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US- Mythen

Superheld | Norm | Aufstieg | Silbernes Zeitalter

Superheldencomics sind eine Grundlagen der US-Mythen. Sie vereinen Einflüsse aus Horror, Komödie, Krimi, Science-Fiction, Fantasy und anderen. Daneben gibt es den Mythos des Cowbows,

der 49 ner-derjenigen die im Goldrausch nach Westen aufbrachen " Go West!"- und der Pilgerväter, und endlich derMythos vom Tellerwäscher zum Millionär. Der Mythos vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Ein Superheld ist eine fiktive Figur, die typischerweise mutig und nobel ist. Viele Superhelden haben Geheimidentitäten und Codenamen und tragen farbenfrohe Kostüme. Außerdem besitzen Superhelden oft Superkräfte, also übermenschliche Fähigkeiten, die sie vom Rest der Menschheit abheben. Superhelden kämpfen meist gegen Monster, Naturkatastrophen und Superschurken. Die langen, verstrickten Geschichten um Superhelden ähneln nordischen Sagas und dominieren seit Jahrzehnten amerikanische Comics.

Ein Superheld ist ein heroischer Charakter, dessen Ziel es ist, der Gesellschaft zu helfen. Superhelden besitzen Superkräfte, fortgeschrittene Technologie, mystische Kräfte oder besonders ausgeprägte physische oder psychische Fähigkeiten. Viele Superhelden haben Geheimidentitäten und tragen Kostüme und Masken, deren Gestaltung oft auf ihre Kräfte hinweisen.

 Es gibt einige Eigenschaften, die üblicherweise mit Superhelden assoziiert werden, aber keineswegs für alle Superhelden zutreffen (siehe Abweichungen von der Norm):

 Außergewöhnliche Kräfte und Fähigkeiten und/oder Kontrolle über fortgeschrittene Technologie. Oft besitzt ein Superheld übermenschliche Fähigkeiten, zum Beispiel Supermans Flugfähigkeit oder die telepathischen Kräfte von Professor X. Andere Superhelden haben verstärkte menschliche Fähigkeiten, unter anderem Wolverines verbesserte Sinneswahrnehmung oder die Fähigkeit des Flash, beinahe mit Lichtgeschwindigkeit zu laufen. Viele andere Superhelden wie Batman oder Green Hornet besitzen keine übermenschlichen Kräfte, haben aber andere Fähigkeiten, zum Beispiel außergewöhnliche Deduktion oder Meisterschaft in verschiedenen Kampftechniken.

Die Bereitschaft, für den Dienst an der "guten Sache" sein Leben zu riskieren, ohne dafür belohnt zu werden. Moralische Überlegenheit, typische Superhelden töten ihre Gegner zum Beispiel nicht. Ein besonderer Anreiz, zum Beispiel Rache (Batman), Verantwortungsgefühl (Spider-Man) oder das Gefühl, auserwählt zu sein (Green Lantern).

Eine Geheimidentität

Ein auffälliges, markantes Kostüm, das die Geheimidentität schützt. Das Kostüm ist oft farbenfroh und mit einem Brustsymbol (sei es ein stilisierter Buchstabe oder ein Piktogramm) versehen. Kostüme weisen oft auf den Namen und die Kräfte des Helden hin, zum Beispiel lässt Daredevils rotes Kostüm ihn wie einen Teufel aussehen, Captain Americas Kostüm ist an die amerikanische Flagge angelehnt und Spider-Mans Kostüm weist sowohl auf seinen Namen, als auch auf seine Spinnenkräfte hin.

Ein Erzfeind und/oder eine Galerie von wiederkehrenden Gegnern, die der Held bekämpft.

Eine Schwäche, die von den Gegnern des Helden ausgenutzt wird (zum Beispiel Supermans Verwundbarkeit gegenüber Kryptonit oder Green Lanterns unfähigkeit, gelbe Dinge zu manipulieren).

Entweder persönlichen Reichtum, wie Batman oder Iron Man oder ein Beruf, der längere Abwesenheiten nicht auffallen lässt, wie Supermans Job als Reporter.

Eine Herkunftsgeschichte, die erklärt, wie der Held seine Kräfte erhielt und warum er damit das Böse bekämpft.

Die meisten Superhelden arbeiten allein, es gibt aber auch viele Superheldenteams. Einige wie die X-Men oder Gen 13 sind zusammen, weil sie ihre Kräfte auf die gleiche Weise erhalten haben, andere aus familiären Gründen, zum Beispiel die Fantastic Four oder die Challengers of the Unknown. Wieder andere wie die Justice League und die Avengers sind Gruppen, die aus den bekanntesten Helden eines Verlags bestehen und deren Mitglieder oft auch Soloabenteuer in eigenen Serien erleben.

 Superhelden tauchen meistens in Comics auf. In Amerika sind Superheldengeschichten so typisch für Comics, dass "Superheld" und "Comiccharakter" oft synonym verwendet werden. Superhelden tauchten aber auch in Radioserien, TV Serien, Filmen und Computerspielen auf. Die meisten Superhelden in anderen Medien stammen ursprünglich aus Comics.

