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POSTMODERNE ab 1978 | 21. JAHRHUNDERT

Picture Generation 1974-1984

 Junge Wilde / Neoexpressionismus 1979 - 1985
YBA1990 -2008
Appropriation Art 1978- 2000
Leipziger Schule
2000- 2010
 

......POST

MODERNE ::::::::1990 - Heute










Kelley,
Kippenberger,
Koons,
McCarthy,
Yuskavage
,


Die Postmoderne lehnt das Innovationsstreben der Moderne ab und diffamiert dieses selbst als automatisiert und etabliert. Andererseits wird mit der Forderung einer prinzipiellen Offenheit des Kunstwerkes auf die Moderne Bezug genommen. Begann die Postmoderne als Anarchischer Protest ( Junge Wilde / Punk) so wurde sie zunehmens durch intellektuelle Konzepte geprägt die subversiv,zynisch oder auch naiv vorgingen.

Charakteristisches Element der Postmoderne ist ein extremer Stilpluralismus, der oftmals in einer Anhäufung von Zitaten verschiedenster Kunstperioden und in Multimediaproduktionen kulminiert. Der Grundsatz, dass in Literatur, Film, Architektur und bildender Kunst nichts Neues mehr zu schaffen sei (eine Position, die freilich schon Thomas Mann vertrat), führt hier zum spielerischen Umgang mit vorhandenem Material.

Die anscheinende „Rückbesinnung" auf Geschichte und Traditionen aber erweist sich als Versuch, die überlieferten Verfahrensweisen zu einem neuen Ganzen zu collagieren. Dabei werden Grenzen zwischen Kitsch und Kunst, Massenkultur und elitärer Kunstauffassung bewusst verwischt (herausragendes Beispiel hierfür ist Jeff Koons).

Synonyme zu Postmoderne sind Transavantgarde und Spätmoderne, wobei der letztere Begriff die krasse Antithese zwischen Postmoderne und Moderne mildert. Ihr pluralistisches Selbstverständnis hat der Postmoderne des Öfteren den Vorwurf der Beliebigkeit eingebracht, andererseits handelt es sich um die Weiterführung und Verarbeitung der Methoden von Beuys, Koons,Warhol, Punk, Expressionismus, Concept Art ,Photorealismus und Fluxus. Vielleicht ist sogar Fluxus das >backbone < der Postmoderne.

 

Vorwort

Mit dem öffentlichen Erscheinen von Photorealismus ( um 1968 ) und Concept Art / Land Art ( ebenfalls um 1968 ) wird sich die Kunst der Situation bewußt dass es kein weiter nach Vorne mehr gibt, dass die Grenzen der Moderne erreicht waren . Frank Stella war einer der ersten die das erkannt hatte und es im neuen Ansatz seiner Arbeiten zeigte, auch Chuk Close ein Photorealist der ersten Stunde begann zurück zu rudern. Es folgte die italienische Transavantgardia und die "Jungen Wilden ". Ein Vermuten wurde nun zur Gewißheit, dass die Richtung nach Vorne die Richtung zurück miteinbezieht und die Kunst in jeden Fall frei ist, die Richtung und die Definition von Kunst auszutauschen. ( siehe auch Mark Tansey) .

Nun da es offensichtlich wurde, dass die Mannschaft die Richtung des Schiffes um 180 Grad drehte um weiterhin Avantgarde zu sein, gab es kein Ziel mehr, dass die Moderne noch proklamieren konnte. Die Idee des Funktionalismus vom Beginn der Moderne als moralische Idee war zerbrochen und man erkannte, dass man einem Phantom nachgejagt war.

So läßt die Kunst seit den 80ger Jahren die Frage einer " zielgerichteten Stilentwicklung der Kunst hin zur Abstraktion" außen vor, und orientiert sich an der Punk-Musikbewegung aus England (1977).

Der Künstler ist ein individuell/körperliches Sein und kotzt seine Seele und Ideen ohne formale Überlegungen aus.

Der Kurswechsel war so hart und ungestüm, dass das Bürgertum es garnicht ganz mitbekam was da nun passiert war: nach Dada und Fluxus die erneute Hinwendung zum Dilletantismus , zur absoluten Freiheit, zur Ablehnung des Bürgertums und seiner Werte, das Heraufscheinen einer Massenkultur.

Nach drei ungestümen Jahren auf der Straße war die Kraft verbraucht und die mitschwimmenden Kunstakademiekünstler segelten schnell wieder zurück in den sicheren Hafen der Galerien und des Kunstpublikums., die ihrerseits das Ganze als eine formalästhetische Entwicklung betrachteten. Wie ein Strohfeuer brach der PUNK und die Neue Wilde Malerei zusammen und aus der Anarchie der Malerei erstand wie Phönix aus der Asche die Concept Art als die bürgerliche Kunstform der 90ger Jahre.

