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Dali, Salvador (1904-1989)

Text II / Bilder

 

Kurzbiographie: Spanischer Maler und Grafiker , geboren in Figueras (Katalonien) 11.5. 1904, gestorben am 23.1. 1989 in Port-Lligat (=Cadaqués; Costa Brava). Von 1929-34 Mitglied der Surrealistengruppe in Paris. Von 1940-48 in den USA.

Salvador Dali wird als einer der großen Künstler des 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen, dem es gelang, sich zu einer der Leitfiguren des Surrealismus zu entwickeln - zu dem er seine eigentümliche paranoid-kritischen Methode beitrug - und der als einer der ersten sein Leben und sein Werk zu einem Gegenstand des Marketing machte.Dalís Motive sind Ausdruck surrealist. Irrationalität und bewegen sich in einer Traum- und Assoziationswelt die er im Stil der Renaissance malt. Er bevorzugte religiöse und sexuelle Themen. Objekte und Entwürfe für Schmuck sowie Filme (Anteil an Bunuels »Der andalusische Hund« und »L'âge d'or«) und Aktionen , dazu zahlreiche Schriften. Doch wird er zugleich wegen seiner zahlreichen schöpferischen Facetten auch einen Ehrenplatz unter den Avantgardisten zugewiesen bekommen: Er durchlief praktisch alle Malstile einschließlich der jüngsten hyperrealistischen Strömungen, kombinierte die bildende Kunst mit der Literatur und war ein Pionier des Dialogs zwischen Kunst und Wissenschaft.


Der Maler Salvador Dali wurde in Figueres geboren und starb auch in Figueres; sein Hauptwerk ist das Museumstheater, zu dem er jenes alte Theater umgestaltete, das bereits den Rahmen einer seiner allerersten öffentlichen Ausstellungen gebildet hatte. Dali wurde in seinem Museumstheater bestattet, unmittelbar neben der Kirche, in der sowohl seine Taufe als auch seine Totenmesse stattgefunden hatte - Anfang und Ende einer perfekt geplanten Inszenierung.

Salvador Dali i Domenech, Sohn eines angesehenen Notars, erblickte am 11. Mai 1904 in der Carrer Monturiol in Figueres das Licht der Welt. Er besuchte dort nacheinander die Hauptschule, die La Salle-Schule, die Schule der Maristen und das Gymnasium. Vom 13. Lebensjahr an erhielt er zudem Zeichenunterricht in der Schule durch den Professor Joan Nünez. Anfang 1919 nahm er an einer ersten Gemeinschaftsausstellung von Gemälden teil und veröffentlichte in der Schülerzeitung Studium seines Gymnasiums die ersten literarischen Artikel.

Der Name Dali erscheint in der Presse Barcelonas erstmalig anläßlich einer Ausstellung des katalanischen Studentenverbandes in der Galerie Dalmau im Jahre 1922, bei der er einen Preis gewonnen hatte. Im Herbst desselben Jahres immatrikulierte-er sich an der Escuela de Bellas Artes in Madrid, wo er in der berühmten Residencia de Estudiantes wohnte. Die Bekanntschaft mit Federico Garcfa Lorca und Luis Bunuel sollte seinen späteren künstlerischen Werdegang weitaus stärker beeinflussen als die Studien an der Kunstschule, aus der er schließlich ausgeschlossen wurde. Seine eigene Undiszipliniertheit und die politische Haltung seines Vaters, der sich wegen einer Wahlangelegenheit mit dem diktatorischen Regime Primo de Riveras anlegte, brachten ihm mehr als einen Gefängnisaufenthalt ein.

Dalfs erste Einzelausstellung fand im November des Jahres 1925 in der Galerie Dalmau in Barcelona statt und bestand aus Werken, zu denen ihm seine Schwester Anna Maria Modell gestanden hatte. In der Karwoche desselben Jahres war Garcia Lorca, der wenig später seine Oda a Salvador ^//schreiben sollte, bei Dali in Figueres und Cadaques zu Gast. Dieser Besuch wiederholte sich 1927 anläßlich der Uraufführung von Mariana Pineda in Barcelona; Dali, der zu dieser Zeit gerade im Castell de Sant Ferran in Figueres seinen Militärdienst ableistete, hatte die Dekoration zu diesem Theaterstück Garcia Lorcas beigesteuert.

