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Einführung in das Arbeiten mit elektronischen Farben

1.Farbmodi und Farbmodelle/ LAB- Modell/ RGB-Modell/ CMYK-Modell/ 2.Farbumfänge/ 3.Wählen eines Farbmodus/ 4.Einführung in das Wechseln von Farbmodi/ 5.Einführung in Vollton- und Prozeßfarbtypen

1.Farbmodi und Farbmodelle

Wenn Sie eine Farbe in einem Dokument erstellen, können Sie dazu den LAB-, RGB- oder CMYK-Farbmodus wählen. Jeder Farbmodus entspricht dem standardmäBigen L*a*b-, RGB- bzw. CMYK-Farbmodell zur Farbenbeschreibung und -reproduktion.


a. LAB- Modell

L*a*b-Farben bestehen aus einer Luminanz- oder Helligkeitskomponente (L) und zwei chromatischen Komponenten, der a-Komponente (von grün bis rot) und der b-Komponente (von blau bis gelb).Das L*a*b-Farbmodell basiert auf dem Modell, das von der „Commission Internationale d'Eclairage" (CIE) im Jahr 1931 als internationaler Standard für die Farbmessung vorgeschlagen wurde. 1976 wurde dieses Modell verfeinert und in CIE L*a*b umbenannt.

L*a*b-Farben sind geräteunabhängig, d. h. konsistente Farben werden unabhängig von dem Gerät erstellt (z. B. Bildschirm, Drucker oder Scanner), mit dem das Bild erstellt oder reproduziert wird.

Einführung in den LAB-Modus

Sie können mit Farbwerten im LAB-Farbmodus arbeiten, der auf dem L*a*b-Farbmodell basiert (die Sternchen wurden aus dem Namen weggelassen). Im LAB-Modus liegt der Wert für die Luminanzkomponente (L) zwischen O und 100. Die Werte der a-Komponente (Grün-Rot-Achse) und der b-Komponente (Blau-Gelb-Achse) liegen zwischen -127 und +127.

Da im LAB-Modus Helligkeitsdaten unabhängig von Farbdaten gespeichert werden, ist dieser Modus nützlich, wenn Sie die Helligkeit einer Farbe anpassen möchten, ohne eine Farbtonverschiebung auszulösen. LAB ist das interne Farbmodell, das von InDesign bei der Konvertierung von einem Farbmodus in einen anderen Farbmodus verwendet wird, da der LAB-Farbumfang die Farbumfänge der anderen Farbmodi vollständig umfaBt.


b. RGB-Modell

Ein groBer Prozentsatz des sichtbaren Farbspektrums kann durch Mischung von Licht in den Farben Rot, Grün und Blau (RGB) in verschiedenen Verhältnissen und Intensitäten dargestellt werden. Wo sich diese Farben überlagern, ergeben sich Zyan, Magenta und Gelb.

Die RGB-Farben werden als additive Farben bezeichnet, da durch das Mischen von R, G und B WeiB entsteht, d. h. alles Licht wird in das Auge zurückreflektiert. Additive Farben werden für Beleuchtung, Fernseher und Computerbildschirme verwendet. Auf Ihrem Bildschirm werden zum Beispiel Farben erzeugt, indem Licht durch roten, grünen und blauen Phosphor ausgestrahlt wird.

Einführung in den RGB-Modus

Sie können mit Farbwerten auch im RGBFarbmodus arbeiten, der auf dem RGB-Farbmodell basiert. Im RGB-Modus kann jede der RGBKomponenten einen Wert zwischen O (Schwarz) und 255 (WeiB) aufweisen. Eine hellrote Farbe könnte zum Beispiel den R-Wert 246, den G-Wert 20 und den B-Wert 50 aufweisen. Wenn die Werte für alle drei Komponenten gleich sind, ergibt sich ein Grauton. Wenn alle Komponenten den Wert 255 aufweisen, ergibt sich reines WeiB, und wenn alle Komponenten den Wert O aufweisen, ergibt sich reines Schwarz. 


c. CMYK-Modell

Während im RGB-Modell eine Lichtquelle erforderlich ist, um Farben zu erstellen, basiert das CMYKModell auf der Tatsache, daB auf Papier gedruckte Farbe Licht absorbiert. Wenn weiBes Licht auf durchscheinende Farbe trifft, wird ein Teil des Spektrums absorbiert. Nicht absorbierte Farben werden in das Auge zurückreflektiert.

