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CONCEPT ART ( seit 1968- heute )

Concept art 2 |

entstand in den 60er Jahren - der Künstler Sol LeWitt prägte die Bezeichnung. Ursprünglich aus der Minimal Art kommend, steht Concept Art letztlich als Sammelbegriff für eine Weiterentwicklung der Tendenzen in der abstrakten Malerei . In der Reaktion auf die Pop Art bildet sich in den ausgehenden sechziger Jahren neben Minimal Art und Land Art die konzeptuelle Kunst heraus, die weniger bildliche Anschaulichkeit sein will als vielmehr Vergegenwärtigung methodischer Übung im Anschluß an philosophische, technologische und soziokulturelle Erkenntnisse und die das puristische Erscheinungsbild der bildenden Kunst in den siebziger Jahren prägt.

Die Concept Art bildet sich durch Initiative des amerikanischen Galeristen Seth Siegelaub um 1969, da er im Rahmen eines Seminars über >Kunst und Technologie< erstmals Arbeiten seiner Freunde Robert Barry, Douglas Huebler, Lawrence Weiner und Joseph Kosuth einer größeren Öffentlichkeit vorstellt. Die Ausführimg des Werkes ist von untergeordneter Bedeutung, und muss nicht vom Künstler selbst erfolgen. Im Vordergrund stehen das zugrunde liegende Konzept und die Idee dazu, die als gleichwertig zur Ausführung betrachtet wird. An Stelle von fertig gearbeiteten Bildern und Skulpturen gelten in diesem Sinne Skizzen, Schriftstücke, Anleitungstexle oder u.U. auch Künstlerbücher als Werke. Ein Ziel ist die Entmaterialisierung des Kunstwerks und Einbeziehung des Betrachters selbst. Gewohnte Sichtweisen Begriffe und Zusammenhänge der Welt werden hinterfragt.

Das methodisch-philosophische Anliegen dieser konzeptuellen Kunstrichtung läßt sich am prägnantesten an der berühmt gewordenen frühen Arbeit von JOSEPH KOSUTH (geb. 1938) One and Three Chairs erklären.

In One and Three Chairs wird deutlich ableshar, welchen begrenzten Informationswert sowohl das reale Ding wie auch die visuelle Abbildung und die sprachliche Formulierung besitzen. Der begrifflichen Formulierung des Wörterbuchs und dem Foto fehlt die materialhafte Qualität, die jedoch der reale Stuhl vermitteln kann. Der reale Stuhl ist als Gegenstand seinerseits nicht in der Lage, die logische Kennzeichnung der bestimmenden Merkmale eines Stuhles zu geben, die in der lexikalischen Begriffsbestimmung voll enthalten ist. Das Foto ermöglicht die Identifikation des bestimmten Einzelstuhls in seinen individuellen Erscheinungsformen, eine Leistung, die von der lexikalisch allgemeinen Bestimmung nicht erbracht werden kann.

 

Charakteristik. Fast wissenschaftliche Untersuchung und Darstellung von Phänomenen. Nähe zur Sprachphilosophie. Kunst = Plan/Conzept. Dem Künstler mehr um die theoret. Konzepte als um ihre Ausführung zu tun, bis hin zu Ideen, die gar nicht ausgeführt werden können. Die Bezeichnung, für die Anerkennung einer Idee als Kunstwerk, hat Edward Kienholz für seine 'concept tableaux' verwendet, 1963 geschaffene, meist als bloße Ideenfixierungen aufgefaßte Entwürfe für Environments. Wie alle diese Richtungen geht die Concept Art auf Ideen von Dada und Konzeptionen Duchamps zurück. Als Concept-Künstler hervorgetreten sind ferner Sol Le Witt, J. Dibbets, B. Naumann, J. Kosuth, J. Beuys, T. Ulrichs, H. Darboven, B. Brock, E. Hesse, u.a. Die erste Ausstellung, 'Art & Language', fand 1968 in New York statt.

Themen und Bildgattungen.

WirklichkeitsVerhältnisse/Ideen und Vorstellungen werden thematisiert.

Künstler

USA: Art & Language ; Joseph Kosuth, Lawrence Weiner, Sol Lewitt, Jenny Holzer, Barbara Kruger

(Minimal art: Robert Ryman, Bryce Marden, Robert Mangold, Robert Morris, Keith Sonnier)

Deutschland: Hanne Darboven, Roman Opalka,

(Minimal art: Blinky Palermo,Imi Knoebel, Dan Graham)

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