<<


Franz Ackermann ( - )
.....

Mit Michel Majerus zusammen gehört Franz Ackermann zu den exponiertesten Vertretern der zeitgenössischen Malerei. In großformatigen, teilweise raumgreifenden Gemälden operiert er suggestiv mit der Wahrnehmung der Außenwelt, ihren assoziationsgeladenen Strukturen, Farben, Formen, Illusionen und Klischees. Das zentrale Erfahrungsmoment in Ackermanns Werk ist das Reisen. Er entwickelte seine malerischen Ansätze zu Beginn der 90er Jahre während eines einjährigen Aufenthaltes in Hongkong, dem weitere Reisen nach Asien, Südamerika und Australien folgten. Phänomene wie Globalisierung, die rasende Entwicklung der Informationstechnik, die beschleunigte Wahrnehmung und Simultaneität spiegeln sich in Ackermanns Aneignung von Welt, vernetzen und überlagern sich.

Franz Ackermann setzt sich in seinen Arbeiten mit den Wünschen der Menschen auseinander und erforscht, wie diese durch Werbung und Kulturindustrie beeinflusst und geprägt werden. Insbesondere der Tourismus, eine der gewinnträchtigsten Einnahmequellen der westlichen Welt, stellt er in seinen Arbeiten an den Pranger. "Tourists Are Money" sang die englische Punk-Band Sex Pistols 1977 in ihrem Song God Save the Queen. Zwanzig Jahre später griff Ackermann den Satz anlässlich der Ausstellung Urban Living auf und schrieb ihn mit schwarzen Lettern an die Wand des Ausstellungs-raums. Seither sind Formen der Ortsbesetzung sein künstlerisches Thema. Er reflektiert, wie Tourismus in Kultur-Terrorismus umschlägt.

Seine Serien großformatiger Bilder, die er auch auf den Wänden der U-Bahnstation Georg-Brauchle-Ring anbringen wird, nehmen mit den Mitteln der Malerei kulturelle Formen der Vereinnahmung in den Blick. Darin kombiniert er mediale und virtuelle Ansichten von der Welt und führt die mit dem Tourismus verbundene Zerstörung des realen Raumes vor. Reiseerfahrungen, touristische und wirkliche Bildwelten, die auf Bilder von Architektur und Städtebau zurückführen, finden Eingang in seine Arbeit.

Er versucht aber auch seinen eigenen, inneren "Weltraum" zu präsentieren. Der Titel "mental maps" - wie Ackermann seine großformatigen Arbeiten nennt - verweist auf die Versuche des Stadtplaners Kevin Lynch, der Versuchspersonen Stadtpläne aus dem Gedächtnis zeichnen ließ, um so die völlig unterschiedlichsten Sichtweisen von sozialen, Alters- und Berufsgruppen zu erforschen. Auch Franz Ackermann hat eine "mental map" angelegt, in der Raumeindrücke, Architekturerfahrungen, Kultur- und Farberlebnisse ineinanderfließend sichtbar werden.

Redaktion: Baureferat München



Franz Ackermann, Christian Jankowski, Michel Majerus, Manfred Pernice, Daniel Pflumm, Tobias Rehberger

 

 

Update #3 im Museum Wolfsburg knüpft an die Ausstellung German Open: Gegenwartskunst in Deutschland an, die im Kunstmuseum Wolfsburg im Jahr 1999 realisiert worden ist und zeigt Werke einiger Künstler, die in dieser Ausstellung vertreten waren und die als Neuerwerbungen Eingang in die Sammlung des Museums gefunden haben.

Im Nordsaal werden drei zentrale Arbeiten zu sehen sein: Eine Rauminstallation von Michel Majerus, in der man sich um wandhohe Bilder auf gebogenen Wänden herumbewegen muss, eine Deckenarbeit von Tobias Rehberger, die das "Nadelöhr" zur dritten Arbeit bildet, dem Dosenfeld ' von Manfred Pernice, einer Rauminstallation aus Holztonne, Maschendrahtzaun und einem Doppelcontainer, in dem ein Videodisplay eingelassen ist.

Leuchtzeichen und zwei Videoarbeiten von Daniel Pflumm erwarten den Besucher im nächsten Kabinett. Im anschließenden Raum sind Gemälde von Franz Ackermann zu sehen. Ein großer Fernseher mit bequemer Sitzgelegenheit (Sofa) dominiert den letzten Raum. Hier wird der Besucher mit Christian Jankowskis "Wolfsburg"-Arbeit aus der Ausstellung entlassen.

