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Die antike Götterwelt
Zeiteinteilung /

 DIE ENTSTEHUNG DER WELT DER GRIECHEN

Die "Theogonie" der älteste Text von der Hand des Dichters Hesiod, die um 700v. Chr. entstanden ist, berichtet von der Entstehung der Welt und der Ordnung des Götterhimmels. Es sind darüber hinaus zahlreiche Varianten erhalten. Nach Hesiods Theogonie stand am Anfang das Chaos. Aus ihm entstanden Gaia und Eros. Siehe auch Stammbaum der griechischen Götter .Bei der Theogonie handelt es sich um ein Werk von Hesiod, in dem die Entstehung der Welt und der Götter geschildert wird. Neben der Odyssee und der Ilias von Homer ist die Theogonie die älteste uns bekannte Quelle der griechischen Mythologie.

Zuerst war das Chaos, aus dem dann die Nacht und das Totenreich und dann Gaia, die Erde, und weiterhin aus einer Kette von Geburten und Umstürzen die olympischen Götter hervorgehen.

Die Götter haben dabei so ziemlich alle (schlechten) menschlichen Eigenschaften. Schon Xenophanes klagt Homer und Hesiod an:

"Alles haben Homer und Hesiod den Göttern angehängt,

was bei Menschen Schimpf und Schande ist:

Stehlen, ehebrechen und sich gegenseitig betrügen!"

 

 

DIE GÖTTER

Nach Hesiod existierten zunächst das Chaos, die Erdgöttin Gaia (oder Ge) und Eros. Das Chaos gebar das Erebos (die Finsternis) und die Nacht, Gaia den Uranos (Himmel) und den Pontos (das Meer). Die ursprüngliche Aufgabe des Uranos war es, die Erde zu bedecken und zu schützen; später bildeten Gaia und Uranos das erste Gotterpaar, das über die Welt « herrschte.

Aus dieser Verbindung entstehen die zwölf Titanen (Okeanos, Koios, Kreios, Hyper-ionos, Japetos, Kronos, Theia, Rhea, Themis,Mnemosyne, Phoibe und Tethys), die drei Zyklopen (Brontes, Steropes und Arges) und schliesslich die drei Hundertarmigen (Kottos, Gyges und Briares).

Uranos ist aber seinen Kindern nicht wohl gesonnen, denn er fürchtet, dass sie, wenn sie herangewachsen waren, ihm den Thron streitig machen würden. Aus diesem Grund verbirgt seine Gattin die Kinder tief in ihrem Innern. Der mütterliche Instinkt siegt schliesslich und Gaia beschliesst, mit weiblicher List ihre Kinder zu befreien, der einzige Weg, dieses Ziel zu erreichen, besteht darin, die Macht ihres Gatten zu brechen. Sie bewaffnet also ihren jüngsten Sohn Kronos mit einer Sichel, und in einem günstigen Augenblick entmannt dieser seinen Vater. Aus dem Sperma, das ins Meer fällt, entsteht Aphrodite, und aus dem Blut, das auf die Erde fließt, gehen die Erinyen, die Giganten und die Meliai (Nymphen) hervor.

Kronos tritt die Nachfolge seines Vaters an und wählt seine Schwester Rhea als Gemahlin; er befreit seine Geschwister aus den Tiefen der Erde und tritt einen Teil seiner Macht an sie ab: Okeanos, der sich mit Tethys vermählt, wird die Regentschaft über die Meere und Flüsse übertragen, und Hyperionas übernimmt es gemeinsam mit Phoibe, die Sonne und die Sterne zu lenken. Bald wird Kronos jedoch von denselben Ängsten ergriffen, die schon seinen Vater Uranos gepeinigt hatten. Als Rhea ihm seinen ersten Sohn zeigt, sieht er seinen Thron wanken und beschließt, alle seine Kinder zu verschlingen ( Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus ), um es ihnen unmöglich zu machen, ihn vom Thron zu stoßen. Und wieder ist es die Mutter, die sich den Plänen des Vaters in den Weg stellt. Es gelingt Rhea, ihren jüngsten Sohn zu retten, indem sie ihren Gatten mittels eines in ein Tuch gewickelten Steins täuscht. Kronos, der schließlich auch nach dem kleinen Zeus verlangt, um diesen unschädlich zu machen, verschlingt ahnungslos den Stein und Zeus wird im Dikti-Gebirge auf Kreta von den Nymphen großgezogen; die Kureten schlagen dabei auf ihre Schilde, um das Schreien des Kindes zu übertönen, und Amalthea, die als Ziege oder als Nymphe beschrieben wird, nährt es mit ihrer Milch.

