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Jean- Michel Basquiat ( 1960 Brooklyn NY- 1988 NY, USA)

Früh vollendet, jung gestorben und mit einer gehörigen Portion Wildheit.Schon 1988 starb der künstlerische Senkrechtstarter an einer Überdosis Heroin siebenundzwanzigjährig in New York. Es ist nicht allein die Unbeschwertheit der Inhalte und der Malweise mit Phrasen und Fratzen, seine wilde die den aus der New Yorker Graffiti-Szene aufgestiegenen Basquiat auszeichnet. Vielmehr hat er in seiner Crossover- Malerei die Prinzipien der Kunst der 90er Jahre vorskizziert. Er verstand sich weniger, als Maler, denn als Archivar, als Schreiber von Tafeln, Listen und Vokabelheften. Inspirieren ließ er sich zu seinen an Comic-Malerei, Kinderzeichnungen oder auch Reklamebilder erinnernden collageartigen Werken von allem was ihn tangierte. Er war begeistert von schwarzen Boxern und Idolen. Kritiker erkennen Einflüsse der aztekischen, afrikanischen, griechischen, römischen und alltäglichen Kultur. Basquiat begnügte sich nicht mit der Addition von plakativen Elementen zu kraftvoll-bunten Kompositionen vor meist einfarbigem Hintergrund. Seine mit skeletthaften , Silhouetten, maskenhaften Grimassen und symbolbeladenen Piktogrammen gespickten Bilder ( ähnich dem deutschen Maler A.R. Penck )griffen aktuelle Themen auf. Er widmete sich dem Kampf der Schwarzen für Gleichheit. Dabei entstanden zutiefst emotional aufgeladene Phantasien. Als Signatur diente ihm - dem Autodidakt-die dreigezackte Krone.

Als 21-jähriger wurde er zum bislang jüngsten documenta-Teilnehmer. Zum wichtigsten Künstler-Kontakt entwickelte sich die Freundschaft zu Andy Warhol.

nach Joachim Goetz , in WN Sept. 2002


Basquiat, der wie ein strahlender Stern am Kunsthimmel aufgestiegen war, starb 1988 mit 28 Jahren an einer Überdosis. Seine explosive neue Ästhetik - grenzüberschreitend und obszön - riß die puritanische WASP-Kunst aus ihrem Domröschenschlaf. In weniger als acht Jahren gelang es Basquiat, neben der konzeptuellen Kunst und der Minimal Art, stilbestimmend in Amerika und Europa, neue figurative und expressive Elemente zu etablieren. Aufgrund der Begeisterung, mit der seine Arbeiten vor allem in Europa aufgenommen wurden, sah sich das zunächst eher gleichgültige Amerika erstmals gezwungen, einen schwarzen Künstler als Symbol des kreativen Potentials der ethnischen Minderheiten anzuerkennen. Der kometenhafte Aufstieg des jungen Malers, dessen Mutter aus Puerto Rico und dessen Vater aus Haiti stammte, schockierte Amerika: Basquiat war schwarz, ohne künstlerische Ausbildung und kam aus dem New Yorker Underground.

Seit seinem 18. Lebensjahr hatte er Häusermauern in SoHo und U-Bahn-Wagons mit zornigen, wilden Bildern bedeckt. Seine Ikonographie - brutal, verstörend, ohne Hierarchie und Regeln, virtuos, wütend und verführerisch - orientierte sich an Haiti, an Puerto Rico, an einem imaginären Afrika und an der Pop Art. Mit seinen riesengroßen Werken, auf denen er Kruzifixe und Voodoo-Totem. Vögel und Totenschädel, Gitter und Federn, bedrohlich aufgerissene Münder und Zylinderhüte kombinierte, verschaffte er der Auflösung und dem Unsteten, der „Andersartigkeit und dem „Negativen Eingang in die Kunst. Der erfolgreichste schwarze amerikanische Maler verkörperte während der 10 Jahre, in denen er die Kunst entscheidend beeinflußte' die New Wave-Variante der epocheübergreifenden Figur des verfluchtlen Künstlers.

Jean-Michel Ribettes 99 in >Art at the turn of the millennium</TaschenVerlag,Köln

Literatur:

Basquiat
Author(s): Emmerling, Dr. Leonhard
Softcover, flaps, 185 x 230 mm, 96 pages
Basic Art Series
Taschen Verlag, ISBN-
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