Die Kombination aus reinem Zyan (C, cyan), Magenta (M), und Gelb (Y, yellow) ergibt Schwarz, da alle Farben absorbiert oder subtrahiert werden. Daher werden diese Farben als subtraktive Farben bezeichnet. Schwarze (K) Farbe wird hinzugefügt, um intensivere Schatten zu ermöglichen. (Der Buchstabe Kwurde eingeführt, weil Schwarz die „Schlüsselfarbe", engl. key color, für die Registrierung anderer Farben ist und weil der Buchstabe B, engl. black, auch für Blau, engl. blue, steht.) Die Kombination dieser Farben zur Farbenreproduktion wird als Vierfarbendruck bezeichnet.

Einführung in den CMYK-Modus

Sie können mit Farbwerten ebenfalls im CMYKFarbmodus arbeiten, der auf dem CMYKFarbmodell basiert. Im CMYK-Modus kann jede der CMYK-ProzeBfarben einen Wert zwischen 0 und 100 % aufweisen. Den hellsten Farben werden niedrige Prozentwerte der Prozeßfarben zugewiesen, dunklere Farben weisen höhere Prozentwerte auf Ein helles Rot könnte zum Beispiel 2 % Zyan, 93 % Magenta, 90 % Gelb und 0 % Schwarz enthalten. In CMYK-Objekten liegen niedrige Farbprozentwerte näher an Weiss und hohe Farbprozentwerte näher an Schwarz.

Verwenden Sie CMYK-Farben, wenn Sie ein Dokument vorbereiten, dass mit Prozessfarben gedruckt werden soll.

2. Farbumfänge

Der Farbumfang auch Farbraum genannt, eines Farbsystems ist der Bereich der Farben, die angezeigt oder gedruckt werden können. Das Spektrum der für das menschliche Auge sichtbaren Farben ist breiter als jede Methode der Farbreproduktion.

Der RGB-Farbumfang umfaßt die Untergruppe der Farben, die auf einem Computer- oder Fernsehbildschirm sichtbar sind (der rotes, grünes und blaues Licht ausstrahlt). Einige Farben, zum Beispiel reines Zyan oder reines Gelb, können auf einem Bildschirm nicht genau angezeigt werden. Der kleinste Farbumfang ist der Farbumfang des CMYKModells. Er besteht aus Farben, die mit Hilfe von ProzeBfarben gedruckt werden können. Wenn Farben, die nicht gedruckt werden können, auf dem Bildschirm angezeigt werden, werden sie als Farben außerhalb des Farbumfangs bezeichnet (d. h. sie liegen auBerhalb des CMYK-Farbumfangs).

Anmerkung: Wenn Sie das Farbmanagement einschalten, können Sie steuern, wie Farben bei der Ubertragung zwischen verschiedenen Farbumfängen angepasst werden, indem Sie Render-Prioritäten angeben.

A. Sichtbares Spektrum B. RGB-Farbumfang C. CMYK Farbumfang

In der Farben-Palette und in den Dialogfeldern „Neues Farbfeld" bzw. „Farbfeldoptionen" wird ein Farbumfangswarnsymbol ( ~ ) angezeigt, wenn Sie eine LAB- oder RGB-Farbe auBerhalb des Farbumfangs wählen - d. h. eine Farbe, die nicht mit Hilfe von CMYK-ProzeBfarben reproduziert werden kann.

