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Geschichte der Photographie

Die Entwicklung der Photographie zeigt sich als Evolution des optischen Aufnahmeapparats, der Trägerschicht des Bildes und der chemischen Entwicklung des Bildes. Der Vorläufer der heutigen Kamera war die Camera obscura, ursprünglich ein abgedunkelter Raum mit einem winzigen Loch in einer Wand,(lateinisch: dunkle Kammer). Das durch dieses Loch einfallende Licht projizierte auf die gegenüberliegende Wand ein auf dem Kopf stehendes, seitenverkehrtes Abbild der Außenwelt. Aristoteles im 4. Jahrhundert v. Chr. kannte schon dieses Prinzip. Später nutzten Künstler die Camera obscura als Hilfe zum naturgetreuen Zeichnen. Im 16. Jahrhundert gelang es, die Qualität der oft unscharfen Abbildung mit Hilfe von Sammellinsen zu verbessern. Die ursprüngliche Camera obscura wurde dann im17. Jahrhundert zu einem transportablen Kasten weiterentwickelt.

Im 18. Jahrhundert war die Lichtempfindlichkeit von Silbernitrat und Silberchlorid bereits seit einiger Zeit bekannt. Die britischen Wissenschaftler Thomas Wedgwood und Sir Humphry Davy begannen Ende des 18. Jahrhunderts damit Experimente mit der Aufzeichnung photographischer Bilder durchzuführen. Auf mit Silberchlorid überzogenem Papier machten sie Aufnahmen von Gemälden, Blattumrissen und menschlichen Profilen. Diese Photographien waren jedoch unbeständig, da die Papieroberfläche außerhalb der Dunkelkammer mit der Zeit nachschwärzte.

Dem französischen Physiker Joseph Nicéphore Niepce gelangen 1827 erstmals recht stabile Aufnahmen -so genannte Heliographien -mit einer Camera obscura. Er brauchte noch sehr lange Belichtungszeiten zur Aufnahme. Der französische Theatermaler Louis Jacques Mandé Daguerre machte um 1831 Bilder auf Kupferplatten, die mit einer lichtempfindlichen Silberiodidschicht überzogen waren. Anschließend wurden diese Kupferplatten mit Quecksilberdampf entwickelt. Allerdings waren auch diese Aufnahmen wegen der Nachdunklung nicht beständig. Die ersten dauerhaften Photographien >Daguerreotypien< gelangen Daguerre- auf einer Silberplatte wird mit jeder Belichtung ein nicht weiter reproduzierbares Bild erzeugt. Er überzog die entwickelten Platten mit einer starken Lösung aus Natriumthiosulfat. Dieses Fixierverfahren war von dem britischen Erfinder William Henry Fox Talbot nach Vorarbeit des Astronomen John Frederick Herschel entwickelt worden.

Während Daguerre seine Methode mit Niepce weiterentwickelte, kreierte Talbot ein Verfahren zur Herstellung photographischer Negative, von denen eine unbegrenzte Zahl von Abzügen erstellt werden konnte (Negativ-Positiv-Verfahren). Das Negativ-Positiv-Prinzip erwies sich als zukunftsweisend. Talbot erkannte, dass die Belichtungszeit der mit Chlorsilber überzogenen Papiernegative durch die Benetzung mit Silbernitrat und Gallussäure und durch die Entwicklung mit eben dieser Lösung stark verkürzt werden konnte. Anschließend musste das Negativ mit Natriumthiosulfat fixiert werden. Bei Talbots Verfahren, der so genannten Calotypie, waren Belichtungszeiten von nur etwa 30 Sekunden erforderlich, aber das Papiernegativ hatte eine grobkörnige Struktur.Daguerre und Talbot gaben ihre Verfahren 1839 bekannt. Bereits drei Jahre später war die Belichtungszeit für Daguerreotypien und Calotypien auf einige Sekunden reduziert worden.

