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1900 - 1945 | 1945 - 2000

Jugendstil / Expressionismus / Kubismus / Futurismus / Abstraktion-Konstruktion / Dada / Surrealismus / Neue Sachlichkeit /



Surrealismus 1924 - 1945

Der Surrealismus ist die Revolte der unterdrückten Triebe ( Es) gegen den Verstand und findet in Freud einen medizinisch-philosophischen Rückhalt. Es ist die Revolte der Intelligenz der gegen das Kleinbürgertum und seinen geregelten Staat.

Viele Künstler mißtrauten - nicht zuletzt durch die Erfahrungen des l. Weltkrieges - der Vernünftigkeit der Menschen und gingen davon aus, daß mit der Vernunft beim Aufbau einer besseren Welt nicht zu rechnen sei. Und sie bauten deshalb auf die „Unvernunft" oder anders gesagt: auf die besondere Macht des Irrationalen, des Unterbewußten. Seine Wirkungen könnten - so hofften sie -eine Art Gesundung der Gesellschaft herbeiführen. Die vor diesem Hintergrund entstandene Kunstrichtung ist der sogenannte Surrealismus, der aus dem Pariser Dadaismus hervorging.

Einige Künstler suchen die psychoanalytischen Erkenntnisse des zu Weltruhm gelangenden Arztes Sigmund Freud über das Unbewußte auf die Kunst anzuwenden. »Kunst ist vielleicht die sichtbarste Wiederkehr des unterdrückten Bewußtseins« (Freud). Während des Schaffensprozesses tritt die sichtbare Wirklichkeit weitgehend vor der ebenso wirklichen,- wenn auch nicht sichtbaren Traumwelt (surrealite) zurück. Die Surrealisten entwickeln Methoden, um den kontrollierenden Verstand auszuschalten und die Erlebnisfähigkeit zu erweitern. Ihre Auffassung von Kunst führt zu einer Wertschätzung der sogenannten naiven Malerei, insbesondere der von HENRY ROUSSEAU (1844-1910).

Richtungsweisend wirken hier die kurz vor und während des 1. Weltkriegs entstehenden " metaphysischen Bilder" des Italieners de Chirico.

1919 gründete Andre Breton mit anderen Dichtern die Zeitschrift „Litterature". Der Kreis um diese Zeitschrift konnte sich nicht abfinden mit dem Radikalismus der Dadaisten, die mit jeglicher Art von Kunst brechen wollten, und versuchte zunächst, der Dada-Bewegung einen konstruktiven Charakter zu geben. Andre Breton und sein Kreis hielten an der Bedeutung bestimmter Künstler fest und feierten als besondere Entdeckung das dichterische Werk von Isidor Ducasse, dem „Comte de Lautrea-mont". Dieser hatte bereits im 19. Jahrhundert ihren auf das Irrationale gerichteten Bestrebungen vorgegriffen. So hatte er die Schönheit eines jungen Mannes ungewöhnlich bizarr „als zufällige Begegnung zwischen einem Regenschirm und einer Nähmaschine auf einem Seziertisch" beschrieben.

 Aus dieser Formulierung wurde später eine Art „Definition" für Surrealismus (von frz. sur = über, also ein Bezug auf das „Überwirkliche"): Andre Breton sprach vom Moment der „Entheima-tung" (le depaysement), wodurch die Dinge von ihrem angestammten Platz an einen fremden Ort verrückt werden. Dadurch entsteht eine ver-rückte Wirklichkeit, die auf Unterbewußtes, Traumhaftes verweist.

Andre Breton selbst definiert 1924 im „Ersten Manifest des Surrealismus" den Begriff Surrealismus folgendermaßen:

Reiner psychischer Automatismus, durch den man den wirklichen Ablauf des Denkens auszudrücken versucht. Denk-Diktat ohne jede Kontrolle durch die Vernunft, jenseits jeder ästhetischen oder ethischen Überlegung.

Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die höhere Wirklichkeit gewisser, bis dahin vernachlässigter Assoziationsformen, an die Allmacht des Traumes, an das zweckfreie Spiel des Denkens. Er zielt auf die endgültige Zerstörung aller anderen psychischen Mechanismen und will sich zur Lösung der hauptsächlichen Lebensprobleme an ihre Stelle setzen.

Pittura Metafisica: Giorgio de Chirico (1888-1978) 
Carlo Carrà (1881-1966) 

Max Ernst (1891-1976)
Salvador Dali (1904-1989)
( hier war eine Abb. vorgesehen )
Joan Miro (1893-1983) 
René Magritte (1898-1967) 
( hier war eine Abb. vorgesehen )
 Yves Tanguy (1900-55)
Edgar Ende ( - )


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