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Die Magie des Films
Durch Magie des Kinos lachen, weinen und die Welt vergessen

Von den Anfängen als skurriles Jahrmarktsvergnügen zum attraktiven Bestandteil der Massenkultur brauchte der Film kaum mehr als hundert Jahre. In ihrem Kern blieb die Faszination der „bewegten Bilder" immer gleich. Die Erfolgsstory des Mediums Film lebt von Mythen, Menschen großen Leidenschaften und legendären Momenten.

 Hunderttausende von Kinofilmen sind seit der Erfindung des Filmtechnik 1895 in diesem Jahrhundert von Hongkong bis nach Hollywood produziert worden. Doch nur wenige entfalteten jene magische Kraft der Bilder, die sie auch im nächsten Jahrtausend unvergeßlich machen: Jüngstes Beispiel sind Leonardo Di Caprio und Kate Winslet als Liebende im Rausch der Gefühle an der Bugspitze der „Titanic".

 Ob Marilyn Monroe im duftig-weißen Kleid, das sexy hochgewirbelt wird (Das verflixte siebente Jahr, 1955), James Dean mit ,dem Gewehr über der Schulter in der Pose des Gekreuzigten (Giganten, 1955): Es sind oft nur Augenblicke, die sich ins Gedächtnis einbrennen und Legenden begründen.

 Die Duschszene aus Alfred Hitchcocks Thriller „Psycho'' (1960), Anita Ekbergs Bad im Trevi-Brunnen in Federico Fellinis .,La dolce vita' (1959) oder die beiden Engel auf der Berliner Siegessäule in Wim Wenders „Der Himmel über Berlin" (1987) sind nur einige der großen Momente der Filmgeschichte.


Stummfilmstars

An die wie Ikonen wirkenden Gesichter der Stummfilmstars Asta Nielsen und Pola Negri oder die tragikomischen Gestalten von Charly Chaplin und Buster Keaton wird man sich noch lange erinnern. Ihren Platz im kollektiven Gedächtnis haben auch Marlene Dietrich (19011992) als Verführerin aus „Der blaue Engel" (1930) und John Wayne (1907-1979) als Western-Star des Jahrhunderts. Der russische Stummfilmregisseur Sergei M. Eisenstein schuf 1925 in seinem Revolutionsdrama „Panzerkreuzer Potemkin" die berühmte Treppenszene, die auch jetzt noch Filmstudenten als Beispiel für meisterliche Montagetechnik gilt. Der deutsche Fritz Lang inszenierte mit „Metropolis" 1927 einen eindrucksvollen Klassiker.


Tonfilm

„Say, Ma, listen to this" („Also, Mama, hör dir das mal an) waren die ersten hörbaren Worte von der Leinwand gesprochen in „Der Jazzsänger" (1927). Seither hat das Kino immer wieder für berühmte Sätze gesorgt. „Spiel's noch mal, Sam" und „Ich schau Dir in die Augen, Kleines" aus dem Kultfim „Casablanca" (1942) mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman sind die wohl meistzitierten Worte der Filmgeschichte.


Liebe und Leidenschaft

Liebe und Leidenschaft hat in den dunklen Sitzreihen der Filmtheater stets die Herzen höher schlagen lassen. Besonders berühmt sind die legendären Filmküsse von Vivien Leigh und Clark Gable in dem Epos „Vom Winde verweht" (1939) oder der zupackende Strandkuß von Burt Lancaster und Deborah Kerr in „Verdammt in alle.Ewigkeit"; (1953).

In den 70er Jahren wurden die gerade gelockerten Moralvorstellungen auf den Prüfstand gestellt. Skandalfilme wie Bernardo Bertoluccis „Der letzte Tango von Paris", Marco Ferreris „Das große Fressen" oder Nagisa Oshimas „lm Reich der Sinne" spalteten das Publikum. Und der Schwede Ingmar Bergman zeigte in „Szenen einer Ehe" 1973 das psychische Elend hinter Freiheitsanspruch und ewiger Glücksuche.

Die bislang zehn kommerziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten, darunter „Jurassic Park" „Krieg der Sterne" „,E.T. " und Roland Emmerichs „Independence Day" variieren die Flucht in fremde Welten, bieten Spannung, sagenhafte Tricks und ein Happy End.

 Im Fernseh- und Computerzeitalter hat das Kino nichts an Faszination verloren. Die Filme werden immer teurer. An den Grundstrukturen der alten Geschichten und der Magie ihrer Helden wird sich im nächsten Jahrhundert kaum etwas ändern. Denn die Wünsche der Fans bleiben gleich: Sie wollen im Dunklen sitzen, sich fürchten und verlieben, lachen, weinen und die Welt vergessen..

nach KARIN ZINTZ 1999

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