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Ree Morton (1936 - 1977)

Ree Morton war eine US-amerikanische Installationskünstlerin und Plastikerin der feministischen, postminimalistischen Kunstbewegung der 1970er Jahre. Ihr Werk ist sehr persönlich und vergleichbar zu dem Werk von Paul Thek.

 

3. August 1936 , geboren in Ossining, New York, USA
1968 , BFA von der University of Rhode Island, Kingston.
1970 ,MFA von der Tyler School of Art an der Temple University in Philadelphia. Anschließend hat Sie am Philadelphia College of Art unterrichtet.
Am 30. April 1977 im Alter von 40 Jahren , starb Morton bei einem Autounfall in Chicago, Illinois.

Morton arbeitete vorwiegend im Medium Zeichnung,Skulptur und Installation. Sie begann ihre Vollzeit künstlerische Laufbahn bei einem relativ höheren Alter nach ihrer Scheidung , als sie 30 war, nachdem bereits eine Navy Frau, Mutter und Hausfrau von drei Kindern geworden war. Morton `s Werk zeigt sich als "Konfrontations Unschuld", mit ironischem Humor durch dekorative Formen, wie Vorhänge, Rüschen und Girlanden. Sie reagiert in der ironischen Aufnahme von weiblichen Dekorationselementen auf ernste Themen ohne Frivolität. Ihr Werk ist ungewöhnlich in seiner naiven, philosophischen Direktheit und ohne literarischen Bezug zu nehmen. Ihre Widersprüchlichkeit und leicht perverse Vielfalt , ist eine Reaktion auf die zeitgenössiche Naturbewegung, indem sie Sich über einfachste natürliche Materialien nutzt um skulpturale Aussagen zu machen. Sie kombiniert häufig ihre Liebe zur Poesie und Semiotik. Viele textbasierte Arbeiten realisierte sie in Kreide und Bleistift. Die Intersubjektivierung von individuellen Weltkonstruktionen und -erklärungen und die sozialen Spiegelungen darin, die Zwischentöne und ungesagten Sätze in diesen Konstruktionen, interessierten sie. Sie nutzt die Resonanzen von Klischees und Sie verwickelt den Betrachter mit seinen Erwartungsmustern. Die ausgelegten Fährten, als Erwartungsspuren von Kultischem, werden ausgebremst und entlarvend dem Rezipienten wieder zur Vorlage gebracht als Klischees von vage erinnerten Resonanzen ästhetischer Wirkungsweisen. Sie hat auch immer ein Zitat vom Autor T. S. Eliot über ihrem Schreibtisch, die später als Titel ihrer retrospektiven verwendet wurde: "At the Still Point of the Turning World".

»Cliché icludes memory« steht in einem ihrer Skizzenbücher.

Mit mehr als nur Ironie führt sie diese Erinnerungsklischeetechnik in der Aktion »Maid of the Mist« vor. Der Film, der die Aktion von 1976 dokumentiert, bei dem eine gebastelte, bunte Leiter und ein Rettungsreifen als naiver Blumenkranz aus Celastic zum Einsatz kommen, wirkt wie die zahme Reanimation eines domestizierten indianischen Kultes für Flussgeister – eine Persiflage auf die Hippiekultur. Das Rituelle und die Inszenierung in diesem Schmu von Happening, wirken selbst noch in der medialen Vermittlung kläglich, aber es ist exakt diese Kläglichkeit, die aufgesetzte Mitmachästhetik mit Sollbruchstelle, mit der sie die Wirkungsweise solcher Klischees ausdrücken konnte.

