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A.R. PENCK ( 1939 - 1917 )

* 5. Oktober 1939 in Dresden; † 2. Mai 2017 in Zürich, eigentlich Ralf Winkler (Pseudonyme waren Mike Hammer, T.M., Mickey Spilane, Theodor Marx, a.Y. oder Y), war ein deutscher Maler, Grafiker und Bildhauer und Jazzmusiker. Vertreter des Neoexpressionismus in Malerei und Bildhauerei. Er entwickelte ein Zeichensystem, dessen Formensprache den Kürzeln prähistorischer Felsbilder ähnelt, aber existenzielle Problematiken tranportiert. Er erneuerte auch die expressive Skulptur.

In den Jahren 1953/54 besuchte er bereits Mal- und Zeichenkurse an der Volkshochschule und wollte Steinbildhauer werden.

Nach erfolgloser Lehrstellensuche in diesem Bereich begann Penck 1955 eine Lehre als Werbezeichner und hatte im gleichen Jahr eine erste Ausstellung seiner Bilder in Dresden. Seine Lehre brach er nach kurzer Zeit ab und bewarb sich ohne Erfolg bei der Hochschule der Bildenden Künste in seiner Heimatstadt.

Ab 1957 nahm Penck verschiedene Tätigkeiten auf, um sich den Lebensunterhalt zu finanzieren und arbeitete unter anderem als Nachtwächter oder in einer Margarinefabrik, ohne jedoch die Malerei aufzugeben. Nachdem seine Bewerbung bei der Volksarmee abgelehnt wurde, hatte er in den Folgejahren zahlreiche Ausstellungen; außerdem erschienen erste Bücher und er legte sich das Pseudonym A. R. Penck zu, das er erstmals 1969 verwendete. 1971 war Penck Mitbegründer der Künstlergruppe "Lücke" und diente in den Jahren 1973/74 der Volksarmee, zu der er doch noch einberufen wurde. Es entstanden Filme, Bilder und Plastiken in Lindenau und Dresden, bis der Künstler 1980 in die Bundesrepublik nach Kerpen (bei Köln) immigrierte. Zusätzlich zu seinen vielfältigen Tätigkeiten wurde er Herausgeber der Zeitschrift "Krater und Wolke" und zog später, nach einem längeren Aufenthalt in Israel, nach London. In den Folgejahren erhielt Penck Preise für seine Werke, schaffte Skulpturen und hatte weltweit Ausstellungen und Retrospektiven. Dem folgte 1988 ein Ruf an die Düsseldorfer Kunstakademie, dem der "Vater der neuen Wilden" nachkam.

In seinen Bildern benutzte er Strichmännchen und grafischer Bildzeichen, die an Höhlenmalerei, asiatische Kalligrafie und Graffiti erinnern. In den 1970er Jahren entstanden seine von ihm so bezeichneten "Standart-Bilder".

Penck war Teilnehmer der Documenta 5 in Kassel im Jahr 1972 in der Abteilung Individuelle Mythologien und auch auf der Documenta 7 (1982) und der Documenta IX im Jahr 1992 als Künstler vertreten. Für die Documenta 6 (1977) waren Bilder von ihm vorgesehen, deren Ausstellung durch Einwirken eines Inoffiziellen Mitarbeiters der Staatssicherheit der DDR auf einen hessischen Parlamentarier verhindert wurde.

 

Penck wurde in den 1980er Jahren zu den „Neuen Wilden“ gezählt. In dieser Zeit trat er auch als Schlagzeuger bzw. Keyboarder in der Gruppe Triple Trip Touch (aka T.T.T. oder TTT) auf, die er gemeinsam mit Frank Wollny gegründet hatte – häufige gemeinsame Auftritte mit Frank Wright, Frank Lowe, Jeanne Lee, Alan Silva, Peter Kowald, Helge Leiberg, Clarence Sharpe oder Louis Moholo folgten.

Penk abstrahiert wie Keith Haring oder Fritz Schwegler die Wirklichkeit auf Gattungszeichen Attribute und Symbole. Er beschreibt in seinen Bildern mit Hilfe von Zeichen und Symbolen existentielle Themen des Menschen und gesellschaftliche Systeme ; damit gehört er zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart.

In einem kurzen Manifest von 1988 schreibt er:

Gegen Farbe- für Form
Gegen Stimmung- für Gestalt
Gegen Gefühl - für System
Gegen Fantasie - für Realität
Gegen Lösung -für Spannung

Penck war nie allein auf Malerei fixiert. Er verfasste Gedichte, Essays und theoretische Texte. Auch als Jazzmusiker (Gesang, Schlagzeug, Kontrabass, Gitarre, Flöte und Klavier) trat er auf und veröffentlichte Tonträger,[6] die er mit eigenen Covermotiven versah.

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kunstwissen.de

 
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