Neben dem Symbol wird ein kleines Farbfeld angezeigt, das die innerhalb des CMYK-Farbumfangs nächstgelegene Farbe gemäB dem Separationsprofil enthält. Klicken Sie auf das kleine Farbfeld, um diese Farbe anstelle der auBerhalb des Farbumfangs liegenden Farbe zu verwenden.

3. Wählen eines Farbmodus

Verwenden Sie einen Farbmodus, der in Verbindung mit den endgültigen Medien optimal funktioniert. Da die Farbmodi unterschiedliche Farbumfänge aufweisen, können durch die Wahl eines ungeeigneten Farbmodus die verfügbaren Farben eingeschränkt oder Farben verfügbar werden, die im endgültigen Medium nicht reproduziert werden können. AuBerdem sollten Sie einen Farbmodus wählen, bevor Sie mit dem Festlegen von Farben beginnen, da ein Wechsel des Farbmodus zu unerwünschten Farbverschiebungen führen kann, wenn die Farben in einen anderen Farbumfang übertragen werden.

 

Druckveröffentlichungen Für Dokumente, die auf einer Druckpresse mit ProzeBfarben gedruckt werden, sollten Sie Farben im CMYK-Farbmodus festlegen, da dieser den CMYK-Prozessfarben einer Vierfarbendruckpresse entspricht. Für Dokumente, die in Volltonfarben gedruckt werden, können Sie einen beliebigen Farbmodus verwenden. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Druckerei, ob ein Farbabstimmungssystem für Volltonfarben empfohlen wird.

 

Online-Veröffentlichungen Für Dokumente, die vor allem online angezeigt werden, sollten Sie Farben nach dem RGB-Farbmodell festlegen, da dieses dem RGB-Phosphor entspricht, der in Videobildschirmen mit Kathodenstrahlröhren verwendet wird. Sie können auch Farben aus der Web-Farbfeldbibliothekverwenden. Diese Farben sind„web-sicher", d. h. sie führen in gängigen Web-Browsern nicht zu Dithering (grobes Erscheinungsbild).

 

Medienübergreifende Veröffentlichungen Für Dokumente, die auf Papier gedruckt und auf vielen Bildschirmen angezeigt oder zur Anzeige im Fernsehen oder in anderen Medien wiederverwendet werden, sollten Sie Farben entweder nach dem RGBFarbmodell oder nach dem geräteunabhängigen LABFarbmodell festlegen. Diese Farbmodelle bieten Ihnen Farbumfänge, die umfassend genug sind, um in verschiedenen Medien eingesetzt zu werden. Mit Hilfe des Farbmanagements können Sie Dokumentfarben automatisch an den Farbumfang des jeweiligen Mediums anpassen.

 

4.Einführung in das Wechseln von Farbmodi

Sie können den Farbmodus, mit dem eine Farbe definiert wird, auch ändern. Wenn Sie den Farbmodus wechseln, während das Farbmanagement ausgeschaltet ist, wird eine Farbe in die nächsten mathematisch äquivalenten Farbwerte im neu gewählten Farbmodus konvertiert. Zum Beispiel wird eine rote CMYK-Farbe mit den Werten C = 0, M = 100, Y = 100 und K = 0 in die RGB-Werte R = 255, G = 0 und B = 0 konvertiert. Wenn Sie den Farbmodus wechseln, während das Farbmanagement eingeschaltet ist, werden Farbwerte mit Hilfe der standardmäBigen Quellprofile konvertiert.

Da die Farbwerte in den Farbmodi unterschiedlich verwendet werden, ist mit dem Wechsel des Farbmodus normalerweise eine Rundung der Farbwerte verbunden. Zum Beispiel werden für RGB drei Farbwerte verwendet, für CMYK jedoch vier, so daB sich die Farbwerte nicht genau entsprechen können. Der Rundungsfehler summiert sich bei jedem Wechsel des Farbmodus. Daher sollten Sie den Farbmodus für eine Farbe nicht mehrmals wechseln.

