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Das Mittelalter


Mittelalterliche Praxis und Theorie besteht in erster Linie in der Verknüpfung mit der Theologie, denn ihre Grundlage bildet die christliche Lehre, die es zu verbreiten und rational zu begründen galt.

Eines der Hauptthemen des mittelalterlichen Denkens ist deshalb die Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Wissen und der damit verbundene Versuch, den unvereinbar scheinenden Gegensatz von geoffenbartem Glauben und praktischer Erkenntnis zu überwinden.

Die erste Periode (ca. 200-700) fällt zum Teil noch mit der Antike zusammen. Ihr bedeutendster Vertreter ist Aurelius Augustinus, der die wichtigsten Grundlagen des gesamten mittelalterlichen Denkens legte.

Die theologisch-philosophische Lehre des europäischen Mittelalters wird Scholastik genannt (lat. "schola" = Schule). Mit diesem Begriff ist zugleich eine besondere Art und Weise der Begründung der Glaubenswahrheiten bezeichnet (scholastische Methode), die an den Klosterschulen praktiziert wurde.

Die Entwicklung der Scholastik erfolgte in drei Etappen. In der ersten Etappe, der sogenannten Frühscholastik (ca. 800-1200), bildete sich die scholastische Methode heraus, und es erfolgte die erste Auseinandersetzung mit den Schriften des Aristoteles, die in dieser Zeit bekannt wurden.

Die nachfolgende Hochscholastik (ca. 1150-1300) wird als Blütezeit der Scholastik bezeichnet. Sie ist gekennzeichnet durch das Bekanntwerden der übrigen Schriften des Aristoteles und den Versuch einer Verbindung der aristotelischen Philosophie mit christlichen Auffassungen (Thomas von Aquin). Darüber hinaus erfolgte die Auseinandersetzung mit der arabischen Philosophie. In der letzten Epoche, der Spätscholastik (ca. 1300-1400), erfolgt bereits der Niedergang der Scholastik.

Zu den Kernproblemen mittelalterlicher Philosophie gehört der Universalienstreit. Dabei geht es um die Frage, ob allgemeinen Begriffen eine eigene Realität zukommt oder ob sie nur Resultate des Denkens und der Sprache sind.

Bedeutungsvoll für die Entwicklung der Scholastik war die Gründung von Universitäten (12. Jahrhundert), die sich schnell zu Zentren des geistigen Lebens entwickelten.

 

 

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