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Franz Radziwill (1895-1983)

1895 Franz Radziwill wird in Strohausen (Unterweser) geboren. Er wächst in Bremen in der Nähe des Flugplatzes und des Hafens auf - zwei Orte, die ihn prägen.

1913 Er schließt eine Maurerlehre ab und beginnt ein Architekturstudium in Bremen.

1915 Er bricht das Studium ab und wechselt an die Kunstgewerbeschule. An den Fronten in Russland, Flandern und Nordfrankreich wird er als Sanitäter eingesetzt.

1917 Erstmals werden seine Papierarbeiten in Hamburg gezeigt.

1923 In Dangast erwirbt er ein Fischerhaus, nachdem er den Ort 1921 erstmals auf Anraten Karl Schmidt-Rottluffs besucht hatte. Die Oldenburgerin Johanna-lngeborg Haase wird seine Frau.

1925 Radziwill reist u. a. nach Dresden und Amsterdam. Dort entdeckt er die altniederländische Kunst für sich.

1933 Er wird Mitglied der NSDAP und übernimmt Paul Klees Lehrstuhl an der Düsseldorfer Kunstakademie.

1935 Bilder seines expressionistischen Frühwerks werden entdeckt. Er wird seines Amtes enthoben und laufende Ausstellungen werden geschlossen.

1937 Der Künstler erhält Rehabilitation durch das Reichspropagandaministerium.

1938 Drei seiner Bilder sind in der Ausstellung „Entartete Kunst" in Berlin zu sehen, seine Werke werden aus öffentlichen Sammlungen entfernt.

1939 Er wird als Soldat an der Westfront eingesetzt.

1944 Er arbeitet als technischer Zeichner in der Industrie,wird zum Volkssturm eingezogen und gerät in britische

Kriegsgefangenschaft.

1948 Sechs Jahre zuvor verwitwet, heiratet er Anna-Inge Rauer-Riechelmann; die Tochter Konstanze wird geboren.

1955 Eine Retrospektive in Oldenburg ist die erste größere Ausstellung nach dem Krieg.

1963/54 Er reist als Ehrengast der Villa Massimo nach Rom.

1972 Er erkrankt am Grünen Star und muss die Malerei aufgeben.

1983 Franz Radziwill stirbt im Alter von 88 Jahren an einem Herzleiden.

Rqadziwill malt Landschaften, Stadtansichten, Marinebilder, Stillleben und Porträts.

Zunächst beeinflusst durch die Kunst der „Brücke" - insbesondere Karl Schmidt-Rottluff - wendet sich Radziwill gegen 1925 einer betont nüchternen, dem Realismus verpflichteten Darstellungsweise zu. Ihr bleibt er bis zuletzt treu. Doch oftmals hat die Realität in seinen Bildern eine irreale, Angst einflößende dunkle Seite, die betont wird durch bedrohlich wirkende Elemente und Symbole: Märchenhafte Landschaften, Fantasiegeschöpfe, Planeten Flugzeuge, Kriegsschiffe u.a. machen seine Bilder zu apokalyptischen Visionen. Die Kunsthalle Emden besitzt ca 70 Arbeiten.

Literatur:

 

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