5.Einführung in Vollton- und Prozeßfarbtypen

Sie können Farben entweder als Vollton- oder als ProzeBfarbtypen kennzeichnen. Dies entspricht den beiden Farbtypen, die im gewerblichen Druck hauptsächlich verwendet werden. In der Farbfelder-Palette können Sie den Farbtyp einer Farbe mit Hilfe von Symbolen bestimmen, die neben den Namen der Farben angezeigt werden.

a.Volltonfarben

Eine Volltonfarbe ist eine spezielle vorgemischte Farbe, die an Stelle von oder zusätzlich zu CMYKProzeBfarben verwendet wird und für die eine eigene Druckplatte auf einer Druckpresse erforderlich ist. Verwenden Sie Volltonfarben, wenn wenige Farben festgelegt sind und FarbgenauTgkeit entscheidend ist. Mit Volltonfarben können auch diejenigen Farben genau reproduziert werden, die auBerhalb des ProzeBfarbenumfangs liegen. Das genaue Erscheinungsbild der gedruckten Volltonfarbe wird jedoch durch die Kombination der von der Druckerei gemischten Farbe sowie das Druckpapier bestimmt, so daB sich die von Ihnen festgelegten Farbwerte und das Farbmanagement nicht auswirken. Wenn Sie Volltonfarbwerte festlegen, beschreiben Sie dadurch lediglich das simulierte Erscheinungsbild der Farbe auf Ihrem Bildschirm und Ihrem CompositeDrucker (gemäB den Farbumfangsbeschränkungen dieser Geräte).

Für gedruckte Dokumente sollten Sie eine Volltonfarbe aus einem Farbabstimmungssystem festlegen, das von der Druckerei unterstützt wird. Zum Lieferumfang von InDesign gehören verschiedene Bibliotheken für Farbabstimmungssysteme (siehe „Laden von Farben aus anderen Farbsystemen" auf Seite 265).

Minimieren Sie die Anzahl der verwendeten Volltonfarben. Für jede Volltonfarbe, die Sie erstellen, muB eine zusätzliche Volltonfarbdruckplatte für eine Druckpresse erstellt werden. Die führt zu höheren Druckkosten. Wenn Sie der Meinung sind, daB mehr als vier Farben erforderlich sein könnten, sollten Sie das Dokument mit Hilfe von ProzeBfarben drucken.


b. Prozeßfarben

Eine Prozessfarbe wird mit Hilfe einer Kombination aus vier standardmäBigen ProzessdruckLarben gedruckt: Zyan, Magenta, Gelb und Schwarz (CMYK). Verwenden Sie ProzeBfarben, wenn so viele Farben erforderlich sind, daB der Druckauftrag mit einzelnen Volltondruckfarben zu teuer oder nicht durchführbar wäre, zum Beispiel beim Drucken von Farbfotos. Beachten Sie die folgenden Richtlinien, wenn Sie eine Prozessfarbe festlegen:

Für gedruckte Dokumente sollten Sie ProzeBfarben mit Hilfe von CMYK-Werten aus ProzeBfarbenReferenzdiagrammen festlegen, die zum Beispiel in Druckereien erhältlich sind.

 

Die endgültigen Farbwerte einer ProzeBfarbe sind die dazugehörigen CMYK-Werte. Wenn Sie also eine ProzeBfarbe im RGB- oder LAB-Modus festlegen, werden diese Farbwerte in CMYK konvertiert, wenn Sie Farbseparationen drucken. Diese Konvertierungen funktionieren anders, wenn Sie das Farbmanagement einschalten. Sie werden durch die von Ihnen festgelegten Profile beeinflusst.

 

Vermeiden Sie Prozessfarben in Dokumenten, die nur für die Online-Anzeige bestimmt sind,da der CMYK-Umfang kleiner ist als die Farbumfänge eines normalen Bildschirms.

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