Michel Majerus' Arbeit mit dem Titel The Space is where you'll find it aus dem Jahr 2000 besteht aus acht großformatigen Computerausdrucken, die auf Polyurethanfolie ausgeführt sind und auf gebogenen Wänden angebracht werden. Alle acht Einzelarbeiten tragen separate Titel und sind je nach Raumsituation jeweils in neuer Kombination zu installieren. In seinen Bildern kombiniert Majerus verschiedene Zitate, Stile und Bildmotive aus der Kunstgeschichte und der Bilderwelt der Konsumgesellschaft. Neben den Teletubbies finden sich Heroen aus Computerspielen, stilisierte Verweise auf die Malerei des Abstrakten Expressionismus und die Pop Art.

Tobias Rehberger hat eine ursprünglich für die Räume der Kunsthalle Basel konzipierte Installation für Wolfsburg angepasst und sie erstmals während der Ausstellung German Open gezeigt. Stets sind die Arbeiten des Künstlers ortsbezogen. Er arbeitet mit Möblierungen, Einrichtungen und befasst sich mit der Gestaltung von Innen- und Außenräumen. Ausgangspunkt sind in der Regel persönliche Erfahrungen des Künstlers

 

und die Auseinandersetzung mit vorgefundenen Raumkontexten. In dieser Arbeit hat Rehberger das Deckenniveau des Ausstellungsraumes abgesenkt - ausgehend von den Körpergrößen von fünf Mitarbeitern der Kunsthalle Basel - und so in der Ausstellung ein Hindernis errichtet. Lampe und Material spielen mit dem Formenvokabular der sechziger und siebziger Jahre sowie mit den Sehgewohnheiten der Museumsbesucher, die sich bücken müssen, um die monochromen Farbfelder der Decke zu sehen.

Die raumgreifenden Installationen, architektonischen Einbauten, skulpturale Setzungen Manfred Pernices vermitteln durch verschobene Proportionen und sichtbar bleibenden Arbeitsspuren einen provisorischen, undefinierbaren Charakter. Wände und Fassaden lassen keine klare Aussage über Innen- und Außenraum zu.

 

Bei Manfred Pernices Arbeit 1a Dosenfeld '00 handelt es sich um ein durch einen Zaun eingegrenztes Areal, auf dem sich 29 dosenförmige Gebilde und 4 Container befinden, von welchem einer eine Projektion zeigt.

Seit Anfang der 90er Jahre sind in verschiedenen Berliner Clubs und Bars (z. B. Elektro, WMF, Panasonic) Videotapes von Daniel Pflumm zu sehen gewesen, deren Bilder sich aus dem Motivspeicher der Informationsgesellschaft speisen. Er untersucht die Form und Dramaturgie verschiedenster Sendungen und wählt für seine Arbeiten kurze Sequenzen wie Publikationsapplaus oder die Sprecherhaltung in einer Nachrichtensendung. Als extrem kurze sich wiederholende Schleifen erscheinen bekannte, fest standardisierte Gesten grotesk und entleert, während in anderen Videos Firmenlogos und

Michel Majerus' Arbeit mit dem Titel The Space is where you'll find it aus dem Jahr 2000 besteht aus acht großformatigen Computerausdrucken, die auf Polyurethanfolie ausgeführt sind und auf gebogenen Wänden angebracht werden. Alle acht Einzelarbeiten tragen separate Titel und sind je nach Raumsituation jeweils in neuer Kombination zu installieren. In seinen Bildern kombiniert Majerus verschiedene Zitate, Stile und Bildmotive aus der Kunstgeschichte und der Bilderwelt der Konsumgesellschaft. Neben den Teletubbies finden sich Heroen aus Computerspielen, stilisierte Verweise auf die Malerei des Abstrakten Expressionismus und die Pop Art.


Franz Ackermann: The Waterfall- October 19, 2002 – September 28, 2003

>Helicopter give me your bed <, 2001

Wallpainting, 1100 x 1000 cm, Walker Art Center, Minneapolis, USA

The Waterfall is the title of German artist Franz Ackermann’s site-specific wall painting which will be executed in the MCA’s second floor lobby. Painted directly on the 24-foot-high North lobby wall, Ackermann’s vibrant network of bold colors and forms will greet visitors as they enter the museum’s main entrance. Visually dazzling and disorienting, Ackermann’s paintings vacillate between abstract composition and representational cityscape or landscape and present the artist’s own fleeting impressions of particular places to which he has traveled. Embodying the excitement and flux of cities in today’s increasingly globalized society, Ackermann’s work also reflects the flurry of building activity, economic fluctuation, and cultural readjustment in his home base of Berlin. This will be the first time Ackermann’s work will be presented in Chicago. This exhibition is curated by Associate Curator Staci Boris.

 

The Waterfall commission is generously supported by Sara Albrecht, with additional support from the Goethe Institut Inter Nationes Chicago.

 

kunstwissen.de

 
>