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Germanische Mythologie

Unter >Germanischer Mythologie< versteht man die Mythologien der verschiedenen germanischen Kulturen der Eisen- und Völkerwanderungszeit.Die germanische Mythologie war mündlich überliefert, wurde aber durch die Einführung der Schrift durch christliche Missioniare zum Teil aufgeschrieben. Da eine ausgeprägte Schriftkultur erst mit der Christianisierung folgte und die Schriftlichkeit vom Klerus getragen wurde, der, außer in Island und Irland, wenig Interesse an der Überlieferung der vorchristlichen germanischen Überzeugungen hatte; ist üer die Mythologie der Germanen nur wenig bekannt. Die Glaubensvorstellungen der germanischen Völker gingen mit der Christianisierung verloren oder im jeweiligen Volksglauben auf.

Die frühesten bekannten Fragmente von Mythen finden sich um etwa 2000 v. Chr. in alten Felsritzungen wie den bronzezeitlichen von Buhlän sowie in Runeninschriften und Bildsteinen . Die wichtigsten Berichte über die Glaubensvorstellung der Germanen sind uns in den Schriften der antiken Geschichtsschreiber Caesar, Tacitus und Plutarch überliefert. Die meisten Kenntnisse über die germanische Mythologie wurden durch die von christlichen Historikern aufgezeichnete altnordische Literatur (Island, Norwegen), die Prosa-Edda, die Lieder-Edda und spätere Sagen gewonnen. Weitere Zeugnisse stellen die Kommentare des dänischen Historikers Saxo Grammaticus und des Chronisten Adam von Bremen dar, der um 1100 lebte.

 

Die germanischen Gruppen gliedern sich in:

 

Die wichtigsten dieser Quellen der germansichen Mytholgie sind:

Die Verfasser dieser Literatur sind anonym. Zumeist waren isländische Mönche vom 9. Jahrhundert bis ins 13. Jahrhundert an der Niederschrift, regionaler mythologischer Überlieferungen beteiligt. In den erhaltenen Überlieferungen mischen sich Mythen, Rechts- und Sprichwörter ,Gebete und magische Formeln. Der größte Teil dieser schriftlichen Überlieferungen geht auf die Nordgermanen zurück. Die Mythen der Kontinentalgermanen sind nur in Resten überliefert, da die große Bibliothek des kontinentalgermanischen "Heidentums", die Karl der Große sammeln ließ, von seinem Sohn >Ludwig der Fromme< verbrannte wurde. Damit wollte er die Christianisierung der Germanen vorantreiben.

 

allgemein

Ursprünglich waren die Glaubensvorstellungen der Germanen eng mit einem ausgeprägten Ahnen- und Totenkult verbunden. Auch die Verehrung der Naturgewalten war von herausragender Bedeutung im Weltbild dieser Gesellschaften. Die germanische Mythologie kennt Zwerge, Elfen und die Nornen, welche das Schicksal der Sterblichen bestimmten. Ferner gab es persönliche Geister, wie z. B. die Fylgjur und die Hamingja.

Die Germanen glaubten, dass die beiden Göttergeschlechter Asen und Vanen untereinander Krieg geführt und sich dann zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen hätten. Odin war ursprünglich der Herrscher der Asen, die sich aus mindestens zwölf Göttern zusammensetzten. Alle Götter lebten zusammen in Asgard. Neben Odin waren die Hauptgottheiten der germanischen Mythologie seine Gemahlin Frigg, Göttin des häuslichen Lebens; Thor, Gott des Donners, welcher die Menschen und die anderen Götter vor den Riesen beschützte und bei den germanischen Kleinbauern besonders beliebt war; Freyr, Gott des Wohlstandes; und Freyja, Schwester des Freyr, Göttin der Schönheit und der Fruchtbarkeit, die mit einem Katzengespann dargestellt wurde.

 

Andere Götter waren Baldr, Hermodt, Tyr, Bragi und Forseti sowie die Göttinnen Idun, Nanna und Sif. Das Prinzip des Bösen unter den Göttern wurde durch Loki verkörpert. Viele dieser Gottheiten scheinen keine speziellen Funktionen innezuhaben. Sie tauchen lediglich als Gestalten in Mythen auf.

speziell

Der Kult des Götterherrschers und Kriegsgottes Odin, der auch mit Gelehrsamkeit, Weisheit, Dichtkunst und Magie in Verbindung gebracht wurde, war von Westgermanien bis nach Skandinavien bekannt. Lokale Götter, wie der Fruchtbarkeitsgott Njörd , sowie Ull und Heimdall zählten, verloren im Lauf der Zeit an Bedeutung. Ihre Stellung nahm Odin ein.

