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1900 - 1945 | 1945 - 2000

"nach 45" - Deutsche Nachkriegskunst


Die Nachkriegszeit besteht aus der Neuorientierung der Künstler, die vor allem die vom Nationalsozialismus verbotenen Kunstrichtungen wieder aufnahmen unter besonderer Berücksichtigung des französichen Tachismus und des Surealismus , Expressionismus, Neuer Sachlichkeit , Kubismus, konkreter und lyrischer Abstraktion und vor allem des philosophischen Existentialismus. Das Action Painting - eine Variation des Tachismus - der US-amerikanischen Maler wird mit der Zeit immer wichtiger für die gedankliche Neubesinnung in Deutschland.

Zwei Richtungen streiten zu Beginn um die Vorherrschaft:

Willi Baumeister als Vertreter der Abstraktion und

Karl Hofer als Vertreter der figürlichen Malerei.

Mit dem Jahr 1949 gingen mit der Gründung von DDR und BRD die Spaltung der Kultur einher. ( DDR ,* Bitterfelder Weg,1959 : Namensgebend war eine am 24. April 1959 veranstaltete Autorenkonferenz des Mitteldeutschen Verlages im Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld, dem späteren VEB Chemiekombinat Bitterfeld.

Dabei sollte geklärt werden, wie den Werktätigen ein aktiver Zugang zu Kunst und Kultur ermöglicht werden kann. Die „vorhandene Trennung von Kunst und Leben“ und die „Entfremdung zwischen Künstler und Volk“ sollte überwunden, die Arbeiterklasse am Aufbau des Sozialismus umfassender beteiligt werden. Dazu sollten u. a. Künstler und Schriftsteller in den Fabriken arbeiten und Arbeiter bei deren eigener künstlerischer Tätigkeit unterstützen (Bewegung schreibender Arbeiter). Die im Wesentlichen von Walter Ulbricht ausgegebenen Direktiven standen unter dem Motto Greif zur Feder, Kumpel, die sozialistische deutsche Nationalkultur braucht dich!. Schon auf dem fünften Parteitag der SED 1958 stellte Ulbricht die Forderung auf: „In Staat und Wirtschaft ist die Arbeiterklasse der DDR bereits Herr. Jetzt muss sie auch die Höhen der Kultur stürmen und von ihnen Besitz ergreifen.“

In der Tat kam es zu einem Aufschwung der Laienkunst, etwa durch regelmäßig veranstaltete Arbeiterfestspiele. Jedoch kommentierte der Konferenzteilnehmer und hoffierte Dichter KuBa gegenüber dem SED-Funktionär und Sekretär für Kultur der SED-Bezirksleitung Halle Hans Bentzien die Möglichkeiten einer solcherart gesteuerten Kulturpolitik schon auf der Konferenz ernüchternd: "Das wird ein bitterer Feldweg werden."[

Die zweite Bitterfelder Konferenz am 24. und 25. April 1964 stellte den Kulturschaffenden die Aufgabe, insbesondere die „Bildung des sozialistischen Bewusstseins“ und der „sozialistischen Persönlichkeit“ zu fördern. Schon im Dezember 1965 wurde der Bitterfelder Weg de facto aufgegeben – das Konzept, Künstler durch den Einsatz in der Produktion an Partei und Werktätige zu binden, ging nicht auf. Noch einmal, im April 1967, wollte der siebte Parteitag der SED den Bitterfelder Weg als Bestandteil des offiziellen Parteiprogramms wiederbeleben. Textauszüge siehe Wikipedia

 

Am 31. Oktober 1951 erklärte Walter Ulbricht vor der Volkskammer der DDR: "Ich will keine abstrakten Bilder mehr sehen. Wir brauchen weder Bilder von Mondlandschaften noch von faulen Eiern. Die Grau-in-Grau-Malerei, die ein Ausdruck des kapitalistischen Niedergangs ist, steht im schroffsten Widerspruch zum heutigen Leben in der DDR." Der DDR-Kunstideologe Hans Lauter verkündete 1951 "die abstrakte Kunst bedeute objektiv eine Unterstützung der Kriegspolitik des amerikanischen Imperialismus". Damit war für die DDR ein Frontverlauf gesetzt; die Politik des Westens spiegelte diesen Fakt und definierte sich vollkommen über ungegenständliche Kunst und hielt zum Realismus einen Sicherheitsabstand. Karl Otto Götz wurde 1959 in Düsseldorf zum Professor für "freie Malerei" berufen, ein Titel, der auch als politische Ansage zu verstehen war. Existentialisten und Kalte Krieger rissen sich um ihn; das Informel, das angetreten war, sich von formalen und ideologischen Überfrachtungen freizumalen, war ab sofort Demokratie in Öl.

