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Donald Judd ( 1928 - 1994 )

3.Juni 1928 geboren als Donald Clarence Judd in Excelsior Springs, Missouri,US

Ab 1977 lebte der Künstler vor allem in Marfa, Texas

12. Februar 1994 gestorben in NY , US

 

 

Als er als Künstler bekannt wurde, hatte er sich als Kunstkritiker, durch die intensive Beschäftigung mit europäischer und junger amerikanischer Kunst, bereits einen Namen gemacht.

 

Donald Judd ist Mitbegründer der Minimal Art Mitte der 1960er Jahre in NY.Er studierte zuvor Philosophie und Kunstgeschichte und arbeitete einige Jahre als freier Kritiker für verschiedene Kunstzeitschriften. Judd begann sein künstlerisches Werk als Maler. Er wollte aber nicht, dass seine Bilder an der Wand hängen darum experimentierte er mit freistehenden Objekten. Er suchte etwas, das weder Malerei noch Skulptur war. Um sein Werk adäquat zu präsentieren zog er in eine Kleinstadt in Westtexas, Marfa, wo er Land und mehrere Gebäude erwarb, um sein Werk exemplarisch zu installieren.

Er verwendete reduzierte, geometrische Grundformen aus industriellen Werkstoffen. Judd baute einfache Boxen aus Holz und stellte sie ohne Podest in den Raum. Er machte Gruppierungen aus einfachen Kuben und Quadern, die als Boden- oder Wandstücke konzipiert waren. Diese wurden zu Elementen des Raums und defineirten diesen neu. Seine Werke sollten nicht nur eine emotionslose und vom Individuum unabhängige Qualität gezeigen, vielmehr demonstriert der Verzicht auf jegliche Illusion, Metaphorik und Symbolik im minimalistischen Werk eine künstlerische Annäherung an mathematisch-logische Verfahrensweisen. Die angestrebte reine Form in der Minimal Art entspricht dem objektiven Inhaltslosen der reinen Mathematik. Nach Donald Judds Vorstellungen ging es darum, der Farbe eine plastische Form zu geben, um so in den Raum hinein zu wirken. Minimal Art definiert sich durch ihren dreidimensionalen Werkbegriff, ist Plastik. Essentielle Kunstwerke, "spezifische Objekte"(vgl. Judd "Specific Objects", 1965), konnten deshalb keine Malereien sein, sondern nur geometrische Skulpturen.

Diese reduzierten, einfachen, übersichtlichen, meist geometrische Grundstrukturen (sogenannte >Primary Structures<), finden sich häufig in serieller Wiederholung. Daraus ergibt sich die industrielle Produktion wie auch der Einsatz von Fertigprodukten. Bei Judd äußert sich die Abgrenzung gegenüber dem traditionellen Kunstwerk besonders offensichtlich in der Wahl des industriellen Materials und dem technischen Produktionsverfahren. Judd bevorzugt zunächst Holz, das er gelegentlich rot bemalt, und galvanisiertes Eisen, später auch farbige Metalle wie Messing und eloxiertes Aluminium, die er in verschiedenen Arbeiten mit gefärbtem Plexiglas kombiniert. »Die meisten neuen Materialien sind nicht so leicht zu handhaben .Form und Material der Arbeit stehen in enger Beziehung.


Text zu dem Werk o. T. (Four Brass Boxes), 1973 Messing 4 Teile je 100 x 100 x 100 cm

 >Drei Dimensionen sind wirklicher Raum. Das befreit vom Problem des lllusionismus und des nur bezeichneten RaumsRaum in und um Markierungen und Farben, ist Befreiung von einem der hervorstechenden Reiikte europäischer Kunst, einem, gegen das am meisten vorzubringen ist. Die zahlreichen Begrenzungen des Bildes bestehen nicht mehr. Eine Arbeit kann so stark.sein wie nur vorstellbar. Tatsächlicher Raum ist wirklich aussagestärker und spezifischer als Farbe auf einer flachen Ebene. Ganz offensichtlich kann in drei Dimensionen alles jede nur denkbare Form annehmenregelmäßig oder unregelmäßigund jede nur denkbare Beziehung zu Wand, Boden, Decke, Raum, Räumen oder Außenwelt, zu nichts oder zu allem haben. Jedes Material kann so, wie es ist, oder bemalt verwendet werden.<

 Dieses Manifest ist Teil des berühmt gewordenen Aufsatzes »Specific Objects« (Spezifische Objekte), den Donald Judd 1965 publizierte (englisch/deutsch in: Über Kunst, hrsg. von G. de Vries, Köln 1974). Judd äußert darin die Auffassung, daß ein Kunstwerk als Ganzes begreifbar sein müsse und nicht als Addition einer Fülle einzelner Aspekte. Er wendet sich gegen jede Form des lllusionismus in der Kunst und plädiert für ein Werk, das allein aufgrund seiner »reinen« und »intensiven« Präsenz aut den Betrachter wirkt. Seine Arbeiten veranschaulichen seine Uberzeugungen. Sie sind geometrisch einfache, modulare Körper in der Variation zwischen offener und geschlossener Form, von unterschiedlicher, doch immer auf das menschliche Maß bezogener Größe, die einzeln oder in Reihungen, in horizontaler oder vertikaler Anordnung Boden, Wand oder den gesamten Raum gliedern. »Ich glaube, daß einer der Gründe, weshalb meine Sachen geometrisch sind, der ist, daß ich will, daß sie einfach sind; außerdem will ich, daß sie nicht-naturalistisch, nicht-bildlich und nicht-expressionistisch sind. «

 


Bevor Judd seine »spezifischen Objekte« herstellte, hatte er ein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte an der New Yorker Columbia University hinter sich. Noch ehe er als Künstler ein Begriff wurde, kannte man ihn als Kunstkritiker von vielen Ausstellungsrezensionen, in denen er sich sowohl mit der europäischen wie gerade der jungen amerikanischen Kunst auseinandergesetzt hatte.

» Europäische Kunst mußte einen Raum und seinen Inhalt darstellen und dazu noch verhältnismäßig einheitlich und ästhetisch interessant sein... In den neuen Arbeiten stehen Form, Image, Farbe und Oberfläche autonom, nicht als Teil und verstreut. Es gibt keine unbeteiligten oder zweitrangigen Gebiete oder Teile, keine verbindenden oder überleitenden Flächen.a

 

 "Jedes Einheitselement ist ein würfelförmiger Gegenstand mit 1 m Seitenlänge...  Diese regelmäßige Nebeneinanderstellung von gleichen würfelförmigen Gegenständen einfache, gleichartige und gleichförmige Elemente besitzt weder ein Vorn noch ein Hinten, weder eine linke noch eine rechte Seitlichkeit... Die Struktur der Skulptur ist durch und durch homogen: jeder Teil ist jedem beliebigen entsprechenden Teil identisch. Deswegen besteht keine Hierarchie der verschiedenen Standpunkte. Der grundsätzlichen Homogenität der Struktur der Skulptur entspricht die grundsätzliche Homogenität der Standpunkte und des umliegenden Raumes. Alle räumlichen Zonen sind also gleichwertig.Die Zwischenräume zwischen den würfelförmigen Gegenständen sind die Hüter dieser Vollständigkeit... Auch wenn sie eigentlich keine materiellen Einheiten sind, sind sie doch Bestandteile der Nebeneinanderstellung von Gegenständen.«" Remy Zaugg

Literatur:

" Donald Judd- Catalogue Raisonne" 1960/1974 , National Gallery of Canada, Ottawa 1975

 

Links: Marfa, Tx, USA

 

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