Viele Helden galten als Nachkommen der Götter. Es sind u. a. Sigurd der Drachentöter, Hadding, Starkad und die Walküren. Die Walküren, eine Gruppe jungfräulicher Kriegerinnen, zu denen auch Svava und Brunhild zählten, wählten dem Odin die in der Schlacht gefallenen Krieger aus und brachten sie nach Walhalla. Tagsüber übten sich die Krieger im Kampf, abends versammelten sie sich zum gemeinsamen Mahl bis zum Ragnarök. An diesem Tag sollte es zur letzten Weltschlacht kommen, welche den Untergang der Götter und die Errichtung einer neuen Herrschaft des Friedens und der Liebe zur Folge haben würde. Gewöhnliche Sterbliche wurden nach ihrem Tod von der Göttin Hel in einer unterirdischen Welt aufgenommen, in der es keine Freude gab.

Schöpfungsmythos

Die in der Lieder-Edda enthaltene Völuspá (Weissagung der Seherin) beschreibt eine Zeit des Urchaos, dem die Schöpfung der Riesen, der Götter und schließlich der Menschen folgte. Ginnungagap war das gähnende Nichts, Jotunheim die Heimat der Riesen, Niflheim das Reich der Kälte und Muspellsheim das Land des Feuers. Der große Weltenbaum Yggdrasil erstreckte sich über Zeit und Raum, aber die böse Schlange Nidhöggr nagte ständig an seinen Wurzeln. Unter einer der Wurzeln befand sich der Brunnen des Mimir, eine Quelle der verborgenen Weisheit.

Anfangs gab es nichts. Dieses Nichts nannte man Ginnungagap. Man stellte es sich als eine tiefe Schlucht des Nichts und der Windstille vor. Da schuf Allvaters Geist das Sein und im Süden dieser Schlucht entstand Muspelheim , ein Reich, in dem Feuer und Hitze herrschte. Später kam Niflheim (nördl. von Ginnungagap) hervor, ein Reich voller Nebel, Kälte und Eis. Im Zentrum von Niflheim ist der Brunnen Hvergelmir. Aus dieser Quelle entsprangen 12 Flüsse von denen jeder Elivagar genannt wurde. Sie überfluteten ganz Niflheim und es bildete sich eine Eisschicht über die andere, bis sie sích zur Schlucht Ginnungagap vorschlugen. Erst seit diesem Ereignis gab es in Niflheim Eis und Schnee. Die Feuerfunken von Muspelheim brachten das Eis am Rand zum Schmelzen. Weiter in: Germanische Schöpfungsgeschichte

Die Germanische Schöpfungsgeschichte weist einige Parallelen zu den frühen Schöpfungsmythen anderer Kulturen auf (z.B. denen der Inder, der Griechen, oder auch der Ägypter).

In der Prosa-Edda des Snorri Sturluson (v.a. in Gylfaginning), sowie im Codex Regius der Lieder-Edda (v.a. in der Völuspá und dem Wafthrudnismal) sind die hier beschriebenen Mythen überliefert, wobei es anzunehmen ist, dass es hier bereits zur Vermischung mit christlicher Mystik gekommen ist.

Anfangs gab es nichts (ganz im philosophischen Sinne zu verstehen). Dieses Nichts nannte man Ginnungagap. Man stellte es sich als eine tiefe Schlucht des Nichts und der Windstille vor. Im Süden dieser Schlucht entstand Muspelheim, ein Reich, in dem Feuer und Hitze herrschte. Später kam Niflheim (nördl. von Ginnungagap) hervor, ein Reich voller Nebel, Kälte und Eis. Im Zentrum von Niflheim ist der Brunnen Hvergelmir. Aus dieser Quelle entsprangen 12 Flüsse von denen jeder Elivagar genannt wurde. Sie überfluteten ganz Niflheim und es bildete sich eine Eisschicht über die andere, bis sie sích zur Schlucht Ginnungagap vorschlugen. Erst seit diesem Ereignis gab es in Niflheim Eis und Schnee. Die Feuerfunken von Muspelheim brachten das Eis am Rand zum Schmelzen.

Aus solch einem Tropfen entstand der Urriese Ymir und die Urkuh Audhumbla, aus deren Euter stets Milch floss. Diese Milch diente Ymir zur Nahrung. Eines Tages fiel der Riese in einen tiefen Schlaf und aus dem Schweiß der linken Achselhöhle kam ein männliches und ein weibliches Riesenwesen hervor. Weiter paarten sich die beiden Füße Ymirs, und es entstand Vafthrudnir, dessen sechsköpfiger Sohn, der Stammvater des Geschlechtes der Hrimthursar (die Reif- und Frostriesen). Audhumbla ernährte sich indem sie das salzige Eis schleckte, doch eines Tages kam ein langes Menschenhaar zum Vorschein. Am nächsten Tag wurde ein Kopf und am dritten Tag ein ganzer Körper aufgedeckt.

