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Guillaume Bijl
( 1949-
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Guillaume Bijl wurde am 19 März 1949 in Antwerpen, Belgium geboren; lebt in Antwerpen und Muenster
Bijl macht tragig- komische Installationen, indem er sich vorstellt was in 500 Jahren von uns heute Lebenden interessant wäre zu sehen. Diese Installationen beziehen sich auf die Themen: Sexualität , TV , Verkehr , Mode etc.
In seinem Film "James Ensor in Ostende" zeigt Guillaume Bijl einen Strandausflug des belgischen Malers. Das frühe Beispiel einer filmischen Dokumentation einer alltäglichen Episode im Leben dieses Künstlers wird erst durch genaue Recherche der historischen Hintergründe als gekonnte Fälschung entlarvt. Guillaume Bijl führt über die Täuschung Beweis über eine Lebensweise des Künstlers, und verbindet diese mit eigenen biographischen Wahrheiten und Wunschvorstellungen. Konstruierte Geschichte wird zur Legitimierung verwendet. Die Übermacht der technischen Möglichkeiten als humorvolle Medienkritik vorgeführt.
In his >Documenta Wax Museum< shown at The Art Gallery of Ontario in a royal blue room within a room, with the obvious portal labeled "enter." Inside are three displays with spotlights on wax figures and their props, each personalities from the history of the Documenta international exhibition held every five years in Kassel, Germany. After viewing the three figures viewers wander through the exit portal, as one would into another room of figures.
Ausstellung: 31. 1. - 22. 3. 1998/ In Kooperation mit dem Museum van Hedendaagse Kunst, Antwerpen
Das Katalogbuch zur Ausstellung dokumentiert das Gesamtwerk von Guillaume Bijl in ausführlicher Weise. Kurator: Werner Fenz
Vor eineinhalb Jahren wurde Guillaume Bijl eingeladen, für das Museum van Hedendaagse Kunst in Antwerpen eine Retrospektive zu konzipieren. Diese Ausstellung entwickelte sich zu einer Ausstellungstournee, in die der Kunstverein Freiburg, das Stedelijk Museum Het Domein in Sittard, der Kunstverein Hannover,das Arken Museum for Moderne Kunst in Kopenhagen, das Musée dArt Contemporain in Montreal und die Neue Galerie in Graz einbezogen wurden.
Im Verlauf der Tournee adaptierte Guillaume Bijl existierende Installationen und kombinierte sie auf verschiedene Weise für die einzelnen Ausstellungsinstitutionen, sodaß jeweils eine Retrospektive in anderer Gestalt als Ergebnis zustande kam. Manchmal fügte Bijl neue Installationen, die vor Ort entwickelt wurden, hinzu: Dies wird auch in Graz der Fall sein.
Die Ausstellung zeigt hauptsächlich einige der für Bijl typischen und im internationalen Kontext höchst bedeutsamen Transformationsinstallationen, Kompositionen und einige seiner pseudo-historischen Räume, die er hauptsächlich in den neunziger Jahren entwickelte und die sich in ironischer Weise mit dem Kulturtourismus auseinandersetzen. Beispiele für diese Arbeitsweise waren das "Komponisten-Sterbezimmer" (Wien 1991), das "documenta-Waxmuseum" (Kassel 1992), "Der Mensch überwindet Distanzen" (Wien 1993), "Roman Street" (Antwerpen 1994) oder "The history of erotism" (Freiburg 1996).
Die Ausstellungstournee zeigt erstmals viele jener Installationen gemeinsam, die sich auf den musealen Kontext beziehen. Der "Trompe lOeil"-Effekt zwischen Fiktion und Realität gewinnt die Oberhand.
Insgesamt zeigt uns das Oeuvre von Guillaume Bijl in sehr realistischen Stilleben die "Archäologie" unserer Zivilisation in einer übertragenen, kritischen und humorvollen Weise.
Werner Fenz/
"Die Geschichte der Erotik" Von der Prähistorie bis heute-
"235 important and less important photos out of the 2nd half of the 20th century"
Eröffnung: Freitag, den 30. August 1996, 19 Uhr
Einführung:
Dr. Stephan Berg
Der Belgier Guillaume Bijl (Jahrgang 1946) gehöhrt spätestens seit seiner Teilnahme an der Dokumenta IX, 1992 und seinem dort gezeigten "Wachsfigurenkabinett" zu den international renomierten Künstlern seiner Generation. Der Hauptakzent seiner Arbeiten liegt auf den von ihm entwickelten "Transformationsinstallationen".
Dabei erschafft er absolut realistisch wirkende Simulationen beispielsweise von Supermärkten, Herrenbekleidungsgeschäften, Turnsälen oder Schießständen, die so in den jeweiligen Ausstellungsorte integriert werden, daß wir ihre "Scheinhaftigkeit" nicht mehr zweifelsfrei entlarven können und dadurch ganz direkt mit der elementaren Frage konfrontiert wurden, was wir eigentlich sehen. Guillaume Bijl betätigt sich dabei sowohl als eine Art Archivar, als sammler von Bildern und Gegenständen einer postindustriellen Konsumgesellschaft als auch als Regisseur, der gerade indem er alles so zeigt wie es auch in Wirklichkeit erscheint, die Alltagsartikel in Ikonen verwandelt. In der musealisierten und zum Stillstand gebrachten Wirklichkeit dieser Inszenierungen behalten die Elemente zwar ihre formale Integrität, gleichzeitig erfahren wir sie aber aufgrund ihrer Verlegung an einen anderen Ort als unwirklich und künstlich.