Alles was nun nicht Projekt oder Concept war hatte keine Chance wahrgenomen zu werden. Die 90ger Jahre waren theoretisierend, dokumentierend, elitär, interaktiv, thematisierten Körper und Geld , besannen sich auf das Ausstellungswesen als Kunstwerk . Die "Demokratisierung der Kunst " und ein behauptetes "soziales Engagement" zeigte sich in der Projektierung von sog. Interventionen . Eine Gruppe von internationalen Ausstellungsmachern inszenierte/ regierte Ausstellungskunst , zeigte sich ortsspezfisch und adressatenspezifisch ausgerichtet. Internationale Kunstprojekte, Bienalen, Trienalen und Ausstellungen an den unmöglichsten Orten vom Taxi, über beliebige Stadträume bis zu Ausstellungen in den Wohnungen von Freunden zu denen man geladen wurde bestimmten das Jahrzehnt. Kunst wurde alsdann der Politk als Werbemittel der Atttaktivitätssteigerung der Städte erkannt und als Wirtschaftsfaktor aktiv vermarktet.

Die Arbeiten der Künstler standen einer massenwirksamen verkaufssteigernden Emotionalität merkwürdig quer und bedurften der Erklärung von Hundertschaften von Kunstvermittlern., denn ihre Arbeitenb hatten dokumentarische Evidenz waren aus realen Situationen abgeleitet und sollen situativ Erfahrungen vermitteln dh. Bewußtseinprozesse auslösen. Es ging um die tägliche Realität in den Künsten wie schon bei FLUXUS, indem man nun beiläufige Aspekte von FLUXUS mit pädagogischem Werkcharakter versehen wurden.

 

Nach dem Zusammenbruch des Kommunsismus

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus um 1990 treten an die Stelle von politischen Ideologien individuelle Mythologien, die von großen Medienkomplexen ausgebaut und vermarktet werden: "Superman","Spidermann", Batman" " Ninja Turtels", "Tarzan", "H-Man" , "Super-Heros", Heidi", "Pinoccio", "Biene Maja" etc.

Die wegweisenden Künstler dieser Zeit Mike Kelley und Paul McCarthy, waren beim "Bienalezirkus" - im Stile der >Skulptur Projekte Münster< - nicht anwesend, da ihre Arbeiten wohl zu zynisch waren. Beide setzen die eigene Biographie in ihr Werk ein und zeigen wie der einzelne in der jeweiligen Gebundenheit an seine Weltanschauung gefangen ist. Vorgestellt werden zentrale Lebensweisen , Ideologien bzw. Weltanschauungen: "american way of life", "catholic tastes", "college dreams", " us-army-life"," Plüschtiere " etc..

Der US-Amerikaner Paul McCarthy findet bei "Disney "und "Kitsch" seinen Werkansatz. >Disneyland< ist wohl die amerikanische Form der Idee vom gelebten gesellschaftlichen >Gesamtkunstwerk< im Gegensatz zu Beuys´ >Soziale Plastik <. In der Rückbesinnung auf den Punk wird der amerikanische "way of life" gnadenlos dekonstruktiviert, dh. ganz wörtlich durch den Kakao gezogen. ( oft ist es aber auch Ketchup und Mayonaise ) Dazu nimmt er sich die Themenfelder der amerikanischen Mythen vor: u.a. den Cowboy, Alfred E. Neuman, Pinoccio , Heidi , Santa Claus, Michael Jackson und behandelt diese im Sinne der Zeitschrift MAD.

Mike Kelley verbindet den Punk und die Concept Art zur Analyse seiner biographischen und soziologischen Werdeganges als Produkt des "American Way of life"

Beide Künstler reagieren darin parallel zu den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen im Westen der letzten 10 - 20 Jahre in denen die Filme die Blockbuster sein wollen mit Feuer, Rauch und Geballer Mythen ( Märchen) erzählen müssen:
"Star wars" (USA) , "Herr der Ringe"(Europa) und "Manga" (Japan). Diese Mythen nehmen immer mehr den Platz von politischen Ideologien ein.

 

Die Neo Romantik der Leipziger Schule

Mit Neo Rauch aus Leipzig mit romantisch-surrealen Bildwelten beginnt ein erneuter Schub der Aufarbeitung der Geschichte. Es zeigen sich ähnlliche Phänomene in England mit Peter Doig und auch Malern in den USA wie John Currin, zum Teil auch Lisa Yuskavage

Laura Owens , Thaddeus Strode und Manuel Ocampo setzen die Postmoderne fort, wie auch Gursky, Terry Rodgers und viel andere.

