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THEORIE der Beleuchtung

Die natürliche Art der Beleuchtung besteht aus Sonnenlicht und dem vom Himmel reflektierten Licht. Während des größten Teils unseres Lebens sehen wir eine ziemlich ausgeglichene Beleuchtung. die von diesen beiden Quellen, der Sonne und dem Himmel erzeugt wird. Licht breitet sich immer geradlinig aus, kann aber von Spiegeln durch Reflektion abgelenkt und - was noch wichtiger ist - bei der Ausbreitung durch Luft und Glas gebrochen wenden. Die Wirkung aller Linsen beruht auf dieser Brechung, um Licht- strahlen zu bündeln: in Kameras als auch in Scheinwerfern.

Licht wird durch Reflektion verändert und im allgemeinen reagiert die Kamera auf dieses reflektierte Licht, Diese Veränderung durch Reflektion ist wichtig, weil sie der Szene Form und Beschaffenheit verleibt. Uns beschäftigt ebenfalls sehr die Farbe der Lichtquellen Sonnenlicht und Glühfadenlampen verhalten sich ähnlich, weil sie beide Schwarze Strahler sind. Was ist nun ein Schwarzer Strahler ?

Stellen Sie sich vor. daß ein schwarzes Metallstuck erhitzt wird: Zuerst glüht es tiefrot, wenn es am Ende des sichtbaren Spektrums strahlt. und steigert sich dann über Weissglut bis zu einem intensiven Blau am anderen Ende des sichtbaren Spektrums, Das Gleichgewicht der Farbtemperatur hängt hauptsächlich von den relativen Anteilen von rot und blau ab, wobei die Farbtemperatur in Kelvin (K) ausgedruckt wird, Diese Maßeinheit basiert auf der Celsius-Skala und beginnt beim absoluten Nullpunkt bzw. -273,15 °C also T = 0 K. Sonnenlicht, das zu rot tendiert, liegt bei 4800 K, ein blauer wolkenloser Himmel liegt bei etwa 10 000 K.

Normalerweise sehen wir eine Mischung von Sonnen- und Himmelslicht: das durchschnittliche europäische Tageslicht liegt bei ungefähr 5600 K Die beste Methode. um sich den Bereich des Lichts zu verdeutlichen, ist es. sich eine Glühlampe mit einem leicht rosafarbenen Weiß und Tageslicht in einem leicht bläulichen Weiß vorzustellen. Wir sehen es natürlich niemals so, weil unser Gehirn den Farbunterschied ausgleicht. Die Fernsehkamera kann so eingerichtet werden, daß sie einfallendes Licht eines großen Bereiches akzeptiert, wenn sie aber auf 3200 K justiert ist erhält Tageslicht mit 5600 K einen leichten Blaustich.

Manche heutzutage verwendeten Lichtquellen. nämlich die Entladungslampen. wie Leuchtstoff-, Quecksilberdampf- oder Natriumdampf-(Straßen-)lampen, sind keine Schwarzen Strahler und senden daher Lichtstrahlen in einigen Spektrallinien aus. Obwohl diese Lampen eigentlich keine Farbtemperatur besitzen, hat man einen Vergleichswert, nämlich die ähnlichste Farbtemperatur. eingeführt In der Forschung sind große Anstrengungen unternommen worden. um die Farbwiedergabe-Eigenschaften von Entladungslichtquellen zu verbessern. Die HMI- und CID-Lampen sind gute Beispiele der modernen Lampentechnologie.

Es ist klar, daß wir bei der Studioarbeit Licht brauchen, aber auf welchen Bestimmungsgrößen fußt die Beleuchtung? Es gibt einige Faktoren, die bestimmen, wie Beleuchtung angewandt wird:

1) Um eine Kameraaufnahme zufriedenstellend zu ermöglichen. ist eine Mindesthelligkeit erforderlich. Diese ist zur Erzeugung eines guten Bildes von der Empfindlichkeit der Aufnahmeröhre, sowie dem optischen System der Kamera abhängig.

2) Der Schauplatz und das Geschehen (Tag. Nacht, Sonnenlicht,bedeckter Himmel etc.,).

3) Die Winkel und die Entfernungen der Scheinwerfer zum Objekt Bei unseren Lichtquellen müssen wir das umgekehrt quadratische Entfernungsgesetz berücksichtigen. welches aussagt. daß das Licht mit dem Kehrwert der Entfernung im Quadrat abfällt: d, h, bei Verdoppelung der Entfernung erhalten wir nur noch ein Viertel des Lichtwertes, Man kann ein Bild erhalten, wenn man die Szene einheitlich hell beleuchtet. das Resultat ist aber flach und uninteressant, z. B, ein grauer. verhangener Tag!

Ein Grund für das enttäuschende Ergebnis ist. daß das Fernsehen ein zweidimensionales System ist. im Gegensatz zur menschlichen Betrachtung. die uns dreidimensionale Bilder liefert. Das menschliche Auge ermöglicht es uns, Gestalt. und Tiefe zu erkennen. Fürs Fernsehen hingegen müssen wir Tiefe erzeugen

und dies kann nur durch die richtige Beleuchtung in Abhängigkeit vom Aufnahmegegenstand geschehen. Es ist wichtig, zu erkennen, daß nicht das Licht das Bild erzeugt, sondern die vom Licht geschaffenen Schatten. Ein einheitlich beleuchteter Gegenstand hätte weder Substanz noch Form. Im Studio können wir die Illusion von Tag oder Nacht, innen oder außen erzeugen. Ein weiterer Aspekt der Beleuchtung ist. bestimmte Stimmungen zu erzeugen. Wo eine freundliche Stimmung erforderlich ist, können ir Beleuchtung mit niedrigem Kontrast in Zusammenhang mit ziemlich hellen Farben einsetzen, Wo eine dustere Stimmung benötigt wird. setzen wir kontrastreiche Beleuchtung ein. die dunkle Schatten erzeugt und möglicherweise nur die wichtigsten Teile der Szene hervorhebt.