Im Kunstverein in Freiburg präsentiert Guillaume Bijl zwei Installationen. "Die Geschichte der Erotik", die zum ersten Mal in Deutschland zu sehen ist, besteht aus einer absolut glaubhaften, aber gänzlich fiktiven Aufbereitung der Entwicklung und bildhaften Darstellung menschlicher Sexualität in Form von Schaukästen, Vitrinen und Kommentaren. Die "235 important and less important photos out of the 2nd half of the 20th century" zeigen anhand von gefundenen und gekauften Fotoschnappschüssen aus privaten Sammlungen, die verborgene banale Geschichte unserer Gesellschaft im ausgehenden 20. Jahrhundert, gesehen aus der Perspektive von Grillfesten, Strandszenen oder verwackelten Urlaubseindrücken.
Zu dieser Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem MUHKA in Antwerpen geplant wurde ist ein umfangreicher Katalog mit Texten von Florent Bex, Frank Vande Veire und Stephan Berg zum Preis von DM 45,- erschienen.
Die Überlagerung von Realität und Inszenierung
Autorin: I. Schulz /42 Seiten / Download 2
MB
Kunsthochschule Berlin-Weißensee Hochschule für
Gestaltung
Diplomarbeit 2000,Preis 298,00 EUR (inkl. 7% MwSt.)
Ermäßigter Preis: 149,00 EUR (für Studierende,
inkl. 7% MwSt.) entspricht 291,42 DM
Bestellnummer: 38102611
Inhaltsverzeichnis:
I Einleitung
II Realität
II.1 Täuschungen
III Inszenierung und Theatralität
III.1 Inszenierung im zwischenmenschlichen Bereich
III.2 Die Selbstinszenierung - der Künstlermythos
IV Zum Phänomen werden - das Erzeugen von Realitäten
IV.1 Christoph Schlingensief
IV.2 Guillaume Bijl
IV.3 Allan Kaprow
V Schlussbemerkung
VI Thesen zur Diskussion der vorliegenden Arbeit
VII Bibliografie
Inhaltsangabe:
In Kapitel 4 erwähne ich drei verschiedene Künstler, die die Inszenierung zum Thema ihrer künstlerischen Ausdrucksweise gemacht haben. Ich führe Christoph Schlingensief an, der in Kunst, Politik, Film und Theater aktiv ist und sich in den Medien selbst inszeniert. Meine Mitarbeit an seinen Projekten initiierte mein Nachdenken über Kunst, Politik, Inszenierung, Spiel und Theater. Während der sechs Produktionen Wahlkampfzirkus 1998, Hotel Prora, Chance 2000, Künstler gegen Menschenrechte, Seven X, und Lager ohne Grenzen (1998 und 1999) begeisterte mich an den Aktionen vor allem das Verwirrspiel.
Meine Erlebnisse während des Wahlkampfes von Chance 200o haben mich mit der Möglichkeit bekannt gemacht, eine Partei zu inszenieren, Stimmen zu sammeln, Landesverbände zu gründen, Konkurs anzumelden oder die Partei wieder zu verkaufen. Ich konnte dabei viele Erfahrungen zu Inszenierung und Realität gewinnen. Bei Guillaume Bijl beziehe ich mich auf seine Arbeiten zum Thema Räume und Situationen. Die Ausdrucksform des Ready Made ist für Bijl von zentraler Bedeutung. Untersuchen möchte ich in diesem Zusammenhang jedoch nur das Verhältnis von Realität und Inszenierung in seinen Projekten. Als dritten Künstler erwähne ich den Goffman-Schüler Allan Kaprow, der vor allem in den Siebziger Jahren Happenings unternahm und spielerisch mit Inszenierung im zwischenmenschlichen Bereich umgeht. Ich werde mich bei Allan Kaprow nicht auf die gesamte Palette seines Schaffens beziehen, sondern hauptsächlich auf die Erfahrungen mit kleinen Happeningsequenzen, während meiner Teilnahme an seinem Workshop 1997 in Italien. Während der Aktionen und dem Untersuchen von Kunst und Alltagssituationen tauchten Fragen auf zu den Begriffen Kunst/Nicht-Kunst und zum Verhältnis Kunst und alltäglichem Leben.
Zu Beginn jedes Kapitels stelle ich Aussagen von Künstlern und Philosophen, die als Denkanstöße dienen, aber nicht näher analysiert werden sollen.
