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»Ohne Abweichung von der Norm, habe ich schon mehrfach in Interviews erklärt, ist >Fortschritt< nicht möglich. Um erfolgreich abzuweichen, muß man eine zumindest oberflächliche Kenntnis der Norm haben, von der man abzuweichen gedenkt.« Frank Zappa

 

Happening , Aktion , Performance und Videopiece sind Konsequenzen einer befreiten Kunsttheorie als eine vom spartendenken befreite Kunstpraxis in der Tradition von DADA und FLUXUS. Performance und Aktion bezeichnen im allg. eine theatralische Vorführung ohne Mitwirkung des Publikums, während das Happening die Zuschauer als Publikum miteinbezieht. Grundelemente sind: Zeit, Raum, Körper, Sprache, Geräusch

Der Begriff "Happening" wurde erstmals 1958 von Allan Kaprow benutzt um sein Tun in der Reuben Gallery NY zu bezeichnen :"18 Happenings in 6 Parts" Ohne es so zu bezeichnen hatte der deutsche Künstler Wolf Vostell 1954 schon eine Happening-Partitur geschrieben die Handlungsanweiseungen für Aktionen in Wuppertal gibt. Ziel des Happenings ist es den Betrachter direkt in das Geschehen einzubeziehen und die Grenze von Produzent und Rezipient aufzubrechen und zudem den traditionellen Kunstbegriff zu erweitern , die Kunst mit dem täglichen Leben zu verbinden. Dazu war es notwendig dass die Kunst auf die Straße ging.

>Happening soll nicht Kunst sein, sondern alltägliches Leben. Wenn die Amerikaner happenigs in der Kunsthalle machen, dann ist das kein happening mehr. Das Beste wätre , gute happenings nicht mehr happenings zu nennen und schlechte happenings happening zu nennen.< Name June Paik

Die wesentlichen Schritte zu der Form des Happening machten Futurismus um 1909 und DADA ab1916 in der simmultanen Verbindung von gesprochenem Text, Ton und Aktion. Massenunterhalter wie der Entfesselungskünstler Harry Houdini oder der Zirkus sind durchaus Vorbilder für die Künstler. Die "Reklamation der Straße" d.h.öffentliche Auftritte außerhalb von Theaters und Museum, bezeichnen den Weg der Kunst in die moderne Massengesellschaft ( siehe Beuys " Die Geheimnisse finden im Hauptbahnhof statt").

Um 1960 ergänzten die Kinetiker programmierte Bewegung und Licht. FLUXUS brachte die Methoden von DADA auf die Höhe der damaligen Zeit ( 1960-1970) ergänzte Film und den Umgang mit der Gebrauchsgegenstands-Sphäre und dem Denken und Handlen in Konzepten und minimalen Stukturen. Vostell und Kaprow gelten als die Erfinder des Happening. Während in den 60ger und 70ger Jahren gesellschaftlich bezogen gearbeitet wurde, war die Kunst in den 80ger und 90ger Jahren persöhnlich/körperlich orientiert, selbst in den Bezügen zu zentralen Ideologien bzw. Weltanschauungen. ( Religion, Kapitalismus (american way of life) , wie zum Beispiel bei Mike Kelley . Disneyland ist wohl die amerikanische Form der Idee vom gelebten gesellschaftlichen >Gesamtkunstwerk< im Gegensatz zu Beuys´ >Soziale Plastik <. Der US-Amerikaner Paul McCarthy findet darum bei Disney seinen Werkansatz. Zudem nimmt der Bezug zu modernen Mythen wie "Star wars" (USA) , "Herr der Ringe"(Europa) und "Manga" (Japan) immer mehr den Platz von politischen Ideologien ein. An die Stelle von politischen Ideologien treten individuelle Mythologien die von großen Medienkomplexen ausgebaut und vermarktet werden.( "Superman","Spidermann", Batman" " Ninja Turtels", "Tarzan", "H-Man", The Fantastic Four" etc...

Der aufführende Charakter von Kunst tritt auch in Warhols Kunst ( Filmen) und seinen Lightshows auf . Der Weg der Entwicklung geht von gefilmten Aktionen zur Spielhandlung und Videotrailern , vom 16 mmm Film über Umax Analogbandaufzeichnung (Video) zu Digital Video; von der Leinwand zum >Flatscreen< in der Projektion zur Video-Skulptur , Video-Installation , Video-Räumen zu Website-Netzwerken mit Streaming Video und Interaktiv Media.

Zu den Protagonisten von Aktionskunst sind zu zählen:

ab 1909 Marinetti

ab 1910 Huelsenbeck , Tzara , Arp, Schwitters,

ab 1945 John Cage,
ab 1960 George Maciunas, Wolf Vostell , Allan Kaprow, Nam June Paik , George Brecht , Yoko Ono , Yves Klein , Beuys, Dick Higgins, FLUXUS, Gustav Metzger, Carolee Schneemann, Joan Jonas, Vito Acconci, H.A. Schult , Wiener Aktionisten , Valie Export, Situationisten

ab 1970 Stuart Brisley , Robert Wilson,Yvonne Rainer, Bruce Nauman, Chris Burdon, Gilbert& George, Tim Ulrichs, Marina AbramoviC/ Ulay , Paul Mc Carthy, Martha Rosler, Dan Graham

ab 1980 Fischli/Weiß, Laurie Anderson, David Byrne

ab 1990 Mike Kelly, Leigh Bowery , Rirkrit Tiravanija

Weitere Themen:

 

Literatur:

José Antonio Agúndez Garcia > 10 Happenings von Wolf Vostell<, Malpardida 1999/2001, ISBN- 84-7671-510-2

 

Uwe M. Schneede>Joseph Beuys -Die Aktionen<, HatjeVerlag, 1994

ISBN-3775704507

>Paul McCarthy<

Hatje Cantz Verlag Englisch 2000. 258 Seiten, 440 Abb., davon 280 farbig, 21,60 x 27,00 cm,Broschur , ISBN3-7757-0949-5

>Marina Abramovic<

Charles Atlas,Hatje Cantz Verlag (1994) Sondereinband / Sprache Englisch

ISBN-3893222642

>Experiments in the Everyday: Allan Kaprow and Robert Watts--Events, Objects, Documents< Benjamin H. D. Buchloh, u. a.

Miriam & IRA D. Wallach Art Gallery (2000)

Taschenbuch / Sprache Englisch

ISBN-1884919073

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