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Richard Hülsenbeck (1892-1974)

> Dada ist die Sonne,

Dada istdas Ei.

Dada ist die Polizei der Polizei <

 

 

Karl Wilhelm Richard Hülsenbeck nach der Übersiedlung in die USA Charles R. Hulbeck

Schriftsteller, Journalist, Arzt , Schriftsteller und Mitbegründer des Dadaismus.

 

Spiegelung der Seite userpage.fu-berlin.de/~twokmi/texte/ richard_huelsenbeck_dadais.htm


Richard Huelsenbeck wurde am 23. April 1892 in Frankenau bei Kassel geboren. Er verbrachte seine Jugend in Dortmund.In Paris und Zürich studierte er Medizin, studierte anschliessend Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie. Er arbeitete mit an Franz Jungs Aktion. Als Pazifist flüchtete er 1916 nach Zürich.

Huelsenbeck gehört zum Urkreis der Begründer der Dada-Bewegung als am 5.Feb.1916 Hugo Ball, Emmy Hennings, Tristan Tzara , Hans Arp, Marcel Janco, Hugo Ball in einer Kneipe in einem Ortsteil von Zürich das Cabaret Voltaire eröffnen.

Am Eröffnungsabend ist das Lokal überfüllt, Hülsenbeck kommt als 11.2. dazu und plädiert dafür den Rhythmus ( >Negerrhythmus<) zu verstärken. Er möchte die " Literatur in Grund und Boden trommeln". In den nächsten Tagen und Wochen bemächtigt sich ein gruppendynamischer Rausch sich aller und das kleine Kabarett gerät aus den Fugen. Es kommt zu Tumulten im Publikum. Die Bühne wird zur Tummelplatz und zur Abreaktion von Emotionen. Es wird verrückt. Mit Masken, Krach, Ulk, Ausdrucktanz, Geräuschmusik und Afrika-Rhythmen fordern sie das Bürgertum heraus und protestieren damit gleichzeitig gegen eine Welt die sich begeistert in den 1ten Weltkrieg begiebt. Der blühendste Blödsinn begeistert die Akteure, die auch die Kunst frech verhöhnen. Die Freiheit, sich um nichts scheren zu müssen, weder um Kritikerlob noch Kaufangebot, das Fehlen jeglichen Zweckdenkens soll zu den unverdorbenen Quellen der Kunst zurückführen. Sie bezeichnen ab April 1916 ihren Auftrittsstil als DADA. ( Der Begriff DADA wird in einem deutsch-französichen Wörterbuch durch Zufall gefunden, als man für eine neue Sängerin/Tänzerin - wie üblich- einen Künstlernamen sucht und man beschließt das dieser Begriff DADA noch besser die Situation der Akteure beschreibt. So bezeichnet man ab sofort alles Tun mit DADA )

Die Dada-Gruppe war eine kreativ anarchische Gruppe die spielerisch versuchten Möglichkeiten der Kunst im weitesten Sinne auszuloten. Hans Arp erinnerte sich: „Während in der Ferne der Donner der Geschütze grollte, sangen, klebten und dichteten wir aus Leibeskräften". „Wir suchten eine elementare Kunst, die den Menschen vom Wahnsinn der Zeit heilen sollte". Bahnbrechend für die Kunst des 20ten Jahrhunderts waren ihre Bemühungen in Richtung: Freiheit der Kunst, Zufall, Multimedia, Performance,Abfallmaterial, Collage, Konkrete Poesie, Art Brut, surrealer Ansatz - um nur die wichtigsten Punkte zu nennenSein Hülsenbecks Ausgangpunkt ist und bleibt das Wort und der Text.

1917 geht er wieder zurück nach Berlin,direkt veranlaßt, wie er selbst sagt, durch die »Schließung des Kabaretts«.

In Berlin geriet er an den Kreis um Franz Jung und veröffentlichte in der Zeitschrift >Neue Jugend< den Manifest-Aufsatz >Der neue Mensch<. Er arrangierte zusammen mit Däubler, Max Herrmann-Neisse, George Grosz und Twardowsky den ersten Berliner DADA Vortragsabend und gründete später zusammen mit Grosz, Jung, Raoul Hausmann und Johannes Baader den >Club Dada< die Dadagruppe in Berlin. Das >Dadaistische Manifest < des Jahres 1918 vereinte die Schweizer und Berliner Dadaisten.

In Berlin diente das Schlagwort DADA von Beginn an als Bezeichnung für eine viel stärker radikal politische Agitation, wie das politische Engagements der Gruppe um die Zeitschrift >Neue Jugend< und > Freie Straße< mit John Heartfield und hinsichtlich des Drangs zur «direkten Aktion« bei Hausmann und Baader . So konnte Jung zu Recht behaupten, die lediglich kunstästhetischcn Reformen in Zürich hätten mit den Herausforderungen in Berlin nur wenig zu tun gehabt. Huelsenbeck als Anarchist sei deshalb in Berlin ein »Fremdkörper« geblieben. * vgl. Franz Jung > Der Weg nach unten< Neuwied/Berlin 1961

 


The evenings at
the cabaret
, combined
presentations of the art, drama, and poetry of the different avant-gardes which had swept the continent since the turn of the century--Cubism,
Expressionism, Futurism--with the often chaotic, often whimsical creationsof the Zurich Dadaists themselves.