Marvel Comics und DC Comics teilen sich das amerikanische Markenzeichen "Super Heroes". Beinahe alle weltweit bekannten Superhelden stammen von diesen beiden Unternehmen, zum Beispiel besitzt DC Superman, Batman und Wonder Woman, während Marvel Charaktere wie Spider-Man, Captain America und den unglaublichen Hulk sein Eigen nennt. Dennoch gab und gibt es wichtige Superhelden, die anderen Unternehmen gehören, zum Beispiel Captain Marvel (Fawcett Comics, später von DC aufgekauft), Spawn von Todd McFarlane oder Hellboy von Mike Mignola.

Superhelden sind üblicherweise mit Amerika verbunden. Es gibt aber auch erfolgreiche Superhelden aus anderen Ländern. Beispiele dafür sind Cybersix aus Argentinien, Marvelman aus Großbritannien und verschiedene japanische Manga Charaktere, die Superheldencharakteristika haben. Superhelden aus dem deutschsprachigen Raum sind selten und meist erfolglos, der Großteil der Superheldencomics in dieser Region sind Übersetzungen lizenzierten amerikanischen Materials.

 

 

 

 Abweichungen von der Norm

Es gibt viele Charaktere, die nicht oder nur teilweise den oben aufgeführten Charakteristika entsprechen, aber dennoch als Superhelden gelten. Beispiele sind:

Wolverine von den X-Men tötet seine Gegner oft und ist auch sonst kein netter Zeitgenosse. Er ist ein typisches Beispiel für einen Antihelden, die brutaler und kompromissloser als klassische Superhelden sind und mit diesen oft Meinungsverschiedenheiten haben. Weitere Antihelden sind Rorschach, der Punisher, Cable und manchmal Batman.

Spider-Man wurde als normaler Mensch kreiert, der oft Fehler macht und vor der Verantwortung die seine Karriere als Superheld mit sich bringt zurückschrekt. Als Spider-Man erfolgreich wurde, färbte diese menschlichere Seite auf viele andere Superhelden ab, mittlerweile ist dieses Verhalten immer mehr zur Norm geworden.

Hulk ist zwar meist als Superheld klassifiziert, zeigt aber wenig Selbstkontrolle und bedrohte Menschen oft absichtlich und unabsichtlich. Deshalb wurde er auch oft von der Armee und anderen Superhelden gejagt.

Luke Cage and sein Partner Iron Fist gründeten eine Firma namens Heroes for Hire und verlangten Geld für ihre Hilfe.

Spawn, The Demon und Ghost Rider sind Dämonen aus der Hölle die durch Manipulation oder Zufall den Kräften des Guten in helfen. Hellboy hingegen ist ein Dämon, der vom fiktiven Bureau of Paranormal Research and Defense aufgezogen wurde und aus eigenem Antrieb Gutes tut.

Einige Superhelden wurden von Regierungen geschaffen oder angestellt, um ihr Land zu verteidigen oder anderen politischen Interessen zu dienen. Beispiele dafür sind Captain America, der während des zweiten Weltkriegs von der U.S. Armee geschaffen wurde, Alpha Flight, ein Superheldenteam, das von der kanadischen Regierung ins Leben gerufen wurde und X-Factor, ein Superheldenteam, das der U.S. Regierung unterstand.

Viele Superhelden haben keine Geheimidentität, zum Beispiel Wonder Woman oder die Mitglieder der Fantastic Four. Andere hatten eine Geheimidentität, enthüllten sie aber später der Öffentlichkeit. Beispiele dafür sind Captain America/Steve Rogers oder Iron Man/Tony Stark.

Manche Superhelden sind rehabilitierte Superschurken, insbesondere in den Reihen der X-Men tauchen viele solche Chararaktere auf. Beispiele sind Emma Frost, Rogue, Elektra oder Catwoman.

 


 Aufstieg der Superhelden im goldenen Zeitalter der Comics

1939 erschien Superman von Jerry Siegel und Joe Shuster erstmals in Action Comics #1. Obwohl der kostümierte Verbrechensbekämpfer Phantom schon vor ihm in Comicstrips auftrat, wird Superman allgemein als der erste Superheld gesehen. Er zeigte bereits viele der typischen Merkmale, die später definierend für das Genre werden sollten. So hatte Superman eine Geheimidentität, übermenschliche Kräfte und ein farbenfrohes Kostüm mit einem stilisierten S-Symbol und einem Cape. Der Begriff "Superheld" geht auf Superman zurück.

