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Jörg Immendorff ( 1945 -2007 )

 

 

Jörg Immendorff, Maler und Bildhauer, geb.14.6. 1945 in Bleckede (Kreis Lüneburg); trat zunächst mit Fluxus-Aktionen (auch mit seinem Lehrer J.Beuys) hervor. Neben einer von sozialkritischen oder ökologischen Anliegen getragenen Kunst zeichnete sich seit Mitte der 1970er-Jahre ein neues Interesse an einer gestisch-intuitiven und individuellen Malerei ab. In Deutschland wird dieser Neoexpressionismus von Immendorf eingesetzt. Seine Arbeiten befassen sich kritisch mit Gesellschaft, Politik und Kunstbetrieb und nehmen die Historienmalerei wieder auf (u.a. »Café Deutschland«, 1977/78; »Café de Flore« (1990/91).

Die 1960er- bis 1980er-Jahre bringen mit basisdemokratischen Bestrebungen auch in der Kunst ein verstärktes Interesse an kritischen Äußerungen: historische (A. Kiefer, ), persönlliche( D. Salle, Clemente) und politische (J. Immendorff, Penk, R. Longo) Fragestellungen werden in stilistischer Nachfolge von Pop-Art und Expressionismus thematisiert. Graffiti (K. Haring) und Materialexperimente (S. Polke) spielen in die Kunst hinein.

Inzwischen sind die abstrakten und gegenständlichen Strömungen, die naturalistischen, chiffrierenden und expressiven Tendenzen »postmodern« auf das Engste miteinander verwoben.

 

1945 geboren am 14. Juni in Bleckede, am westlichen Elbeufer, unweit von Lüneburg

1963-64 dreisemestriges Studium der Bühnenkunst bei Theo Otto an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf

1964 Aufnahme in die Klasse von Joseph Beuys an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf

1965-66 Verschiedene Aktionen und Manifestationen an der Kunstakademie, darunter in Fulda "deutsch deutsch deutsch", in Aachen "vietnam vietnam vietnam"

1968-70 Federführende Organisation von "Lidl"-Akademien in Düsseldorf und in anderen Städten des In- und Auslandes

1968-80 Kunsterzieher, ab 1971 an der Dumont-Lindemann-Hauptschule in Düsseldorf

1971 Projekt "Die Arbeit an meiner Hauptschule"

1972 Teilnahme an der "documenta 5"

1976 Herbst, erste Begegnung mit dem in Dresden lebenden Künstler A.R. Penck (Ralf Winkler) in Berlin (DDR). Erstes gemeinsames Kurzmanifest zur Arbeit als Kollektiv. Teilnahme an der Biennale in Venedig

1977 am 1. Mai zweites Zusammentreffen mit Penck in Berlin (DDR). Schließt ein Aktionsbündnis mit Penck; in der Folge verschiedene gemeinsame Aktivitäten und Ausstellungen, u.a. "Penck malt Immendorff, Immendorff malt Penck". Beginn der Bildserie zum "Café Deutschland"

1978 erste Ausstellung von "Café Deutschland"-Bildern in der Galerie Michael Werner, Köln

1979 Besuch bei Penck in Dresden. Seit Ende der 70er Jahre Mitarbeit in der Grünen/Bunten-Bewegung, "Initiative Bunte Liste Düsseldorf" (IBL)

1980 Ausstellungsprojekt "Malermut rundum" in Bern

1981 Gastprofessur an der Konsthoegskolan in Stockholm

1982-83 Teilnahme an der "documenta 7"; Serie "Café Deutschland/Adlerhälften"; weitere Gastlehrtätigkeit an der Kunstakademie Hamburg, der "Klasse F+F" in Zürich und an der Kunstakademie Trondheim

1984 Eröffnung des "Café Paloma", St. Pauli, Hamburg

1984-85 Gastlehrtätigkeit an der Werkschule Köln und an der Akademie der Bildenden Künste München

1985 Gestaltung einer großen Hans-Albers-Figur für Hamburg; Einzelausstellung in St. Etienne (F), Maison de la Culture

1987/88 Aufenthalt in Auckland/Neuseeland

seit 1989 Professur an der Städelschule in Frankfurt am Main

1992 Beginn der Werke zu "Gyntiana"

1993 Beginn der Werke zu "The Rake's Progress"

1996 Übernahme einer Professur an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf

1997 Auszeichnung mit dem "Premio Marco 1996" des Museums für Moderne Kunst in Monterrey, Mexiko (dem weltweit höchstdotierten Kunstpreis) für sein Gesamtwerk; Ernennung zum Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg

1997 Herbst, Berufung auf eine "Visiting Professorship at Academy of Fine Arts in Tianjin" in der Volksrepublik China.

1999 31. August, Einweihung der 25 Meter hohen Skulptur "Elbquelle" in Riesa (Sachsen)

2002 16. November, Übernahme einer Gastdozentur an der Pekinger Kunstakademie

Jörg Immendorff starb am 28 Mai 2007 in Düsseldorf.

 

Link:  http://www.cfa-berlin.com/artists/joerg_immendorff/works/splash/

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