Der britische Bildhauer und Photograph Frederick Scott Archer (1813-1857) führte 1851 Glasplattenträger anstelle von Papier ein. Da die Negative in nassem Zustand belichtet und entwickelt werden mussten, war eine nahe gelegene Dunkelkammer erforderlich, in der die Platten vorbereitet und unmittelbar nach der Belichtung entwickelt werden konnten. Als Bindemittel diente Kollodium, das kurz zuvor von dem Schweizer Chemiker Christian Friedrich Schönbein entdeckt worden war. Der amerikanische Photograph Mathew B. Brady nutzte Archers Kollodiumverfahren, um mit Hilfe von fahrbaren Dunkelkammern, die von Pferden gezogen wurden, Photographien von den Schlachtfeldern des Amerikanischen Bürgerkrieges anzufertigen.

Da das nasse Kollodiumverfahren schwer handhabbar war, unternahmen verschiedene Wissenschaftler den Versuch, ein Negativ zu entwickeln, das in trockenem Zustand belichtet werden konnte und nicht unmittelbar nach der Belichtung entwickelt werden musste. Der Durchbruch gelang dem britischen Chemiker Joseph Swan mit der Entdeckung, dass sich die Lichtempfindlichkeit von Silberbromidemulsionen durch Anwendung von Hitze steigern ließ. Außerdem entwickelte Swan ein Bromsilberpapier, das er 1879 patentieren ließ. Zwischen 1848 und 1860 entwickelten Alexandre Bequerel und Abel Niepce de Saint-Victor, ein Neffe Joseph Niepces, die erste, allerdings unbeständige, Farbphotographie. Erst 1891 gelang es Gabriel Lippmann, ebenfalls ein Franzose, ein photographisch aufgenommenes Bild über einen längeren Zeitraum zu fixieren.

1878 bekam der US-Photograph Edward Muybridge den Auftrag vom Eisenbahnkönig Leland Stanford eine Wette durch einen Kamerabeweis zu entscheiden " Sind beim Trab die Hufe des Pferdes einmal alle in der Luft?" Durch die von Muybridge dafür entwickelte Serienphotographie war es ihm möglich die Wette zu lösen.

 

Um 1883 erfand der amerikanische Industrielle George Eastman einen langen, mit einer lichtempfindlichen Emulsion überzogenen Papierfilmstreifen. 1880 gründete er seine Firma Kodak, die sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Rollfilmen und Rollfilmkameras spezialisierte. Die Erfindung des Rollfilmes markiert den Beginn einer neuen Epoche der Amateurphotographie.

Verbesserungen auf dem Gebiet der Schwarzweißphotographie ermöglichten auch jenen Menschen einen Zugang zum Medium, die nicht über die Mittel oder das Wissen verfügten, um mit den früheren, komplizierten Verfahren umzugehen. Die ersten kommerziellen Farbfilme, die nach einem von Auguste und Louis Lumière entwickelten Verfahren Autochromes Lumière benannt wurden, waren seit 1907 erhältlich.

In den zwanziger Jahren führten Verbesserungen auf dem Gebiet photomechanischer Druckverfahren zu einer großen Nachfrage nach Photographien durch Zeitungen und Zeitschriften.

Die Kleinbildkamera für kleinformatigen Film, der ursprünglich für die Kinematographie bestimmt gewesen war, wurde 1925 in Deutschland eingeführt. Die Leica wurde aufgrund ihrer Kompaktheit, Wirtschaftlichkeit und optischen Vorteile bei Amateur- und Berufsphotographen schnell beliebt. In den dreißiger Jahren ersetzte der leichter handhabbare Kolbenblitz den Magnesiumblitz.

Mit Einführung der beiden Farbumkehrfilme Kodachrome (1935) und Agfacolour (1936) wurde die Farbphotographie äußerst populär. Der 1941 eingeführte Kodacolour-Farbnegativfilm kurbelte die Verbreitung weiter an.

Während des 2. Weltkrieges wurden zahlreiche photographische Verfahren zunächst für militärische Zwecke entwickelt, bevor sie im zivilen Bereich genutzt werden konnten. Dazu gehörten neue chemische Methoden zur Filmentwicklung und -fixierung. Auch wurden in den vierziger Jahren Wechselobjektive gebräuchlich. 1947 kam auf der Grundlage des von Edwin H. Land entwickelten Sofortbildverfahrens die Polaroidkamera auf, die die fertigen Abzüge direkt nach der Aufnahme liefert.

In den fünfziger Jahren bis heute konnte die Empfindlichkeit von Schwarzweiß- und Farbfilmen durch neue Herstellungsverfahren enorm gesteigert werden.Die Digitalisierung von Photographien (d. h. die Umwandlung der Lichtwerte in Binärinformationen) durch Scanner leitete das Zeitalter der elektronischen Bildverarbeitung seit ca 1980 ein.