Dies war der Urriese und Stammvater der Götter Buri. Er paarte sich mit sich selbst und gebar den Riesen Bör. Bör zeugte mit der Riesin Bestla drei Söhne: Odin, Vili und Ve (die ersten Asen). Bestla ist die Tochter des Hrimthursen Bölthörn, also war sie eine Reifriesin (Ymirs Nachkommen), trotzdem war sie friedliebend (die Hrimthursen galten als böse und kriegerisch).

Alle lebten friedlich und waren glücklich bis die drei Asen den Riesen Ymir erschlugen. Aus seinem Blut entwickelte sich eine Flutwelle aus dem alle Reifriesen ertranken außer Bergelmir und seine Gattin, die sich in einem Boot retteten (vgl. 1.Mose 5,13 ff, Arche Noah). Aus ihnen ging das neue Reifriesengeschlecht hervor. Die Asen legten Ymirs Leichnam in die Schlucht Ginnungagap. Sie formten aus folgenden Körperteilen die Welt:

Blut = Weltmeer
Körper = Erde
Knochen = Berge
Haare = Bäume und Gras
Zähne und Knochensplitter = Stein und Felsen
Maden des Körpers = Zwerge (Eine andere Geschichte besagt, die Zwerge sind aus Brimirs Blut und Blains Gliedern entstanden.)
Schädel = Himmelsgewölbe

Am Himmelsgewölbe waren Hörner an den vier Ecken. Die Asen hoben Ymir nochmals hoch und setzten an jedes Horn einen Zwerg, der das Gewölbe halten sollten. Sie hießen: Austri (Ost), Westri (West), Nordri (Nord) und Sudri (Süd). Zuletzt nahmen die Götter. noch Funken aus Muspelheim, und setzen sie an den Himmel (Sterne).

 

Um Tag und Nacht festzulegen, erhielten Dag und seine Mutter Noot (die Jötun-Riesen). Beide bekamen jeweils ein mit einem Pferd gespannten Wagen von den Göttern. Mit diesen fahren sie im Abstand von einem Tag um die ganze Welt, die sich die Germanen als flache, runde Scheibe vorstellten. Der Riese Mvndilföri wagte es, seine Tochter Sol und sein Sohn Mani mit den Göttern gleichzusetzen, deshalb setzte Odin beide in den Himmel, wo seitdem Sol den Sonnenwagen und Mani den Mondwagen über das Gewölbe lenkt. Die Wagen schufen die Asen aus zwei großen Brocken aus Muspelheim. Mani wird vom Wolf Hati verfolgt. Immer wenn er zu nah am Mondwagen vorbeikommt, entsteht eine Mondfinsternis. Das gleiche gilt für Sol, deren Wolf Sköll genannt wird (statt Mond- eben Sonnenfinsternis).

 

Im Osten der Scheibe ist Jötunheim, das Reich der Riesen. Zum Schutz gegen den Thursen bauten die Götter einen Wall aus den Augenbrauen von Ymir um Midgard. Midgard ist das Reich der Menschen und Mitte aller Welten. Die drei Asen nahmen zuletzt das Gehirn von Ymir und warfen es in den Himmel. Die ersten Menschen Ask und Embla wurden von Odin, Hönir (anderer Name für Vili) und Lodur (anderer Name für Ve) aus zwei Bäumen, die vom Meer ans Land gespült wurden, geschnitzt. Odin gab ihnen als Luftgott Atem, Leben und Geist; Hönir gab ihnen als Wassergott klaren Verstand und Gefühl; Lodur gab ihnen als Feuergott das warme Blut, das blühende Aussehen, die Sprache und das Gehör. Absofort lebten in Midgard die Menschen, in Asgard die Asen, die Riesen und Trolle im westlichen Utgard und die Zwerge lebten sowohl in Utgard als auch in Midgard versteckt. Die Elfen wohnen in Alfenheim das man sich zum Teil in Midgard, aber überwiegend in Asgard vorstellte.

Siehe auch: Yggdrasil, Edda, Asen, Ragnarök

Quelle: WIKIPEDIA

 

Religiöse Riten

Zuerst erfolgte die Anbetung unter freiem Himmel, insbesondere unter Schutzbäumen, an heiligen Quellen oder innerhalb geheiligter Orte, die durch Steinblöcke gekennzeichnet waren. Später wurden Tempel aus Holz errichtet und mit Altären und geschnitzten Darstellungen von Göttern versehen. Bei den Zeremonien wurden Tiere und sogar Menschen geopfert. Der wichtigste Tempel befand sich in Altuppsala (Schweden).

Literatur:

Rudolf Simek >Religion und Mythologie der Germanen<, Darmstadt 2003. ISBN 3-8062-1821-8

Rudolf Simek >Lexikon der germanischen Mythologie<, Stuttgart 1995. ISBN 3-520-36802-1

 

Link: www.wikipedia.de

 

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