Von diesem Moment an beginnt die große Entfaltung Dalis als Künstler und zugleich auch als Provokateur. Zusammen mit Sebastiä Gasch und Lluis Montanyä unterzeichnet er im März 1928 das Manifest Groc ('Das gelbe Manifest'), eine harte Attacke gegen die seinerzeit herrschende kulturelle Strömung des Noucentisme; der Galerist Joan A. Maragall weist eines seiner Bilder für den Salo de Tardor in Barcelona zurück; seine Artikel in der Zeitschrift L'Amic de les Arts ('Der Freund der Künste') sowie eine Reihe von Vorträgen in Figueres, Barcelona und Sitges sorgen für eine fortgesetzte Polemik; zusammen mit Luis Bunuel schreibt er einen an den Schriftsteller Juan Ramon Jimenez gerichteten Brief voller Beleidigungen gegen diesen sowie die Drehbücher für die beiden Filme> Un chien andalou < und >L'Age d'Or<, die zu Klassikern des surrealistischen Films werden sollten.

Der Aufenthalt von Rene Magritte, Paul Eluard und dessen Frau Gala in Cadaques im Sommer 1929 bewirkte eine tiefgreifende Veränderung im Leben Dalfs. Der junge Künstler verließ seine Familie, um sich mit Gala nach Paris abzusetzen, wo er zu einem begeisterten Anhänger der surrealistischen Bewegung wurde. Aus jener Epoche stammen so bekannte Bilder wie Der große Masturbierer, Das düstere Spiel oder Portrait Paul Eluard. Dali und Gala ließen sich in Portlligat nieder, wo sich in den folgenden Jahren so illustre Persönlichkeiten wie Rene Crevel, Andre Breton, Valentine Hugo, Paul Eluard, Marcel Duchamp und Man Ray einfanden. Es waren, wie Dalf später schreiben sollte, "die letzten glücklichen Tage des Europas der Nachkriegszeit". Das Landhaus Mas Juny de Palamos im Besitz des Malers Josep M. Sert, der mit der georgischen Prinzessin Roussy Mdivani verheiratet war, war ein weiterer bekannter Treffpunkt an der Costa Brava jener Tage, insbesondere wegen seiner Feste, die auch die Dalfs zu frequentieren pflegten. Während des Spanischen Bürgerkriegs lebte Dalf in Paris; als die deutschen Truppen in Frankreich einmarschierten, emigrierte er nach einem kurzen Zwischenaufenthalt im katalanischen Empordä in die Vereinigten Staaten, wo er bereits erste Ausstellungen veranstaltet hatte.

Nachdem er aus der surrealistischen Bewegung ausgeschlossen worden war, erfuhr sein Werk mit einer Zurückwendung zum Klassizismus eine radikale Änderung und es begann die von ihm so genannte "mystische und nukleare Phase". Andre Breton taufte ihn auf den Namen Avida Dollars, als er sich bereits zu einem der Modemaler der Vereinigten Staaten entwickelt hatte. Dali schrieb eine Autobiographie in Romanform, Das geheime Leben des Salvador Dali, sowie einen Roman mit biographischen Elementen, Verborgene Gesichter. Diese beiden Exkurse in den Bereich der Literatur, ebenso wie seine Zusammenarbeit mit der Filmbranche z.B. die Dekorationen für die Traumsequenzen in Spellbound (1945) von Alfred Hitchcock -, dem Theater, der Oper und dem Ballett vermehrten sein Ansehen und sein Einkommen weiter.

