Jürgen Kramer (1948 -2011)


geboren am * 26. Oktober 1948 in Gelsenkirchen-Schalke; † 22. November 2011 in Gelsenkirchen, war ein deutscher Künstler , Lyriker und Philosoph. Sein Werk bewegt sich im Spannungsfeld des Symbolismus, Existentialismus und seinem Lehrer Joseph Beuys ( 1921-1986).

 

 

Die Themen von Kramers malerischem Schaffen sind Depression, Tod, Sterben geprägt. und Existentialismus geprägt. In seiner Malerei wollte er die „lebenden Toten, die in der eigenen Leiche herumlaufen“ (nach einem Zitat von Peter Sloterdijk) darstellen.

 

Jürgen Kramer studierte von 1969 bis 1974 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Joseph Beuys und gehörte zu dessen Meisterschülern. Ab 1974 reiste er u. a. in die Provence zum Montagne Sainte-Victoire und in die Toskana.

In den Endsiebzigern und den achtziger Jahren befasste sich Kramer intensiv mit Punk und New Wave und gab die Zeitschrift „Die 80er“ sowie Jahrbücher unter dem Titel „Der Rabe“ heraus, die internationales Interesse fanden. Auf einem 1979 von ihm gestalteten Plakat für ein Konzert in Gelsenkirchen verwendete er bereits den Begriff „Neue Welle“, der später zum allgemeinen Begriff für die deutsche Musik der 80er werden sollte. Ebenfalls Anfang der 80er Jahre war Kramer Mitinitiator des Gelsenkirchener Ablegers von Joseph Beuys Freier internationaler Universität (FIU).

Jürgen Kramers Kommilitone Johannes Stüttgen, Meisterschüler von Joseph Beuys, hatte die freiwerdene Stelle von Franz-Joseph van der Grinten 1971 am Grillo Gymnasium, Gelsenkirchen, auf Hinweis von Joseph Beuys übernommen. Aus seiner unterrichtlichen Tätigkeit als Kunsterzieher am Grillo-Gymnasium in Gelsenkirchen (1971- 1980) heraus hat Johannes Stüttgen die schulische Arbeitsgemeinschaft „Kunst AG" / Free International University (FIU) / Fluxus Zone West“ ins Leben gerufen. Aus den künstlerischen Tätigkeiten der „Kunst AG“ fanden seine Schüler Siegfried „Siggi“ Sander (Galerie Multiple Box, Hamburg), Achim Weber u.a. Aufnahme in die Klasse Beuys, Staatliche Kunstakademie Düsseldorf und gründeten in Gelsenkirchen als Aktivitäten der „Kunst AG“ u.a. die „Salinos“ (Punkchor), das „Küchentheater“ und „Die Grünen“ (Ortsgruppe). Diese Aktivitäten wurden auch von Jürgen Kramer begleitet.

Von 1985 bis 1989 hatte Kramer ein Atelier in Essen. Kramer gestaltete zahlreiche Ausstellungen, unter anderem in den Galerien Siegfried Sander, Produzentengalerie Hamburg, Galerie 20.21, Wolfgang Schoppmann und Galerie Klaus Kiefer.

Von 1998 bis 2002 ging er in der inneren Emigration, eine depressive Phase. Kramers jüngeres Werk ist im Gegensatz zu den früheren Arbeiten von einer hellen, farbigen Palette und teilweise humorvollen Motiven geprägt. Themen sind z. B. Melancholie und Trost.

 

Ab 2003 übernahm Jürgen Kramer kuratorische Aufgaben in der privaten Galerie „Forum Bergmannsglück“ des Torhäuschens der gleichnamigen Zeche in Gelsenkirchen-Buer von Else und Werner Thiel (* 1927 in Breslau; † 28. April 2003), nachdem der Bergmann und Künstler Werner Thiel 2003 verstorben war. Er versah diese Tätigkeit mit Ausstellungen aus dem künstlerischen Umfeld der Klasse Beuys (Irmela und Felix Droese, Walter Dahn, Erinna König, Stefan und Johannes Stüttgen, Klaus Tesching, Thomas Groetz, Felix Zdziuch u.a.) bis kurz nach dem Tode von Else Thiel, als die Galerie geschlossen werden musste, da die Mietverträge nicht übernommen werden konnten und das Galerie-Torhäuschen der Zeche Bergmannsglück zum Verkauf gestellt wurde.

2010 kuratierte Jürgen Kramer die Ausstellung „Im Spannungsfeld des Erweiterten Kunstbegriffs – Gelsenkirchener um Beuys“, die am 8. September 2010 in Gelsenkirchen eröffnet wurde.

In der Galerie Klaus Kiefer, Essen, lief vom 2. März - 22. April 2012 eine Retrospektive zum malerischen Werk von Jürgen Kramer unter dem Titel „Vom Jasagen - In memoriam Jürgen Kramer“. Vom 24.April bis 24 Juni 2012 wurden Werke von Jürgen Kramer in der Ausstellung „Beuys und Schüler“ im Stadtmuseum Borken, Westfalen ausgestellt.

im Nov 2016 findet eine kleine Retrospektive seiner Arbeiten in der Werkstatt eV.in Gelsenkirchen-Buer statt.

Text siehe Wikipedia

Link: www.zweitseele.de

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