Aus Erfahrung können wir folgern, daß die Sonne eine relativ kleine (nach Flache) Lichtquelle darstellt und harte Schatten hervorhebt. Andererseits stellt der Himmel eine große Beleuchtungsfläche dar und schafft sehr weiche Schatten. In der Abenddämmerung wird das Sonnenlicht durch Staub in der Atmosphäre gebrochen, und dies bewirkt einen etwas weicheren Eindruck. In der Morgendämmerung ist die Atmosphäre hingegen frei von Staub. und das bewirkt hartes Licht mit hohem Kontrast. Die vom Licht erzeugte Stimmung ist auch abhängig von der Farbe des Lichts. Direktes Licht am Mittag ist gelb und wird am Abendrot (durch Staub in der Luft wird das blaue Licht zerstreut). Der Himmel neigt dazu, rotes Licht nach außen durchzulassen und blaues Licht zurück zur Erde zu reflektieren.

Ein Gegenstand, der vom Sonnenlicht erhellt wird, erscheint warm;Wenn er hingegen vom nördlichen Himmel beleuchtet wird, neigt er dazu, kalt zu erscheinen,wie wir nun beim Fernsehen feststellen werden, wird ein Scheinwerfer mit gerichtetem Licht unsere Sonne und ein Weichstrahler unseren Himmel darstellen.

 


PRAXIS GRUNDBELEUCHTUNG

 

Die folgenden Beschreibungen beziehen sich auf die Beleuchtung von Personen, es kann jedoch berücksichtigt wenden, daß alle Gegenstande auf ähnliche Weise behandelt werden können und daß jedes Bild so aufgebaut wird .

Das Führungslicht

Warum nennen wir es Führungslicht? Weil es die führende Rolle bei der Beleuchtung spielt und den Schlüssel zum gesamten Bild liefert. Es erzeugt die Stimmung und den Charakter der Darstellung und ist im allgemeinen selbst in der Lage. annehmbare Ergebnisse zu liefern. Es tragt jedoch nicht sonderlich zur Tiefe des Bildes bei, Man neigt dazu, das Führungslicht in einem vertikalen Winkel von 30° einzusetzen. der Bereich kann jedoch 20 bis 45° betragen. Der Bereich des horizontalen Einfalls liegt, um brauchbare Ergebnisse zu liefern. innerhalb von 45° auf jeder Seite der Normallinie. Wenn sowohl der horizontale als auch der vertikale Einfallswinkel etwa 30° betragt. erhalten wir gewöhnlich gute Resultate. Typische Lichtpegel liegen bei 1000 bis 2000 Lux

  Gegenlicht Das Gegenlicht oder auch Hinterlicht genannt dient zur Steigerung der Hintergrundabhebung und der Tiefe. Der Winkel des Gegenlichts zum Gegenstand sollte möglichst 45° in der vertikalen Ebene nicht überschreiten, Im Fernsehstudio ist es schwieriger, einen guten Gegenlichtwinkel zu erreichen. weil die Gegenstande oder Personen ziemlich weit im Studio stehen, Das Verhältnis zwischen Gegen- und Führungslicht beträgt üblicherweise 1 1, obwohl ein stärkeres Gegenlicht manchmal bei der Erzeugung von Stimmungen und Dramatik sinnvoll sein kann. Zwei Gegenlichter sind bei langhaarigen Darstellern vorteilhaft.

  Aufhell-Licht Aufhell- oder auch Füll-Licht genannt. wird oh als eine Grundbeleuchtung angesehen. worauf sich die Formgebung aufbaut Selbstverständlich benötigen Kameras einen bestimmten Lichtpegel, um gute Bildqualität zu liefern: man hat aber festgestellt, daß moderne Kameras auch Szenen mit hohem Kontrast noch recht gut verarbeiten können und die Grundbeleuchtung nicht mehr die Bedeutung wie in der Vergangenheit besitzt. Es ist wesentlich besser. die Szenerie und die Künstler als einzelne Gegenstände zu einer Totalen zusammengefaßt zu beleuchten, als die Fläche mit Weichstrahlern zu überfluten und dann Führungslichter zur Formgebung hinzuzufügen Man neigt dazu.

Aufhell-Licht als eine weiche Quelle zu betrachten. Dieses ist aber nicht unbedingt in allen Situationen anwendbar. Es wird oh festgestellt, daß ein seitliches hartes Licht sehr befriedigende Ergebnisse erzielt und das Führungslicht wird meist sorgfältig gesteuert. um genau diesen Effekt hervorzurufen. Weiches Licht ist kein schattenloses Licht und seine Position daher äußerst wichtig, Es wird meist eingesetzt, um die vom Führungslicht verursachten Kontraste zu vermindern. Das Aufhell-Licht besitzt eine Starke von etwa 500 Lux. Weiches Licht aus 45° zum Gegenstand würde einen Effekt wie ein doppeltes Führungslicht hervorrufen. Ein Weichstrahler von der Seite in Verbindung mit unserem 30°/30° Führungslicht führt zu den besten Ergebnissen. wie man aus unserer letzten Darstellung ersehen kann.

 

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