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Josef Wittlich ( 1903 -1982)

*26.2.1903 in Glattbach bei Neuwieth , + 21. 9. 1982 in Höhr-Grenzhausen ( Herzinfarkt auf der Straße)

Wittlich war das jüngste von 4 Geschwistern: Mutter verstarb ca 1907 im Kindbett, Wittlich war schwächlich, klein :1,56 m, brach sich 2x den Arm, Volksschule abgeschlossen 1919, Wanderschaft, von 1934 bis 1942 Arbeiter auf dem Bauernhof in Nauort, nahe Höhr-Grenzahusen, 1942 wird verpflichtet nach Kassel arbeitsverpflichtet, seit 1948 in Höhr-Grenzhausen, keine künstlerische Ausbildung, kriegsuntauglich, Steuler-Werke als Industriearbeiter, 1966 oder 1967 wurde Wittlich in den Steuler Werken in Höhr-Grenzhausen durch den Keramikdesigner Fred Stelzig entdeckt, der in den Steuler Werke zu tun hatte. 13.4.1967Ausstellung im Badenbürttembergischer Kunstverein,Stuttgart unter Dieter Honisch wird 1967 ein grosser Erfolg, alle Bilder werden verkauft. 1969 Folgvangmuseum Essen, Schloss Oberhausen, 1971 Kunsthalle Recklinghausen, Ausstellung bei Brusberg, Hannover, 1982 Retrospektive im Museum Darmstadt.1974 Haus der Kunst, München, 2005 Kunstpalast Düsseldorf, 2009 Clemens-Sels-Museum Neuss, 2013 Völklinger Hütte , 2014 Werkverzeichnis zum 111 Geburtstag.

 

Der Autodidakt und als naiver Künstler betitelte Josef Wittlich zählt zu den Erneuerern der Malerei nach dem zweiten Weltkrieg. Mit seiner Methode Bilder nach Bildvorlagen zu malen - wie es dann auch gerhard Richter praktizierte - war er auf der Höhe der Zeit. Mit einer Farbpalette aus ungemischen Primärfarben, einer flächigen Bildstruktur und einer freien an der Umrißlinie orientierten sachlich aber immer persöhnlichen Handschrift in der Figurendarstellung auf der Grundlage von Fotovorlagen gelingt ihm eine überzeugende Zeitgenossenschaft in den sechziger und siebziger Jahren. Er entwickelt eine eigene Form der Pop Art jeseits der Beeinflussung von England und den USA. Anders als Warhol verzichtet er auf die technische Reproduzierung, bleibt darin immer handwerklich und steht so zwischen Picasso und Warhol in der Nutzung technischer Mittel.

Seine Motive sind die Schlachten des ersten Weltkrieges- hier wird der Weltgeist des Kaiserreiches wieder sichtbar und das Wirtschaftswunder der 60gerJahre in der Kleiderwerbung der Versandhauskataologe von Quelle, Neckermann etc, dazu die Illustrierten "Hofberichterstattung" der Bunten und anderer Magazine über die Celebraties der jungen BRD. Staatsbesuche des Schah von Persien, Besuch der engl Königin "Elisabeth II " besonders.

Hier spiegelt sich das Weltgeschehen durch die Brille eines einfachen Menschen (Angestellten ) in einer westdeutschen Provinzstadt ( Höhr -Grenzhausen ) in der Zeit zwischen 1945 und 1982.

Ohne künstlerisches Vorbild und aktuelle Beeinflussung durch die Kunstszene entstand ein eigenständiges und beispielloses Werk beinahe auf der Augenhöhe zu Warhol und den englischen Popkünstlern.

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