Zeus wächst heran, und es gelingt ihm schließlich, seinen Vater vom Thron zu stoßen und ihn zu zwingen, die übrigen Kinder freizugeben.Die Herrschaft des Zeus bleibt jedoch nicht unumstritten. So ermutigt Gaia die Titanen, die Brüder des Kronos, sich gegen den neuen Herrscher zu erheben, so daß sich Zeus mit den übrigen elf Göttern auf dem Olymp verschanzen muß, um seinen Thron zu verteidigen. Die Götter besiegen schließlich die Titanen, müssen dabei jedoch die Hilfe der übrigen Kinder des Uranos und der Gaia, der Kyklopen und der Hundertarmigen, in Anspruch nehmen. Trotz ihrer Niederlage weigert sich Gaia, sich zu unterwerfen, und stachelt die Giganten gegen die olympischen Götter auf.

Die Giganten werden entweder als schreckliche Ungeheuer mit menschlichem Körper beschrieben, deren Haare und Beine die Gestalt von Schlangen besitzen, oder als schwerbewaffnete Krieger; in jedem Fall waren sie wilde Wesen, die weder Ordnung noch Gesetze kannten. Sie greifen die Götter auf dem Olymp mit Felsbrocken. Bäumen und Brandgeschossen an und stören zugleich die Weltordnung, indem sie Berge versetzen, Inseln versenken und den Lauf der Flüsse ändern. Die Götter müssen alle ihre Kräfte aufbieten, um gegen die Giganten zu bestehen.

 Diese Ereignisse, die sich bis zur Inthronisierung der Zwölf Götter abgespielt haben, kennzeichnen stürmische Perioden in der Geschichte der Welt.

Auf der einen Seite verkörpern die Titanen und die Giganten gesetzlose Gemeinschaften, die von Anarchie und Chaos bestimmt werden, und auf der anderen Seite stehen die olympischen Götter, die für die natürliche Ordnung und das Gleichgewicht stehen. Der Sieg der Götter bedeutet nicht nur die Sicherung ihrer Machtposition und die Einrichtung ihrer Kulte, sondern auch den Triumph der Kultur und der Ordnung innerhalb der menschlichen Gesellschaft über Gesetzlosigkeit und Anarchie.

Die Zwölf Götter( Zeus, Hera, Poseidon, Athena, Apollon, Artemis, Dionysos, Demeter, Ares, Aphrodite, Hermes, Hephaistos ), die sich auf dem Olymp einrichten, regieren die Welt demokratischer als ihre Vorgänger. Zeus behält sich zwar die Stellung des Herrschers über die Götter und die Menschen vor, teilt seine Macht aber mit seinen Geschwistern und gewährt auch nachgeordneten Gottheiten ihre Zuständigkeiten. Jede der auf dem Olymp residierenden Gottheiten ist für ihre Taten und Entscheidungen selbst verantwortlich; Poseidon kann Sturmfluten hervorrufen oder die Wogen zum Vorteil der Reisenden glätten, Demeter kann für die Fruchtbarkeit der Erde sorgen, Apollon kann Orakel erteilen und die Musik lehren, Aphrodite sendet den Menschen die Liebe zueinander und Dionysos lehrt die Geheimnisse des Weins. Zugleich behält sich Zeus aber das Recht vor, für Ordnung zu sorgen, und er schleudert seine Blitze, um Auseinandersetzungen zwischen den Sterblichen wie den Unsterblichen zu beenden. Weil die Griechen, wie wir sehen werden, ihre Götter nicht nur mit dem Aussehen, sondern auch mit den Schwächen der Menschen ausgestattet hatten, berichten zahlreiche Mythen von Verfehlungen und Verbrechen der Götter, für die sie dann nach den Gesetzen der Gerechtigkeit und der Ethik bestraft werden.

