälligkeit des Bildausschnitts. Japanische Farbholzschnitte, die um die gleiche Zeit nach Frankreich gelangen und sehr in Mode kommen, bestärken die Künstler ebenfalls, mit der bildnerischen Überlieferung zu brechen. Mit ihren ungewohnten Bildausschnitten, ihrer Schattenlosigkeit und ihren klaren Farben eröffnen die japanischen Farbholzschnitte neue künstlerische Sehweisen.


1873 - Gründung der "Societe ananyme des artistes peintres, schulpteures, graveuers etc." mit Monet, Renoir, Sisley, Pissarro, Degas, Morisot ua. 8 Ausstellungen zwischen 1874 und 1886.

1874 - Erste Gruppenausstellung der Impressionisten im Atelier des Fotografen Nadar.

1876 - Zweite Gruppenausstellung bei Kunsthändler Durand-Ruel

1877 - Dritte Gruppenausstellung

1880 - Fünfte Gruppenausstellung

1886 - Achte und letzte Ausstellung der Impressionisten als Gruppe

Charakteristik. Ausschließliches Tätigkeitsfeld der Impressionisten ist die Freilichtmalerei, d.h.die Malerei draußen vor dem Bildmotiv. Die unbunte Dunkelheit des Atelier-Schattens verschwindet. Sonnenlicht und Schatten in der freien Natur, werden ohne Verlust an Farbleuchtkraft wiedergegeben. Gegenüber der Ateliermalerei des frühen 19.Jahrhunderts wird also die Farbpalette aufgehellt, bunter und kontrastreicher. Unter weitgehendem Verzicht auf braunrote Erdfarben werden die reinen Buntfarben aufgewertet und zugleich die Tonstufen vermindert. Lichtreflexe üben eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Wasser und lichtdurchschienenes Blattwerk werden deshalb bevorzugt dargestellt.

Das ständige Malen bewegten Wassers und seiner Reflexe führt zur Häufung verkürzter, vielfarbig schillernder Pinselstriche. Fast ungemischte Farben werden kommaartig nebeneinandergesetzt. Sie erzeugen die gewünschten Töne durch Mischen der auf der Leinwand unvermittelt nebeneinander stehenden Farben im Auge des Betrachters statt durch Mischen der Farben auf der Palette. Die Entdeckung des optischen Farbmischens führt dazu, daß immer reinere Farben gesetzt werden. Der Betrachter gewinnt dadurch den Eindruck eines über die Bildfläche ausgebreiteten schillernden, lichtdurchfluteten Farbschleiers.

Die mit kurzen Pinselstrichen dicht nebeneinander gesetzten, intensiv leuchtenden Farben überspielen die Formen und schaffen einen vibrierenden Gesamteindruck. Umrisse verlieren sich, Gegenstand und Umgebung gehen ineinander über.

Ahnlich weitreichend wie die farblichen sind die kompositionellen Neuerungen: Die Ausgewogenheit des Bildes wird durch starke Rhythmisierung der Pinselstriche erreicht, nicht mehr durch das Ins-Gleichgewicht-Setzen der Gegenstände. Hervorstechende Größenunterschiede, z. B. hohe steile Felsen neben dem ruhigen glatten Meer, werden nun darstellbar, ohne unharmonisch zu wirken. Opernglas, Damenhandschuh und Fächer, denen früher nur die 8edeutung von Details* zugekommen ist, werden nun in den Vordergrund gerückt und ebenso groß wie etwa eine Tänzerin im Mittelgrund des Bildes dargestellt. Wie in den fernöstlichen Vorbildern ist bisweilen ein Großteil der Gemälde von Gegenständen frei, während sparsame, an die Bildränder gedrängte Gegenstände angeschnitten sind. Gelegentlich übernimmt man von den Japanern einen Blickwinkel, der den Gegenstand von schräg oben sieht. Das Modell wird aus diesem Blickwinke' in seinem Intimleben (Körperwäsche, Auskleiden) vom Betrachter gleichsam überrascht. 

Themen und Bildgattungen. Landschaftsbild, Interieur (u.a. Atelierszenen). Milieuschilderungen ( Großstadtleben, Straßenbild, Wirtshausgarten, Picknick, Gruppenbild der Freunde

Text II

Impression heißt , frz. impression »Eindruck« Der Impressionismus ist eine in der frzanzösischen Malerei zwischen 1860 und 1870 entstandene Kunstrichtung, die in fast allen europ. Ländern und auch in Nordamerika auf die Entwicklung der Malerei Einfluss nahm.

Der Name Impressionist ist von Claude Monets Landschaftsbild »Impression, soleil levant« (1872) abgeleitet, das 1874 in der ersten gemeinsamen Ausstellung der frz. Impressionisten gezeigt wurde. Die Maler des Impressionismuswandten sich gegen die akademische Ateliermalerei mit ihren mythologischen Themen. Sie wollte die moderne Welt in seiner augenblicklichen, zufälligen Erscheinungsform erfassen. Die Maler interessieren sich für die farblichen Reize der im Licht wechselnden Erscheinung , die sie schnell in mehr skizziernender Art festhielten. Der Impressionismus ging aus der Freilichtmalerei ( Malen in der Natur)der Schule von Barbizon hervor. Impressionistische Tendenzen waren bereits vorher z.B. in Werken von D.Velázquez, F.Hals, F.de Goya, W.Turner und J.Constable zu beobachten. Jedoch erst mit der Malerei É.Manets und C.Monets und der sich ihnen anschließenden Maler wie C.Pissarro, A.Sisley, Berthe Morisot, E.Degas und A.Renoir entstand der Impressionismus. Dieser wurde von G.Seurat (seit etwa 1885) und P.Signac im Neoimpressionismus (Pointillismus) weiterentwickelt, der ungemischte Grundfarben mosaikartig nebeneinander setzte. A.Rodin und E.Degas (in seinen späten Tänzerinnen-Statuetten) übertrugen die Prinzipien des Impressionismus auf die Plastik.

In Deutschland wurden die Ideen des Impressionismus von K.Blechen, J.C. Dahl und A.Menzel vorbereitet, jedoch kam es nie zu einer vollständigen Lösung vom Realismus (W.Leibl, C.Schuch, M.Liebermann, F.von Uhde, W.Trübner, L.von Kalckreuth, L.Corinth, M.Slevogt). Zu den führenden Impressionisten gehören in England W.Sickert und der meist in London lebende Amerikaner J.Whistler, in Dänemark P.S. Krøyer und V.Hammershøi, in Italien G.De Nittis und der Bildhauer M.Rosso. Bedeutende amerikan. Vertreter des Impressionismus sind C.Hassam, J.S. Sargent, J.F. Sloan und v.a. Mary Cassatt.

 

Maler

CLAUDE MONET (1840- 1926) fährt als Dreißigjähriger nach England, wo er von Turner entscheidende Anregungen empfängt. Ein Bild, das er »Impression: soleil levant« (1872) nennt, wird für die Epoche namengebend. In seinem Spätwerk tritt der Bildgegenstand gegenüber der Poesie der Farbe weitgehend zurück,wird beinahe gegenstandsfrei. Es ist ein Bild von Monet das Kandinsky den Gegenstand vermissen läßt und ihn dazu bringt auf den Gegenstand in seiner Malerei ganz zu verzichten. Monet beginnt mit systematischen Motivreihen und nimmt so den Gedanken der >Konzept Kunst< vorweg.

AUGUSTE RENOIRE / CAMILLE PISSARRO / EDUARD MANET / ALFRED SISLEY / EDGAR DEGAS / BERTHE MORISOT

 

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