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Technische Entwicklung des Films

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Es war einmal...

Der technische Fortschritt macht sich vielleicht nirgends so augenfällig bemerkbar wie im Filmbereich. In den fünfziger Jahren gab es 32mm und 16mm Filmformat und für den Hausgebrauch die Normal-8-Kameras mit Filmen, die gerade mal 3 Minuten belichtet werden konnten. Dann musste der Film erst entwickelt werden. Umständlich war auch das Abspielen und das Schneiden. Nicht anders lief das mit den späteren Super-8-Kameras. Mit Normal- und Super-8-Kameras drehte der Amateur noch auf richtigem Film. Die Schärfe wurde per Hand eingestellt, Tonfilmkameras waren erst ab 1975 erhältlich. Die Spule mit einer Filmlänge für dreieinhalb Minuten musste zur Entwicklung eingeschickt werden. Auf der Leinwand prüfte man zwei Wochen später, ob die Bilder gelungen waren. Weil Bild und Ton versetzt aufgenommen wurden, gab es beim Schnitt dann oft Tonsprünge von einer Sekunde. Manchmal fehlten auch ganze Worte.

 

Die 80er Jahre: Das Videozeitalter beginnt

Doch die Zeiten der Super -8- Filmerei sind fast vergessen. In den achtziger Jahren tauchten die ersten Videokameras auf. Zunächst noch mit einem schweren externen Rekorder, später als Camcorder, der Kamera und Rekorder in einem Gehäuse verband. Groß und klobig bespielten sie beispielsweise normale VHS-Kassetten, die über den Videorekorder gleich angeschaut werden konnten. Der Video-Camcorder der achtziger Jahre übernahm meist automatisch das Scharfstellen und Belichten. Je nach Kassette waren 60- oder sogar 90-Minuten lange Aufnahmen möglich und die ließen sich zudem gleich am Fernseher betrachten. Die Qualität der Bilder war viel schlechter als die der Super-8-Kameras. Das änderte sich mit den Nachfolgesystemen S-VHS-C und Hi8 zum Teil.

 

Die analogen Videosysteme VHS-C und Video-8

VHS-C- und Video-8 sind für den ein brauchbares System, der für wenig Geld ab und zu Schnappschüsse drehen und damit kein Archiv für die Nachkommen anlegen will. VHS-C-Kassetten lassen sich per Adapter mit einem normalen VHS-Rekorder abspielen. VHS-C- und Video-8-Camcorder gibt es ab ca. 700 Mark, Kassetten mit Laufzeiten zwischen 60 und 120 Minuten ab 7 Mark.

 

Die analogen Highband-Videosysteme S-VHS-C und Hi-8

Bessere Bildqualität bieten die analogen Highband-Systeme S-VHS-C und Hi8. Diese Geräte bieten üppige Ausstattung für gehobenere Ansprüche wie zum Beispiel Überblendungen, Bildstabilisator und viele Effekte. Hi8-Camcorder können auch Video-8-Kassetten, die S-VHS-C-Camcorder auch VHS-C-Kassetten abspielen. Highband-Camcorder gibt es ab 950 Mark, die Kassetten ab 15 Mark - aber auch das ist nichts für die Nachwelt.

 

Mini-Digital-Video-Camcorder mit der besten Bildqualität

Wie in beinahe allen Bereichen machte auch vor den Camcordern die digitale Technik nicht halt. Perfekte Bilder und Kopieren ohne jeglichen Verlust der Schärfe oder von Farben ist nun möglich. Digitale Aufnahmen sind also genau richtig für den anspruchsvollen Amateurfilmer, der verlustfrei nachbearbeiten und archivieren will. Die kleinen Kameras bieten viel Ausstattung, die winzigen Tasten sind aber nicht immer gut zu bedienen. Auch können durch die kompakte Bauweise störende Laufwerkgeräusche aufs Band geraten. Mini-DV-Camcorder gibt es für unter 2.000 Mark, 60-Minuten-Kassetten ab 20 Mark. Am oberen Ende der Videofilmerei stehen die 3-Chip-Digitalcamcorder für 5.000 bis 10.400 Mark. Die halb-professionellen Kameras mit perfekten Bildern werden selbst von technisch weniger anspruchsvollen Fernsehsendern zunehmend für Reportagen eingesetzt. Die Anschaffung lohnt sich allerdings nur, wenn auch die entsprechenden Geräte zur Nachbearbeitung vorhanden sind. Nur dann lassen sich Qualität und Ausstattung wirklich sichtbar nutzen.

 

Preiswerte Alternative zu Mini-DV: Sony's Digital-8-System

Die neuen Digital-8-Camcorder von Sony sind da eine günstige Alternative. Es zeichnet auf Hi8-Kassetten auf, deren Laufzeit sich aber verkürzt. Ein 90-Minuten-Hi8-Band erlaubt 60 Minuten Digitalaufzeichnung. Die Bilder sind denen von Mini-DV-Camcordern vergleichbar. Aber: Die Geräte sind wesentlich größer als die DV-Minis und haben weniger Ausstattung. Digital-8-Camcorder spielen die nicht digitalen alten Hi8- und Video-8-Aufnahmen ab und wandeln diese sogar in digitale Bilder - ohne dabei allerdings die Qualität zu verbessern. Digital-8-Camcorder sind ab 1.500 Mark erhältlich, Hi8-Kassetten ab 15 Mark.