Die Rückkehr nach Portlligat im Sommer des Jahres 1948 schlägt sich auch in seinem Werk nieder, in dem nun erneut die Landschaft dieses Winkels am Cap de Creus auftaucht. Als er Papst Plus XII besuchte, zeigte er ihm das Gemälde Madonna de Portlligat. Im Oktober 1949 hielt er im Ateneu Barcelonas einen Vortrag mit dem Titel: "Warum ich Gotteslästerer war, warum ich Mystiker bin", der inhaltlich nicht weit entfernt war von dem Vortrag "Picasso und ich", den er etwa ein Jahr später im Theater Maria Guerrero in Madrid hielt. In dieser Zeit kamen wieder viele bedeutende Persönlichkeiten wie Walt Disney, der Herzog von Windsor, der ehemalige König von Italien Umberto von Savoyen, die Multimillionäre Arturo Lopez und Niarchos oder die Intellektuellen Dionisio Ridruejo und Eugeni d'Ors nach Portlligat. Am 8. August 1958 heirateten Dali und Gala nach katholischem Ritus und unter strikter Geheimhaltung in der Wallfahrtskirche Eis Ängels, wenige Kilometer vor Girona.

In den sechziger Jahren malte Dali großformatige Gemälde wie Die Schlacht bei Tetuan - das er 1962 im Tinell de Barcelona neben dem Originalwerk von Maria Fortuny vorstellte >Die Apotheose des Dollar <, , Der Thunfischfang, Halluzinogener Torero oder Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Ein weiteres bedeutendes Werk aus jener Periode ist Der Bahnhof von Perpignan, ein Ergebnis seiner paranoidkritischen Methode, die jenes Zentrum des Universums der Dalfschen Mythologie mit seiner Obsession für das Bild Angelusläutenmn Jean-Frangois Millet verbindet.

1979 beging er seinen fünfundsieb-zigsten Geburtstag mit dem Antrittsvortrag anläßlich seiner Aufnahme in die Academie des Beaux-Arts und der großen Ausstellung im Centre Pompidou in Paris; zugleich begann aber auch sein körperlicher Niedergang. Nach einer nicht richtig auskurierten Grippe in New York zog er sich mit einer tiefen Depression nach Portlligat zurück. Als Gala starb verlegte er seinen Wohnsitz nach Pübol, wo er seine letzten, von einer starken Obsession für die Theorie der Katastrophen geprägten Werke malte, bis er bei einem Brand schwere Verbrennungen erlitt, die ihn beinahe das Leben gekostet hätten. Wieder genesen, bezog er die Torre Galatea, ein Gebäude, das er als Erweiterung des Museums in Figueres erworben hatte, und verbrachte dort die letzten fünf Jahre seines Lebens, in denen er sein Zimmer praktisch nicht mehr verließ. Auf eigenen Wunsch wurde er unter der Kuppel des Museumstheaters beigesetzt.


Text II

 

1904: Salvador Felipe Jacinto Dali was born on May, 11th in Figueras, Catalonia, Spain.

1917: He started to visit the School of Art. First paintings.

1918: First small exhibition in the Theatre.

1921-25: Went to Academy of Arts in Madrid. Conflicts with his teachers.

 

1925: First stand-alone exibition of DalÌ at the Galery of Dalmau.

1926-28: Early explorations of the Surrealism.

1929: Gala went into his life. Joined the group of Surrealists in 1930

1934-37: DalÌ had his paranoid-critic-epoch.

1941-44: "Avida Dollars" in America.

1945-49: DalÌ the Classic.

 DalÌ and his Daddy in CadaquÈs, 1948 (13kb-JPEG)

1950-65: His mystic period. He wrote several books (The secret life of Salvador DalÌ).

1963-78: DalÌ the Divine - DalÌ and the Science. 

1979-83: Theory of Disaster. 

1982: Gala died.

1989: DalÌ, Jan. 23th, died.


Link: www.salvadordali.de

www.salvador-dali.org

Literatur:

Salvador Dalí. The Paintings

Author(s): Descharnes, Robert / Néret, Gilles
Softcover, 196 x 258 mm , 780 pages

A standard reference work - the entire painted oeuvre of Salvador Dalí - 2 Volumes (reissue in a new format)


Das endlose Rätsel- Dali und die Magier der Mehrdeutigkeit , Hatje Cantz Verlag

kunstwissen.de

 
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