 

Die Reaktion auf Superman war überwältigend positiv, und DC Comics (damals noch National respektive American Comics) ließ in den Monaten darauf Hawkman, den Flash, Green Lantern, Batman und etwas später Robin sowie Wonder Woman auftreten. Wonder Woman war die erste weibliche Superheldin und für lange Zeit die einzig nennenswerte. Obwohl DC den Superheldenmarkt anfänglich dominierte, begannen bald andere Verlage ebenfalls Superheldencomics zu produzieren, neben Fawcett Comics mit Captain Marvel auch Marvel Comics (damals Atlas bzw. Timely) mit den Helden Human Torch und Sub-Mariner. Damals begann auch Will Eisner mit der Produktion seines Comics The Spirit, ein Charakter mit einigen Eigenschaften eines Superhelden, der schnell viele Fans gewann. Von Quality Comics stammte die erste Parodie des Genres, der surreale und humorvolle Plastic Man.

 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren Superhelden großteils den typischen Konventionen damaliger amerikanischer Belletristik unterworfen. Sie waren typischerweise weiße, heterosexuelle junge bis mittelalte Männer, die der Mittel- oder Oberklasse entstammten. Während des zweiten Weltkriegs stieg die Beliebtheit der superhelden an, trotz Rationierung von Papier und der Einberufung vieler talentierter Comicschaffender. Möglicherweise wollten die Menschen damals einfache Geschichten lesen, in denen das Gute über das Böse triumphierte. Als Reaktion auf diese Nachfrage begannen viele Superhelden die Achsenmächte zu bekämpfen und es wurden patriotische Helden wie Captain America geschaffen.

Nach dem Krieg schwand die Popularität der Superhelden. Ein Grund dafür war Dr. Frederick Wertham, der in seinem Buch Seduction of the Innocent die Behauptung aufstellte, Comics wären ein Auslöser für Jugendkriminalität. Wertham vertrat unter anderem die Ansicht, dass Superheldencomics vor "abartigen" sexuellen Untertönen nur so strotzten. Auch Horrorcomics und Kriminalgeschichten wurden angegriffen. Als Antwort auf Werthams Anschuldigungen wurde der Comics Code eingeführt, der Gewalt und Sex in Superheldencomics praktisch verbot. In den frühen fünziger Jahren waren Superhelden beinahe von der Bildfläche verschwunden, nur von den bekanntesten Charakteren (Wonder Woman, Batman und Superman) wurden weiterhin Serien produziert.

 

 Das silberne Zeitalter der Superhelden

1956 erschien eine neue Version des Flash bei DC Comics, die sofort ein Erfolg wurde. Daraufhin belebte das Unternehmen auch Hawkman, Green Lantern und einige andere wieder, meist mit einem moderneren, science-fiction basierten Ansatz. Außerdem startete DC eine Teamserie mit den größten Stars des Verlags, die Justice League of America.

 

Durch den Erfolg von DC angespornt, schuf Marvels Editor und Autor Stan Lee zusammen mit Zeichnern wie Jack Kirby und Steve Ditko ebenfalls einige Superheldenserien. 1961 erschien mit den Fantastic Four die erste neue Superheldenserie von Marvel. Lee legte viel Wert auf persönliche Konflikte und Charakterentwicklung, etwas das den perfekten Superhelden der 40er großteils gefehlt hatte. Dieser Ansatz führte zur Schöpfung vieler Helden, die kaum der üblichen Norm entsprachen:

 

The Thing (dt. das Ding), ein Mitglied der Fantastic Four war zwar superstark, besaß aber ein monströses Äußeres, für das er sich oft schämte.

Spider-Man war ein Teenager, der ständig pleite war und neben seinen Abenteuern als Superheld auch sein normales Leben meistern musste.

Der Hulk hatte eine Jekyll/Hyde-artige Beziehung mit seinem Alter Ego Bruce Banner und wurde von Wut angetrieben.

Die X-Men waren Mutanten, die ihre Kräfte durch genetische Veränderungen erhielten und von der Gesellschaft gehasst wurden.

In den späten Sechzigern und frühen Siebzigern begannen nicht-weiße Superhelden in Marvel Comics aufzutauchen. Der erste war der Black Panter, der Monarch des fiktiven afrikanischen Kleinstaates Wakanda. Weitere Beispiele sind Luke Cage, ein afroamerikanischer "Held für Geld" und Shang Chi, ein asiatischer Kampfsportler. Diese Charaktere waren oft stereotyp, Cages Sprachgebrauch war an die blaxploitation Filme jener Zeit angelehnt und asiatische Charaktere beherrschten beinahe durchwegs Kung-Fu oder Karate.

In dieser Zeit begannen auch starke weibliche Charaktere in den Superheldencomics aufzutauchen. In den frühen Sechzigern waren die Unsichtbare und Marvel Girl als schwache Frauen eingeführt worden, die hauptsächlich von den männlichen Helden gerettet wurden. In den Siebzigern wurden diese Charaktere aber selbstsicherer und es tauchten neue, starke Frauenfiguren auf. Marvels Spider-Woman, Storm, Ms. Marvel und DCs Power Girl sind einige Beispiele, die letzteren beiden waren allerdings stereotyp radikale Feministinnen.

 

 

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