"Sie entlarvte damit präzise eine nur zusammengereimte Vorstellung eines projizierten Naturverhältnisses als Sehnsuchtskonstrukt einer positivistisch geprägten Zeit. Mit dieser Schwan-kleb-an-Technik beschreibt sie präzise eine Grenze, an der eine ästhetisierte und technisierte Wissenswelt in der Konfrontation mit bestimmten Erscheinungen ihre Wort- und Formlosigkeit demonstriert. Gleichzeitig dokumentiert sie die Anfälligkeit für Heil und Harmonie versprechende Formen von Individuen, die sich gern rezentrieren würden. Es wäre, als hätte sie all die Schwierigkeiten und Holprigkeiten, die sich mit partizipativen Werken, interaktiven Aktionen und interventionistischen Praktiken im sozialen Raum später ergeben sollten, geahnt und vorausschauend hinterfragt.

Im Werk, in der Aktion, war sie – trotz aller Heiterkeit – sehr ernst und nahm sich nicht aus, war nicht distanzierte Inszenatorin. Sie übernahm Verantwortung, ein Mandat für ihre symbolische Ordnung und ermöglichte dennoch gleichzeitig in der Präsentation auch einen Betrachterstandpunkt, der diese Ordnung entlarvte. Damit konnte sie eine Unbestimmbarkeit konstruieren, einen Intervall offenhalten, eine Art unformatiertes Feld, von dem aus sie in einem ästhetischen Kontinuum agieren konnte, das tiefer gestaffelt und vielfältiger war. Auf die Gegenwart umgelegt könnte man es so versuchen: In Zeiten, in denen bindungsfreie Rationalitäten immerzu intellektuelle Distanzierungen erbringen müssen, um flexibel zu bleiben, und stete Selbstreproduktion des Einzelnen gefordert ist, läuft eine künstlerische Position Gefahr, dass sie lediglich neue Formen der Ausbeutung und Selbstausbeutung konzeptualisieren hilft. Auf dem schmalen Grat der situativen Unbestimmbarkeit liegt aber auch die Gefahr der Beliebigkeit, wenn nicht für die entworfene Ordnung ein Mandat übernommen wird, das Zuschreibungen von außen als konstitutives Element integriert und produktiv umsetzt. Ree Morten hat dieses symbolische Mandat ernst genommen und mit Handlung erfüllt und hat damit heute wieder viel zu sagen. "

Matthias Klos >Ree Morton - »The Deities Must be Made to Laugh«< ,Generali Foundation,Wien ,12.12.2008 - 1.3.2009

Im Jahr 1980 stellte das New Museum in New York City Ree Morton:. Retrospective 1971-1977, organisiert von Alan Schwartzman und Kathleen Thomas . Die Ausstellung an der Universität von Chicago, Albright-Knox Art Gallery (Buffalo nach der Renaissance Society gereist, NY), University of Colorado Museum (Boulder) und zum Contemporary Arts Museum Houston.

Morton Skizzenbücher und Notebooks haben auch eine Quelle der Inspiration und Thema der Ausstellung werden. Im Jahr 2000 veranstaltete die Robert Hull Fleming Museum an der University of Vermont eine Ausstellung mit dem Titel, das Paarungsverhalten von Linien: Skizzenbücher und Notebooks von Ree Morton. Die Ausstellung reiste auch nach der Rosenwald Wolf Gallery an der Universität der Künste in Philadelphia Pennsylvania.

Andere bemerkenswerte Ausstellungen waren im Whitney Museum of American Art, ihre Arbeit wurde in der Ausstellung ; "WACK ! Kunst und die feministische Revolution "im Museum of Contemporary Art in Los Angeles gezeigt. Ihre Arbeit war in der 2007 Wanderausstellung "High Times, Hard Times -New York Painting 1967 -1975 " enthalten. Eine umfangreiche Ausstellung ihrer Arbeiten wurden in der Generali Foundation in Wien, in 2008 gezeigt. Im Jahr 2015 präsentierte das Museo Reina Sofía die erste große Retrospektive:" Ree Morton: Be a Place, Place an Image, Imagine a Poem."

 

 

Morton in bedeutenden Sammlungen

Museum of Modern Art, New York

Whitney Museum of American Art, New York

Art Institute of Chicago

Brooklyn Museum

Los Angeles County Museum of Art

 

Literatur:

 

Link:

 

kunstwissen.de

 
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