Der Glaube, daß die Naturphänomene, die Erhaltung des Gleichgewichts und das Schicksal der Menschen vom Willen und von der Macht der Götter abhängig sind, verrät das Bedürfnis der Menschen, sich die Kräfte verständlich zu machen, die unsichtbar ihren Lebensablauf bestimmen. In diesem Sinne werden auch die Schwächen der ansonsten allmächtigen Götter verständlich: Der Glaube, daß auch den Unsterblichen, die die Welt regieren, Gefühle wie Eifer sucht, Schmerz, Trauer und Lie be nicht fremd sind, hilft den Menschen, sich in die eigenen Gefühle hineinzufinden, die nicht immer mit dem Verstand erklärt werden können.

 

 DIE MENSCHEN

Die Götter erschufen die Menschen und die anderen Lebewesen, indem sie zunächst Erde und Feuer miteinander vermischten und anschließend alles andere hinzufügten, was sich mit diesem Gemisch verbinden ließ. Danach übertrugen sie Prometheus und Epimetheus, den Söhnen der Okeanidin Klymene und des Titanen Japetos, die Aufgabe, die neu geschaffenen Wesen mit ihren Gaben auszustatten (Platon, Protagoras 320c-322a). Die beiden Brüder kamen überein, daß Epimetheus dies übernehmen und anschließend Prometheus rufen sollte, der das Ergebnis prüfen würde. Der weise Epimetheus stattete also alle Lebewesen mit denjenigen Eigenschaften aus, die sie zum Überleben benötigten: So erhielten einige von ihnen ein wärmendes Haarkleid,andere Flüge. Doch als die Reihe schließlich an die Menschen kam, hatte Epimetheus alle seine Gaben verteilt, so daß die Menschen nackt und schutzlos der Natur ausgesetzt blieben.

Prometheus, der sich für den Fehler seines Bruders mitverantwortlich fühlte, suchte nach einer

Möglichkeit, den Menschen zu helfen. Da aber keine weiteren Göttergaben zur Verfügung standen, beschloß er, heimlich in die Werkstatt von Hephaistos und Athena zu gehen und das Feuer zu stehlen. Nachdem er seinen gefährlichen Plan erfolgreich ausgeführt hatte, brachte er den Menschen das Feuer und lehrte sie damit umzugehen. Das Feuer ermöglichte es den Menschen, Metalle zu schmelzen, und trug so entscheidend zum Aufblühen der menschlichen Kultur bei. Zeus hatte allerdings nicht beabsichtigt, den Sterblichen Gewalt über das Feuer zu geben, und geriet in großen Zorn, als er von der Tat des Prometheus erfuhr. Er beschloß, ihn hart zu bestrafen, ließ ihn nach Osten bringen und an den Gipfel des Kaukasus ketten; jeden Morgen entsandte er einen Adler, der die Leber des Prometheus fraß, die dann über Nacht nachwuchs . Viele Jahre später befreite ihn Her akles von seinen Qualen, indem er den Adler mit einem Pfeilschuß tötete

Wie in den meisten anderen Schöpfungslegenden, wird auch im griechischen Mythos die erste Frau nach dem Mann erschaffen; hier heißt sie Pandora, "die, die Geschenke bringt". Hesiod (Werke und Tage 42-105) erkennt in den Übeln der Welt die Rache des Zeus und sieht den allmächtigen Gott im Kampf gegen die schwachen Sterblichen: Zeus muß ihnen zwar das Feuer überlassen, das Prometheus gestohlen hat, rächt sich aber, indem er ihnen die Frau sendet, die ihnen die Plagen bringt. Büchse der Pandora.

vergleiche Marilena Karabatea "Griechische Mythologie" Verlag Adam, Athen

 

 

Links: Lexikon der griech. Mythologie / Antike Ikonographie

 

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