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Art brut

Dubuffets "Art brut-Ideen" wurden Ende 1951 in der ersten Museumsausstellung (aus der Sammlung Culberg).des Künstlers in den USA, öffentlich.Sie fand im Arts Club of Chicago statt und dauerte vom 18. Dezember 1951 bis 23. Januar 1952. Dubuffet, der gerade in New York zu arbeiten begonnen hatte, kam nach Chicago und hielt am 20. Dezember 1951 seine grundlegende Rede über die Stellung und Bedeutung von Werten, die er im kulturellen Umfeld vernachlässigt sah. Wir wissen von Cohen, daß er sowie Golub und Campoli Dubuffets "Anticultural positions" mit Genugtuung hörten und als Bestätigung ihrer eigenen Bemühungen auffaßten: "Wir fanden unsere Ansichten durch vieles, was er sagte, bestärkt ... Dubuffets Werk zu sehen war überraschend und stimulierend. Seine Quelle schien die Quelle zu sein, die wir suchten."

Diese Haltung hatte nicht zur Folge, daß Dubuffet nachgeahmt wurde. Vielmehr halfen seine Beispiele den jungen Künstlern, "sie zur Nutzung einer großen Vielfalt von Materialien in Malerei und Collage zu ermutigen ... Ein Interesse an der Sgraffitotechnik als eines seriösen Arbeitsverfahrens wurde wiederbelebt und regte zu freien und großzügigen Versuchen mit dicken Farbaufträgen an, die dann durch hinzugefügte und in die Oberfläche eingegrabene Dinge gehöht wurden, um so die Qualität und Konsistenz des Pigments als Material zu erforschen.""

Während des Chicago-Aufenthaltes kam Dubuffet mit einem der wohl eigenartigsten amerikanischen Maler in Kontakt. Er besuchte in seinem Atelier Ivan Albright, dessen hyperrealistische, Verfall und Auflösung suggerierende Wiedergabemethode ihn tief beeindruckte, ja geradezu beängstigte. Was Dubuffet an dem Werk Albrights so faszinierte, war, wie er später schrieb, "daß bei ihm unser Kanon der Schönheit gänzlich ausgelöscht ist"

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