<<


Hume, Gary ( 1962 - )
.....

Gary Hume (geb. 1962 in Kent, England) wurde Ende der 80er-Jahre mit der Serie „Doors“ einer der Shooting Stars der Young British Art. Bis heute entstanden etwa 50 Werke, die zu dieser Serie zählen. In Bregenz ist eine repräsentative Auswahl zu sehen, u.a.: „Door“, 1988, eine der ersten Arbeiten, „Dream”, 1991, „Girl Boy, Boy Girl“, 1991 und „All he knows”, 2000. Den zumeist mehrteiligen, aneinander gereihten Gemälden auf MDF-Platten oder Leinwand liegen Format und formale Struktur real existierender Türen von öffentlichen Institutionen wie Krankenhäusern, Schulen etc. zugrunde. Mit der Aneinanderreihung der Türbilder und ihrer reduzierten Gestaltung nimmt Gary Hume Bezug auf die Heroen der 60er- und 70er-Jahre der amerikanischen „Color Field”-, „Hard Edge”- und „Shaped Canvases”-Bewegung.

Ellsworth Kelly hatte bereits 1949 in einem seiner Schlüsselwerke, „Window, Museum of Modern Art, Paris”, die Proportionen und Maße eines Fensters des Pariser Museums auf zwei zusammengesetzten Leinwänden zum Ausgangspunkt seiner „Anti-Komposition” gemacht. Neben den bekannteren Türbildern schuf auch Gary Hume eine ganze Reihe von Fensterbildern. Gary Humes Spiel mit kunsthistorischen Querbezügen und sein Humor zeigen sich z.B. auch darin, dass die runden Fensteröffnungen und rechteckigen Türgriffe der „door panels” unwillkürlich an die abstrahierte Mickymaus der berühmten Stahlskulptur „Geometric Mouse, Scale A”, 1969, von Claes Oldenburg gemahnen. In „Welcome”, 2002, wird das Türbild tatsächlich zu einem lächelnden Gesicht – einem Smiley, indem der Künstler den beiden runden Fenstern eine halbkreisförmige Linie hinzufügt. Die abstrakten Bildelemente und Formen Quader, Rechteck und Kreis – werden bei Hume inhaltlich doppelt besetzt: Bilder können Fenster oder Türen werden und umgekehrt oder aber auch Gesichter.

 

Den bislang noch zu wenig beachteten Zeichnungen Gary Humes ist ein ganzes Stockwerk im Kunsthaus gewidmet. Zu den schönsten Arbeiten zählen seine Pflanzen- und Blumenarbeiten. Hier könnte eine Genealogie der Eleganz und Linienschönheit und der Sparsamkeit der Mittel zu den Arabesken eines Henri Matisse sowie den berühmten „plant drawings“ Ellworth Kellys gezogen werden.

Gary Hume entwickelte eine unverwechselbare Maltechnik zur Umsetzung seiner Vorstellungen. Er benutzt im Handel erhältliche Haushaltslacke in bereits gemischten Farbtönen, die er auf den horizontal liegenden Bildträger gießt. Um eine glatte, ebene Oberfläche zu erhalten, verwendet er als Bildgrund Aluminiumtafeln. Grundsätzlich gilt, dass die Malerei Gary Humes nur im Original ihre Wirkung entfalten kann. Durch den Glanz- und Spiegeleffekt der Lackfarbe, die oft nahe beieinander liegenden Farbwerte, die nur im Streiflicht wahrnehmbare Reliefbinnenzeichnung entzieht sie sich weitgehend der Reproduktion durch Fotografie und Druck – eine Strategie zur „Rettung der Malerei“. . . ."


Gary Hume

* Kent (England), 1962 A member of the phenomenal group of British artists who graduated from Goldsmiths College in 1988, Hume came to the attention of the art world with his extensive series of door paintings. These achieve an interesting balance between figuration and abstraction. Painted in household gloss on large-format sheets of metal or MDF to imitate the double swing-doors found in hospitals and other institutions, they are the ultimate in representational painting, but at the same time, they are two-dimensional studies reduced to circles and rectangles. More recently, Hume has been taking his subject matter from the imagery of popular culture to create large, shimmering works in enamel paint that explore the seductive possibilities of surface, colour and form. Again, these are not easily categorized as either figurative or abstract — images and shapes are immediately recognizable but are subjugated both to the emotional aura they convey and to the intellectual investigation of painting they undertake.

siehe This is Modern Art by Matthew Collings ISBN- 0-8230-5362-8

 

Links:

 

 

 

 

kunstwissen.de

 
>