<<


Geisteswelt der PostModerne

Postmoderne ist ein Anfang der achtziger Jahre geprägter unscharfer Begriff der Kultur- und Kunsttheorie,der eine Distanzierung zeitgenössischer Künstler von den ästhetischen Verfahren der Moderne beinhaltet. Synonyme zu Postmoderne sind Transavantgarde und Spätmoderne, wobei der letztere Begriff die krasse Antithese zwischen Postmoderne und Moderne mildert. Ihr pluralistisches Selbstverständnis hat der Postmoderne des Öfteren den Vorwurf der Beliebigkeit eingebracht. In den folgenden drei Jahrzehnten nach 1945 weiteten sich die Experimente auf Stile und Techniken außereuropäischer Kulturen, und die »künstlichen Welten« der Videofilme, Synthesizer usw. hielten Einzug in die Kunst. Etwa um die Mitte der 80er Jahre scheint ein gewisser Abschluss und Sättigungsgrad erreicht zu sein, da eigentlich alles zur Verfügung steht und ebenso toleriert wird. Und damit beginnt die dritte und letzte Phase seit Beginn der Moderne -die völlige Individualisierung des Künstlers, die bis heute andauert. Nun steht nicht mehr die Frage eines Stiles oder einer künstlerischen Technik im Vordergrund.

In der Postmoderne erfolgt der Verlust des Fortschritts-Glaubens, an die menschliche Gottähnlichkeit und die Besserung der Welt durch technische Machbarkeit. Es erfolgt eine selbstironische Sicht auf sich und die Welt. Es gibt viele Wahrheiten. Die eigenen Bedingungen werden erkannt, der Mensch als endlich und gefährdet erlebt. Der Mensch erkennt, dass der sich nicht über die Natur stellen kann, sondern Teil derselben ist und bleiben wird was immer er zu tun vermag.

Die Kunst verfolgt auch diesen Weg durch collagenartige, mutliple Stilansätze als eine ironsiche Durchmischung von Möglichkeiten. Kunst ist ironischer Kommentar zu sich und der Welt.

Die Postmoderne lehnt das lineare, teleologische Innovationsstreben der Moderne als Anachronismus ab. Andererseits wird mit der Forderung einer prinzipiellen Offenheit des Kunstwerkes auf die Moderne Bezug genommen. Charakteristisches Element der Postmoderne ist ein extremer Stilpluralismus, der – etwa in der Architektur – oftmals in einerAnhäufung von Zitaten verschiedenster Kunstperioden kulminiert.

Der Grundsatz, dass in Literatur, Film, Architektur und bildender Kunst nichts Neues mehr zu schaffen sei, führt hier zum spielerischen Umgang mit vorhandenem Material. Die anscheinende "Rückbesinnung" auf Geschichte und Traditionen aber erweist sich als Versuch, die überlieferten Verfahrensweisen zu einem neuen Ganzen zu collagieren. Dabei werden Grenzen zwischen Kitsch und Kunst, Massenkultur und elitärer Kunstauffassung bewusst verwischt (herausragendes Beispiel hierfür ist etwa der Künstler Jeff Koons).

kunstwissen.de

 
>