 

Digitales Videofilmen der Zukunft

Der neueste Schrei: Digitalcamcorder, die Videos auf Band und Fotos auf Karten speichern. Dadurch soll die bisher recht miese Qualität der Standfotos von Digitalcamcordern verbessert werden. Es gibt auch schon Digitalcamcorder, die Videofilme statt auf Band auf Speicherkarten aufzeichnen. Sie bieten wegen des enormen Speicherbedarfes aber nur mäßige Bildqualität und sind denn auch vornehmlich für Kurzvideos gedacht, die in das Internet eingespeist werden. Einige Hersteller bereiten sich schon auf die nächste Camcordergeneration vor. Hitachi experimentiert mit kleinen DVD-Scheiben als Speichermedium, Sony mit MiniDisc-Speichern. Die Daten bleiben aber digital, nur der Datenträger ist ein anderer. Das bedeutet: Kaufen Sie heute einen Digitalcamcorder, werden auch künftige Geräte mit den Bits und Bytes etwas anfangen können. Die Daten sind nämlich auf jeden erdenklichen Träger ohne Verlust kopierbar.

 

Nachbearbeitung digitaler Videos

Schneiden kann man die Digitalaufzeichnungen genauso wie die alten VHS- oder Video-8-Bilder. Einfach mit einem Videorekorder die Szenen hintereinander aufnehmen. Mit einer Einfügefunktion, neudeutsch Insert, können sogar Szenen eingefügt werden. Bei einigen Camcordern lassen sich Szenen vorher auswählen und in gewünschter Reihenfolge überspielen. Fast bildgenaues Schneiden gelingt mit einem Schnittpult. Für alle Methoden gilt aber: Das Bild verschlechtert sich, wenn analoge Rekorder eingesetzt werden. VHS-Rekorder mit Insertfunktion kosten ab 1.000, Digital-Rekorder ab 3500 Mark, Schnittpulte ab 400 Mark.

 

Non-lineares Schneiden

Mit speziellen digitalen Schnittgeräten gelingt sogar der sogenannte nicht-lineare oder auch non-lineare Schnitt. Das bedeutet: Die Bilder können auch nach dem ersten Zusammenschneiden wieder in eine andere Reihenfolge verschoben, einzelne Szenen verkürzt und Effekte eingearbeitet werden. Der nur für den Schnitt zu verwendende Schnittcomputer namens Casablanca beherrscht den non-linearen Schnitt. Er speichert die Bilder aus dem Camcorder auf einer Festplatte. Dadurch kann das Gerät sofort und in beliebiger Reihenfolge auf jedes Bild zugreifen. Die Handhabung ist denkbar einfach, das System für digitalen Schnitt kostet allerdings 4.200 Mark und soll im Sommer 2000 auf den Markt kommen.

 

Nachbearbeiten mit PC oder iMac

Nicht-linear lässt sich aber auch am Heimcomputer schneiden. Über eine Videoschnittkarte gelangen die Daten in den Rechner. Nachbearbeitungsprogramme bieten mit Effekten, Titeln und Blenden fast professionelle Möglichkeiten der Filmgestaltung. Der iMac-DV von Apple kostet rund 3.000 Mark - inklusive Software und Videokarte. Einfach einschalten und loslegen. Dagegen kostet ein geeigneter PC heute unter 2.000 Mark. Plus Schnittsoftware. Ab 500 Mark gibt es Komplettpakete mit Videokarte, Kabel und Software. Allerdings muss man dann alles selbst in Betrieb nehmen. Grundkenntnisse im Umgang mit Computern sind Voraussetzung für die Bearbeitung mit iMac oder PC. Dafür kann nach Herzenslust geschnitten werden - ohne Qualitätsverluste. Ein wenig Geduld kann auch nicht schaden. Lange Rechenzeiten der Elektronik und Computerabstürze sind bei umfangreicheren Filmwerken nicht selten.

 

Mehr oder weniger Komfort?

Den teueren und anfangs recht komplizierten Computerschnitt kann sich sparen, wer ohne Effekte und bildgenauem Schnitt auskommt. Nicht nur der Umgang mit der Software will geübt sein, auch schon die Vielzahl der unterschiedlichen Angebote muss gesichtet werden. Oft sind Geräte und Programme nicht zusammen anwendbar, so dass Adapter oder Software-Updates hinzu gekauft werden müssen. Und noch ein Tipp: Originalzubehör für Camcorder ist oft recht teuer. Fragen Sie ihren Händler nach Akkus, Ladegeräten und sonstigen Zusätzen von Alternativherstellern. Beinahe für jeden Marken-Camcorder werden diese wesentlich billiger angeboten.

Quelle: http://www.ndrtv.de/ratgebertechnik/themen/filmemachen.html

 

 

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