Mit "Formalismusstreit" wird die Kulturdebatte Anfang der 1950er Jahre in der DDR bezeichnet, die, staatlich initiiert, eine klare Abgrenzung der DDR-Kunst vom „westlich-dekadenten Kunstbetrieb“ zum Ziel hatte. Inhaltlich zielte die Kampagne auf eine Abkehr von der Freiheit der Kunst, wie sie noch auf der ersten Zentralen Kulturtagung der SED vom 7. Mai 1948 gefordert worden war. Als offizieller Auftakt zur Formalismusdebatte gilt inzwischen der Artikel des sowjetischen Kulturoffiziers Alexander Dymschitz vom 19. und 24. November 1949 in der Täglichen Rundschau. In diesem Artikel warf er Pablo Picasso, Marc Chagall, Karl Schmidt-Rottluff und Karl Hofer „Mummenschanz“ und „Wirklichkeitsfälschung“ vor.
Der Kulturpolitiker Andrei Schdanow formulierte dabei, was unter Formalismus in der Musik zu verstehen sei, nämlich die Abwendung von der Volkstümlichkeit und vom Dienst am Volke sowie die Hinwendung zu „den rein individualistischen Empfindungen einer kleinen Gruppe auserwählter Ästheten“.

Grundlage der Änderung war dann der Beschluss des 5. Plenums des Zentralkomitees (ZK) der SED vom 17. März 1951 gegen die Freiheit der Kunst: Kampf gegen Formalismus in Literatur und Kunst für eine fortschrittliche deutsche Kultur. Als Zielrichtung des Beschlusses nannte Otto Grotewohl:

 

„Literatur und bildende Künste sind der Politik untergeordnet, aber es ist klar, dass sie einen starken Einfluss auf die Politik ausüben. Die Idee der Kunst muss der Marschrichtung des politischen Kampfes folgen“ – Unser rotes Blut siedet. In: Der Spiegel. Nr. 43, 1951, S. 30–32 (online nur auszugsweise zitiert).

 

Dafür sprach sich auch Walter Ulbricht in seiner Rede vor der Volkskammer der DDR am 31. Oktober aus:

„Wir wollen in unseren Kunstschulen keine abstrakten Bilder mehr sehen. Wir brauchen weder die Bilder von Mondlandschaften noch von faulen Fischen. Die Grau-in-Grau-Malerei, die ein Ausdruck des kapitalistischen Niedergangs ist, steht im schroffsten Widerspruch zum heutigen Leben in der DDR.“

 

 

Alle weiteren wichtigen damaligen Protagonisten lassen sich entsprechend zuordnen:

Max Beckmann, Hubert Berke, Julius Bissier, Carl Buchheister, Rolf Cavael, Gustav Deppe, Adolf Fleischmann, Werner Gilles, K.O. Götz, Bruno Goller, Thomas Grochowiak, Hans Hartung, Ernst Hermanns, Peter Herkenrath, Hannah Höch, Paul Klee, Fitz Levedag, Jean Leppin, Jeanne Mammen, Georg Meistermann, Rolf Müller-Landau, Max Bill, Oskar Moll, E.W. Nay, Gerta Overbeck, Heinrich Siepmann, Bernhard Schultze, Heinrich Siepmann, Hann Trier, Heinz Trökes, Hans Werdehausen, Theodor Werner, Fritz Winter, Wols.

Gruppen: "Junger Westen, * 1948

"Und wir waren der Meinung, dass die Schönheit von Masten, die Umsetzung technisch vorgeformter Dinge zu Bildformen, die Charakterisierung des Technischen als schöne, konstruktive, farbig von einem Bildgedanken her aufzubauende Komposition eigentlich einen unglaublichen Sinn haben könnte, insbesondere weil wir in Trümmern lebten." (Thomas Grochowiak)

,Recklinghausen| "Spur , *1958", München | "Quadriga", 1952 , Frankfurt


Unterthemen einer Reihe des Theater Münster, Idee und Konzept Wolfgang Türk:

1. Von der Potsdamer Konferenz zur Berliner Mauer. Das geteilte Deutschland 1945-1961
2. Kunst -und Kulturpolitik unter alliierter Besatzung 1945-1949
3. Dekorative idylle und vitaler Aufruhr. Kunst und Kultur in der BRD der 50er Jahre
4. Wir durchleben magere Jahre. Kunst und Kultur der DDR zwischen Formalismusstreit und Bitterfelder Weg
5. Die Schuldfrage. Die dt. Öffentlichkeit und das Erbe des Dritten Reiches.
6. Die Intellektuelle Gründung der Bundesrepublik. Warum Westdeutschland erst werden musste, was es ist.
7. Auf der Suche nach der Stunde Null. Die Künste in Deutschland nach 1945.
8. Bildhauerei der 50ger Jahre in der BRD.
9. Bildhauerei der 50ger Jahre in der DDR.
10. Die Versöhnung der Gegner.Frankreich und Deutschland der 50ger Jahre.
11. Ankunft im Sozialismus? Gründungsmythen der DDR.
12. Ankunft in der moderne in der BRD
13. Sieger und Verlierer.Italia und Germania nach 1945
14. Artistik und Alltag, Sprache und Sein
15. Ausschwitz-Ermittlungen
16. Fotografie und Fotografen im Nachkriegsdeutschland
17. Deutschland und Großbritannien
18. Keine Freiheit nach der Befeiung. Nachkriegsavantgarde 1946-1961
19. Die Stimme Amerikas
20. Maskerade oder Moderne.Tendenzen des Wiederaufbaus.
21. The New Look : Chanel versus Dior.
22. Malerei als Widerstand? Die Künste im Staatssozialismus.
23. Deutschland und Israel.
24. Das Schaf im Wolfspelz? Künstlermythen nach 1945
25. Wir bauen ein neues Leben. Zwischen Organic Design und Guter Form.
26. Kultur und Politik in Deutschland.


 





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Kunst der 80ger und 90ger
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