Seit 1990 beginnt der Siegeszug der elektronischen Photographie und die Grenzen zwischen chemischer Photographie und elektronsicher Photographie beginnen zu verwischen. Das elektronische Bild kann dann auf einem Fernsehschirm oder Monitor betrachtet oder über einen Drucker auf Papier gebracht werden.

Inzwischen können mit Hilfe von Computerprogrammen Manipulationen an Aufnahmen vorgenommen werden, lassen sich Elemente einer Photographie austauschen oder ersetzen. Damit hat die photographische Aufnahme als Garant authentischer Wirklichkeitsbeschreibung endgültig ausgedient.

 

Technische Hintergründe

Das Photo entsteht als Negativ auf einem lichtempfindlich beschichteten Film. Der Film [engl. Häutchen] ist ein glasklarer, etwa l/l0 mm dicker, biegsamer Träger der lichtempfindl. Schicht. Man unterscheidet die Photographienach den Abmessungen der erzielten Bildgrößen (z. B. 6x9) oder nach ihrer Breite (35 mm Kleinbild-F,) sowie nach der Art ihrer Verpackung (Roll-F., F.-Pack, Plan-F.). WeitereAngaben bezeichnen die Emulionsart (orthochromatischer F., panchromatischer F., Farb-F., Röntgen -F.),die Lichtempfindlichkeit in DINoder ASA und den Verarbeitungszweck: Negativ-, Positiv-, Umkehrfilm.

Nach der Konfektionierung werden Filme unterschieden in Rollfilm (auf eine Spule gewickelter Film mit Papierunterlage, meist in den Formaten 6x9 cm, 6x6 cm, 4,5x6 cm, zur Verwendung in Rollfilmkameras), Planfilm (zum Einlegen in Kassetten bestimmte einzelne Filmblätter zur Verwendung in Plattenkameras) und den mit dem Kinenormalfilm ident. Kleinbildfilm (in Tageslichtpatronen, Einlegepackungen und als Meterware zur Verwendung in Kleinbildkameras); Kleinbildfilm haben eine Lichtsignierung, die auf den Filmrand kopiert und nach der Entwicklung sichtbar wird und die den Hersteller, die Filmart, die Bildnummer u.a. angibt. Für spezielle Einsatzgebiete wurden entsprechende Filme geschaffen, wie Dokumentenfilm, Mikratfilm und Mikrofilm zur Aufnahme von Schriftstücken, Zeichnungen usw. Kunstlichtfilm als Farbfilm ist ausschließlich bei Beleuchtung mit Fotoleuchten zu verwenden, als Schwarzweißfilm eignet er sich wegen der hohen Rotlichtempfindlichkeit vorzugsweise für Kunstlichtaufnahmen. Die wichtigsten Eigenschaften der Filme sind: a)Allgemeinempfindlichkeit; b)die Farbempfindlichkeit, die durch die Sensibilisatoren beeinflusst wird; Schwarzweißfilme sind in der Hauptsache orthochromatisch (nicht für Rot empfindlich) und orthopanchromatisch bzw. panchromatisch (für alle Farben empfindlich, Letztere v.a. für Kunstlicht geeignet) sensibilisiert; c)die Schwärzungskurve; d)die Körnigkeit, die mit steigender Empfindlichkeit i.Allg. zunimmt und bes. bei Kleinbildfilmen wegen der notwendigen Vergrößerungen möglichst gering gehalten sein soll (Feinkornfilm); e)das Auflösungsvermögen, das i.Allg. mit zunehmender Empfindlichkeit abnimmt und in Linien je mm angegeben wird (bei mittelempfindl. Schwarzweißfilmen etwa 100 Linien/mm); f)Lichthoffreiheit, d.h., dass eine Überstrahlung der Lichter durch den entstehenden Lichthof möglichst unterdrückt wird.

Das digitale Photographieren ohne Film wurde seit Mitte der neunziger Jahre Massengeschäft. Die Auflösungen der Photos entspricht der Bildqualität gewöhnlicher PC-Monitore z.Zt 17 Zoll.

 

Links:

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Literatur:

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