Während der belgische Künstler Guillaume Bijl in den neunziger Jahren mehr den Akzent seiner Installationen auf das Phänomen des "Kulturtourismus" gelegt hat (Komponisten-Sterbezimmer, Wien; Lederhosenmuseum, Graz, Recklinghausen; 5 Historical Chairs, London), bringt er in Münster wieder eine seiner "klassischen" Transformations-Installationen in der Reihe von Neuer Supermarkt, Basel, Frankfurt, Caravan Show, Grenoble (s. Abb.) u.a. Ein Alltagsszenario wird zur Kunst erklärt und in seiner schnöden marktschreierischen Alltäglichkeit wörtlich zur Schau gestellt. Doch gerade in dieser nahezu perfekten Simulation liegt der Widerhaken. Das bekannte Ambiente verliert im Rahmen einer Kunstausstellung seine Selbstverständlichkeit, erstarrt zum Als-ob und entlarvt seine eigentliche Künstlichkeit.
Gefragt ist hier nicht mehr nur die skulpturale Setzung des Künstlers alleine, sondern "im mitentscheidenden Maße auch die sozio-ökonomisch habituelle Konzeption und Disposition des Betrachters, seine durch Konsum antrainierte Haltung in einer funktionierenden Warenwelt und deren kritikfreie Internalisierung, die dazu führt, dass schon die kleinste Abweichung von Vertrautem große Irritationen auslösen kann" (Herbert Kohler).
Es geht Bijl jedoch nicht allein um eine kritische Reflexion zeitgenössischen Konsumverhaltens; sein Interesse gilt generell auch unserem Umgang mit Kunst und Kultur, in einer Welt, die zunehmend geprägt ist durch gerade dieses Konsumverhalten. Entsprechend beschreibt Bijl selbst seine künstlerische Position als eine "Parodie unserer westlichen Gesellschaft und ihrer Normen".
Guillaume Bijl (1946 in Antwerpen geboren) gilt als einer der renommiertesten belgischen Künstler seiner Generation. Neben zahlreichen Einzelausstellungen in internationalen Kunstinstitutionen war er Teilnehmer der Documenta 9 (1992) und vertrat seine Heimat bereits zweimal auf der Venedig-Biennale, 1988 im belgischen Pavillon und 1999 im Arsenal. Seit 2001 ist er Professor an der Kunstakademie Münster.
Lockers-Room, Offenes Kulturhaus Linz.
Dokumenta Wax Museum (Rekonstruktion), Museum of Ontario, Toronto.
Musée d´Art Contemporain, Montréal.
Verboden te Kamperen (reconstruction), "Nature Morte", Stedelijke Kruidtuin, Leuven.
Melancholie und Eros, Multiple und Compositions, Neue Galerie Aachen.
Composition trouvée, schwere los, OÖ Landesgalerie, Linz.
History of Prehistoric Man, MUHKA, Antwerpen.
Guillaume Bijl, Retrospektive, Museum von Hedendaagse Kunst, Antwerpen; später
Kunstverein, Freiburg; Kunstverein, Hannover; Arken Museum for Moderne Kunst, Kopenhagen; Musée d´Art
Contemporain, Montreal.
Toujours moderne, Le Nouveau Musée, Villeurbanne.
Compositions, Galerie Hubert Winter, Wien.
TV-Quiz Decor, Biennale de Lyon.
Documenta Wax Museum , Documenta IX, Kassel.
Horizon Systems, Biennale, Sydney.
Komponisten-Sterbezimmer (Johannes Vogl), Galerie Hubert Winter, Wien.
NeuerSupermarkt, Galerie Littmann, Basel.
Antiquaire, Galerie Burrus, Paris.
Formal Wear Rental, Koury Wingate, New York.
Futon Store, The New Museum, New York.
Caravan Show, Magasin, Centre National d'Art Contemporain, Grenoble.
Forebidden to park bicycles, Airport, Montréal.
Privé Solarium-Kamer, Galerie Lumen Travo, Amsterdam.
Eine Neue Hoffnung, Kasseler Kunstverein, Kassel.
Miss Hamburg, Forum, Hamburg.
Four American Artists, Museum am Ostwall, Dortmund.
Fami Home, Belgisch Pavillion, Biennale Venedig, Venedig.
Spiegelstand, Galerie Wewerka, Fiac, Paris.
Heiratsvermittlung Rosa, Shakespeare House, Köln.
Treppengeschäft, Galerie Schmela, Düsseldorf.
Mon Chalet, Galerie Zeno X, Antwerpen.
Four American Artists, Galerie Grazia Terrible, Mailand.
Orgelstand, St. Pietersabdij, Gent.
Foire d´Octobre, E.L.A.C., Lyon.
Zu Vermieten, Furk'Art, Furka Pass, CH.
Schietoefenbaan, Apollohuis, Eindhoven.
Salon Lavoir, Galerie Andata Ritorno, Genève.
Atoomschuilkelder, Place St. Lambert, Luik.
Fitnesscenter, Cultureel Centrum De Beyerd, Breda.
Oosterse Tapijtenhandel, Stedelijk Museum, Amsterdam.
Casino, Museum van Hedendaagse Kunst, Gent.
Lusterstand, Art 15'84, Galerie Media, Basel.
Frituur, Cultureel Centrum, Berchem.
Salon de Coiffure, Musée d'Art Moderne, Paris.
Psychiatrische Instelling, Palais des Beaux-Arts, Brüssel.
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