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Was sind Graffiti ?

Unreiner Entwurf:

Graffiti ist Malerei im öffentlichen Raum, mit Spraydosen auf Wandflächen, an Bussen und Bahnen an denen der Sprayer keine Rechte hat. Indem er mit seiner Malerei einen Ort und damit seinen "Herrschafts/Aufenthalts/Lebensbereich" markiert, stellt er die Machtfrage. Das Graffiti markiert einen Ort den der Künstler mit seinem Bildmotiv besetzt, im allgemeinen illegal und so Öffentlichkeit/Gemeineigentum behauptet. Das Graffiti besteht im allgemeinen aus dem Namen/ Namenskürzel/ Logo oder Begriff der den Writer bzw. sein Anliegen repräsentiert.

Dabei wird das Wort individuell gestaltet, ganz im Sinne des klassischen bürgerlichen Kunstbegriffs. Novität und ästhetische Wirkung vermittelt das Graffiti durch besondere Form, Farbe und Größe. Sie spielen die wesentliche gestalterische Rolle, dazu kommt der Schwierigkeitsgrad der Anbringung und die Unverschämtheit des gesetzlichen Regelverstosses.

Da die Anbringung der Malerei (Graffiti) illegal erfolgt und als Sachbeschädigung der vorgefundenen Malfläche/Wandfläche nach der gültigen Rechtsauffassung gewertet wird, befindet sich der Maler in der Rolle des Straftäters. So wird er von der Justiz und den Wandbesitzern gesehen und auf Schadensersatz und Beseitigung der Malerei hin verfolgt. Der Sprayer befindet sich in einem Kampf um Sichtbarkeit im öffentlichen Raum in der Gegnerschaft zu Hauseigentümern und Staatsorganen, als ein David gegen Goliath. Er hat das Recht nicht auf seiner Seite darum arbeitet er als Terrorist gegen den Mainstream der Gesellschaft, indem er der Gesellschaft das Lebens und Ausdrucksrecht des Einzelnen gegenüber der konformen Masse entgegen hält.

Die meisten heute agierenden Sprayer wollen ihr Selbst und Ihre Probleme mit der Gesellschaft ausdrücken. Die äußere Darstellung einer inneren Befindlichkeit wollen sie öffentlich machen. Ein Ausweg aus einem zunehmend von außen gesteuerten Leben in einer technisch orientierten Gesellschaft schien den "Expressionisten" und dem "Art Brut" die Orientierung an der Lebensweise primitiver Naturvölker zu sein, die noch von innen heraus leben. Man könnte die expressionistischen Werke also als ideologische Vorläufer für die heute vereinzelt zu findenden politischen Graffiti sehen, die meistens auch einen Protest gegen gesellschaftliche Lebensumstände darstellen bzw durch taggen einen Existenzbeweis geben.

 

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