 


Text 2

Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus um 1990 treten an die Stelle von politischen Ideologien, komerzielle Mythologien, die von großen Medienkomplexen ausgebaut und vermarktet werden: "Superman","Spidermann", Batman" " Ninja Turtels", "Tarzan", "H-Man" , "Super-Heros", Heidi", "Pinoccio", "Biene Maja" etc. Die wegweisenden Künstler: Mike Kelley und Paul McCarthy (USA) und Gilbert& George(GB), verknüpfen die eigene Biographie mit ihrem Werk und zeigen wie der einzelne in der jeweiligen Gebundenheit in seiner kommerziellen Mythologie gefangen ist. Vorgestellt werden zentrale Lebensweisen , Ideologien bzw. Weltanschauungen: "american way of life", "catholic tastes", "college dreams", " us-army-life", "Disney-world" bzw " Homosexualität"

Der US-Amerikaner Paul McCarthy findet bei "Disney " seinen Werkansatz. >Disneyland< ist wohl die amerikanische Form der Idee vom gelebten gesellschaftlichen >Gesamtkunstwerk< im Gegensatz zur europäischen Tradition in der Person von Joseph Beuys´ >Soziale Plastik <. In der Rückbesinnung auf die Methodik des Punk wird der amerikanische "way of life" gnadenlos dekonstruktiviert, dh. ganz wörtlich durch den Kakao gezogen. ( oft ist es aber auch Ketchup und Mayonaise ) Dazu nimmt er sich die Themenfelder der amerikanischen Mythen vor: u.a. den Cowboy, Alfred E. Neuman, Pinoccio , Heidi , Santa Claus, Michael Jackson und behandelt diese im Sinne der Zeitschrift MAD.

Mike Kelley benutzt die " Do it yourself"-Methodik und die Formgebung der Folkskunst und der Autodidakten und dekonstruiert damit zB. den amerikanischen Superhelden: Superman

Beide Künstler reagieren darin parallel zu den gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen im Westen der letzten 10 - 20 Jahre in denen die Filme die Blockbuster sein wollen mit Feuer , Rauch und Geballer Mythen ( Märchen) erzählen müssen: "Su7perman", "Star wars" (USA) , "Herr der Ringe"(Europa) und "Manga" (Japan). Diese Mythen nehmen immer mehr den Platz von politischen Ideologien ein.

 

Mit dem Ende der Moderne definiert die Avantgarde die Richtung ihrer Bemühungen neu. War die Moderne mit der Idee der Abstraktion und der Artikutalition ihrer eigenen Darstellungsbedingungen -die Frage nach dem "WIE" der Darstellung - forschend unterwegs, ist dies heute eine überlebte Arbeitsweise. Die Nullpunkte der Gestaltungsmöglichkeiten in Medium , Form, Farbe und Material wurden besucht und ebenso die verschiedenen Wirklichkeitsmöglichkeiten: Utopie, Konzept, Symbol , Surrealität, Expressivität, Impressivität, Abstraktivität und so weiter.

Nun nachdem das grammatikalische Feld durdchquert ist, geht es zurück zum Inhaltlichen. Was heißt heute schon Form und Farbe? Auf jeden Fall geht es bei der Herstellung einer Nachricht nicht um Öl auf Leinwand, sondern um Film und die neuen Medien, wenn man den Mainstream erreichnen will und sich nicht selber als ahistorisch definieren will. Heute steht die Kunst der Herausforderung der neuen Medien gegenüber - ein Weitermachen in Öl auf Leinwand und Gips ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit und somit Freizeitbeschäftigung. Öl auf Leinwand richtet sich nur noch an eine gesellschaftliche Randgruppe bzw. ist nur noch Deko. Es sei denn... diese Freizeitbastelei wird in einer ironischen Brechung sich seiner selbst bewußt vorgeführt und kann zudem noch eine wesentliche subjetkive/ gesellschaftlicher Botschaft transportieren (z.B. Martin Kippenberger , Neo Rauch etc.).

 

In dieser Zeit des Umbruchs vom handwerklichen zum digitalen Arbeiten zeigen die Arbeiten der Künstler eine große Vielfalt von Ansätzen und Themen. Nachdem das " Wie " eines Kunstwerkes nicht mehr im Mittelpunkt der Aussage steht , finden sich deutliche erzählerische Impulse und globale Bezüge. Nach Jahrzehnten gesellschaftlicher Themen, steht nun wieder das Individum im Vordergrund. Die Welt zeigt sich als Themenpark , mit den Abteilungen : Kommerz, Chaos, Gewalt, Unterhaltung ; ist unlogisch, grotesk, zynisch - und zeigt sich als eine Fatamorgana , als Irrenhaus , vorübergehender Halt. Dennoch handelt es sich um die Weiterführung und Verarbeitung der Methoden der Moderne : Beuys, Koons,Warhol, Punk, Expressionismus, Concept Art , Photorealismus und Fluxus. Fluxus erweist sich weiterhin als das >backbone < der jetzigen Kunst, da FLUXUS auf den moralischen Zeigefinger versichtet und nicht teleologisch ausgerichtet ist.

Charakteristisches Element der Gegenwart bleiben Zitate und ein multimedialer Ansatz. Die Haltung der Arbeiten zeigt sich zumeist zynisch, ironisch oder sogar naiv. Das Verlassen des rein formalen Ansatzes und die Rückbesinnung auf erzählerische Traditionen erweist sich als Versuch, die überlieferten Verfahrensweisen zu einem neuen Ganzen zu collagieren. Dabei werden Grenzen zwischen Kitsch und Kunst, Massenkultur und elitärer Kunstauffassung bewusst geschliffen.


>> weiter mit dem 21. Jahrhundert

Auf Grund der Rechtsansprüche der VG Bild-Kunst müssen wir als Schule auf Abbildungen verzichten.

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