Poems were recited simultaneously in French, German, and English. Ball, dressed, in a bizarre cardboard costume,chanted his sound poetry. Richard Huelsenbeck punctuated the proceedings with a continual drumbeat. It would be hard for us to find much that was
overtly political in the early Dada performances and publications, but from the beginning the movement dedicated itself to attacking the cultural values which its members believed had led to the world war.

The tools for this
attack, radical at the time, are familiar to us all as the most basic concepts of the modern arts: chance, collage, abstraction, audience
confrontation, eclectic typography, sound and visual poetry, simultaneity, the presentation and emulation of tribal art--all things which we have taken for granted since the sixties at latest.


1916 erscheint seine Gedichtsammlung >DIE PHANASTISCHEN GEBETE < mit Holzschnitten von Hans Arp.

1918 schrieb er das Dadaistische Manifest, das von nahezu allen Züricher und Berliner Dadaisten unterschrieben wurde. Nach dem Niedergang Dadas bereiste er als Schiffsarzt und Korrespondent Ostasien, Afrika und Amerika und verfasste Reisebücher.

1920 gab er die dadaistische Dokumentation , den DADA Almanach heraus, schrieb EN AVANT DADA , Geschichte des Dadaismus(1920).

1936 emigrierte er von Berlin nach New York , wurde amerikanischer Staatsbürger und praktizierte unter dem Namen Dr.Hulburger als Arzt für Psychatrie und Psychoanalyse in den USA.

Richard Huelsenbeck became a New York psychiatrist, George Grosz an American
landscape artist. Some went on to found new artistic movements. Most notably
the Paris Dadaists turned French Surrealists. Others, like Hausmann and
Schwitters, working in relative isolation, took independent, often eccentric
artistic directions. But almost all of them were strongly shaped by the
movement in which they participated between 1915 and 1923. By the 1940s,
mainly as a result of the Second World War, a large number of the former
Dadaists had come to live in the United States, repeating the exile that had
brought many of them together in Zurich and New York 25 years earlier. Among
those who remained as permanent residents were Marcel Duchamp, Max Ernst,
George Grosz, Richard Huelsenbeck
, and Hans Richter. This coming together of
the old clan marks the beginning of a surge of interest in the movement
which had been largely forgotten even though its influence was present
everywhere. A key event in this renewal of interest was the publication in
1951 of Robert Motherwell's anthology The Dada Painters and Poets. This
book, edited by one of the leading American painters of the mid-century,
constituted the first real acknowledgment of the definitive role Dada had
played in shaping twentieth-century art.

Nach 1945 schrieb er Seine Autobiografie:>Mit Witz, Licht und Grütze< erschienen 1957.

Er lebte in den letzten Jahren in der Schweiz , wo er am 30 April 1974 in Muralto/Tessin starb. Er war Mitglied des PEN-Zentrum,der Freien Akademie der Künste Hamburg und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt

Laut Deutsches Literaturarchiv besteht der Nachlaß aus 17 Kästen :

Lyrik

Sammlungen »Eine New Yorker Phantasie« u.a.; Einzelgedichte.

Prosa

Romane und Erzählungen »Der große Adolfo« u.a.; »Memoiren«, »Reise bis zum Ende der Freiheit« und andere autobiographische Arbeiten; Essays, Aufsätze und Vorträge zur modernen Kunst, zu Dadaismus und Psychoanalyse wie »Completeness Incompleteness«, »Dada und das Problem der Kreativität«, »The Miracle of the Cabaret Voltaire«, »Psychoanalytical Elements in Modern Art«, »Sexualität und Persönlichkeit«; Arbeiten über Hans Arp, C. G. Jung, Hans Richter, Kurt Schwitters, August Stramm u.a.; Rezensionen.

Autobiographisches

Tagebuchaufzeichnungen und Lebensläufe.

Briefe an

Beate Huelsenbeck, Mareile Richardson u.a. Briefe (z.T. auch an Beate Huelsenbeck) von

Marguerite Arp-Hagenbach, Anita Braun, C, W, Ceram, Mathias Goeritz, Will Grohmann, Raoui Hausmann (Kopien), Hannah Hoch (Kopien), Rolf Italiaander, Marcel Janco, Dietrich Mahiow, Leo Matthias, Walter Mehring, Karin Michaelis, Hans Richter (Kopien), Peter Schifferli, Tut Schlemmer, Ursula und Bernard Schultze0, Fritz Usinger u.a.; Association for the Advancement of Psychoanalysis, New York Ontoanaiytic Association; Verlage Limes, Rowohit, Ullstein u.a.; Zeitungen »The American Journal of Psychoanalysis«, »Frankfurter Allgemeine Zeitung« u.a. - Familiendokumente und -korrespondenzen, darunter Briefe von Richard und Beate Huelsenbeck0 an Karl und Johanna Hülsenbeck.  

 

Literatur:

Links:

  

kunstwissen.de

 
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