<<


Gustav Vigeland (1869 -1943 )

Gustav Vigeland wurde am 11. April 1869 in Mandal, Provinz Vest-Agder geboren und verstarb am 12. März 1943 in Oslo. ER war wohl der bedeutendste Bildhauer Norwegens.

Vigelands naturalistische Werke wurden von Auguste Rodin beeinflusst. Als Jugendlicher machte er eine Lehre als Holzschnitzer. Eine weitere Ausbildung erhielt er vom Bildhauer Brynjulf Bergslien.

Vigeland wurde an der norwegischen Südküste in Mandal als Sohn eines pietistisch geprägten Möbelschreiners geboren, der Gustav und drei weitere Söhne in strengem Gottesglauben erzog. Schon früh erkannte der begabte Zweitälteste, der zunächst eine Lehre als Holzschnitzer absolvierte, dass er Bildhauer werden wollte. Als der Vater starb, rückte dieser Traum aus finanziellen Gründen in weite Ferne. Doch Gustav hatte Glück um Unglück. Der bekannte Bildhauer Brynjulf Bergslien förderte ihn mit der Unterstützung reicher Osloer Bürger, schickte ihn in die königliche Zeichenschule und unterrichtete ihn selbst. 1893 reiste Vigeland nach Paris, wo die Kunst Rodins ihn nachhaltig beeindruckte.

Eine Studienreise führte Gustav Vigeland 1895 nach Berlin. Während seines fast viermonatigen Aufenthaltes traf er in der Weinstube Zum schwarzen Ferkel auf eine Anzahl deutscher, polnischer und skandinavischer Künstler, unter ihnen Stanislaw Przybyszewski und Edvard Munch, mit denen er befreundet war. Von beiden fertigte er Porträtbüsten an, die nicht erhalten sind. Das einzige erhaltene Werk aus seiner Berliner Zeit ist die Figurengruppe „De nedbøyde“. Von Berlin aus reiste Vigeland weiter nach Florenz.

 

1894 hatte er seine erste eigene Ausstellung, die ihm Stipendien einbrachte. Ab 1897 arbeitete er am Wiederaufbau der mittelalterlichen Kathedrale in Trondheim mit. Mit der Zeit war seine Kunst so einträglich, dass Vigeland auf Honorare für die Arbeit am Skulpturenpark verzichten konnte.

Der Magistrat von Oslo erhielt die Rechte an den Skulpturen des Künstlers und kam im Gegenzug für den Lebensunterhalt des Künstlers auf. In Oslo steht im Frognerpark mit der Vigeland-Anlage eine monumentale Figurengruppe. Die Anlage entstand in den Jahren 1924–1943 und umfasst unter anderem 58 Bronzefiguren auf einer Brücke, darunter der berühmte Sinnataggen („der kleine Trotzkopf“), ein zornig mit dem Fuß aufstampfendes kleines Kind und eine aus 121 steinernen Figuren gebildete 17 m hohe Säule aus Granit. Im Süden des Frognerparks liegt das ehemalige Atelier des Bildhauers, in dem heute das Vigeland-Museum Skizzen und Skulpturen zeigt.

Mit dem 32 Hektar großen Areal hat Vigeland sich den Traum vieler Künstler erfüllt: Er hat ein Gesamtkunstwerk geschaffen,mit schmiedeeisernen Toren, Brunnen, Skulpturen und Brücke und dem Menolith > Menschensäule< - als zentralem Kunstwerk. Der alles überragende Menolith aus verschlungenen Menschenleibern. Drei Steinmetze haben an dem Kunstwerk gearbeitet, das Vigeland zuvor als Gipsmodell erstellte. 121 Figuren sind in der 17 Meter hohen Säule aufs Innigste miteinander verschlungen und vereint. Sternförmig angelegte Stufen führen, von kleineren Figurengruppen flankiert, zur Basis hinauf. In den Figuren an der Treppe lassen sich Menschen in verschiedenen Lebenssituationen und Altersstufen leicht erkennen. Die Interpretation des Monoliths ist Auslegungssache. Vierzig Jahre lang hat er an dem Park gearbeitet.

Vigeland entwarf 1902 auch die Friedensnobelpreis-Medaille.

Die Fontäne , als Sinnbild für den Zyklus des Lebens

Die eigentliche Geburtsstätte des Skulpturenparks war der große Springbrunnen, der von zwanzig Skulpturen umgeben ist, in denen mehrere Menschenleiber und Baumkronen ineinander übergehen. Auch in den sechzig Reliefs am Sockel findet sich das Motiv des Baums als Sinnbild für den Zyklus des Lebens wieder. Diesen Zyklus des Lebens, hat der Künstler als Motiv für seine Darstellungen gewählt. Offensichtlich war Vigeland von der Vielfalt möglicher Lebensformen fasziniert. Mit der prachtvollen Fontäne allein konnte er sich also kaum auf Dauer zufrieden geben. Stattdessen legte er den zuständigen Behörden immer wieder neue Pläne vor, in denen er Entwürfe für weitere Skulpturen vorstellte. Nach ausgiebiger Diskussion bekam er jedes Mal die Genehmigung, seine Entwürfe genau nach seinen Vorstellungen umzusetzen.

 

Vigeland verstarb am 12. März 1943

 

Literatur:

Schwarz, Dieter >Medardo Rosso< ,Engl. Ausgabe, 1. Aufl. 07.2004, Richter Verlag, ISBN : 978-3-933807-95-3

 Links

www.medardorosso.org

kunstwissen.de

 
>