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Günther Haese ( 1924 )

 Günter Haese, Jahrgang 1924, ist in Kiel geboren.

 Haese ist in Kiel zur Schule gegangen, bis 1939. Bis 1941 hat er Dekorationsmaler gelernt, von 1942 bis 1945war er Soldat. Danach hat er autodidaktisch gemalt und gezeichnet. Von 1948 auf 49 besuchte er eine private „Kunstschule auf dem Steinberg“ in Plön.

Ab 1950 war er an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Klasse von Bruno Goller. Dessen bestimmendes Braun und dessen Bildwelt zwangen Haese zur Kapitulation. Er gab das Malen auf und ging eine Klasse weiter zu Ewald Mataré, bei dem zeitgleich Beuys studierte. Haese versuchte es mit der Bildhauerei, brachte es nach sechs Jahren 1956 zum Meisterschüler von Mataré und durfte, ihm bei der Ausführung seiner Werke zur Hand gehen. Als er 1958 die Akademie verließ, war er um einige Grade erfahrener und verwirrter.

Die nächsten drei Jahre war Haese „als freischaffender Künstler“ in Düsseldorf tätig. Da man davon nicht leben kann, machte er Kunst am Bau, Mosaiken und Steinreliefs an Schulen und Behördenbauten. ,1962,Haese ist 37,bekommt eine Uhr in die Hände, er nimmt die Uhr auseinander. Die Uhr besteht aus Federn, Wellen, Rädchen und einer Unruh. Haese beginnt mit den Teilen zu spielen. Es kommen noch dazu, Messingdraht und Maschendraht, um die Teile konstruktiv zu verbinden.

Haeses Montagen werden nicht durch Elektromotoren bewegt, die federleichten Gebilde geraten von selbst in Vibration, sie schwanken, schaukeln, wippen, und wenn sie einmal stillstehen, ist ihr Gleichgewicht so labil, daß ein Hauch sie neuerdings in Bewegung bringt. Im Frühjahr 1964, machte Dr. Herbert Pée die erste Ausstellung von Haese im Ulmer Museum, der Erfolg war märchenhaft. Haese kam noch im gleichen Jahr auf die III. documenta und debütierte im Museum of Modern Art. Der internationale Kunsthandel engagierte sich, Sammler zahlten Liebhaberpreise. Die Blitzkarriere brachte ihn auf die Biennale nach Venedig, wo er wie sein Landsmann Antes einen Preis bekam, im Deutschen Pavillon bezaubert er sein Publikum.

Einige Objekte formen sich zu würfel- oder kreisförmin Plastiken aus Metalldrähten. Innen stecken Spiralen oder Kugeln, die Haese auf ein Gitternetz aus so feinen Drähten gelötet hat, dass sie zu schweben scheinen. Andere Plastiken durchstoßen den Raum in unregelmäßigen, manchmal bizarren Formen.Einige Objekte arbdeiten mit dünnen Stäben, andere summieren Metallplättchen auf Spiralbeinen und befinden sich in Minikäfigen aus gestricktem Messinggarn.Mit den selben Grundelementen gestaltet Haese- darin wie Vasarely - immer wieder überraschend neue Plastiken. „Diese Anordnung muss man empfinden“, sagt der Künstler.

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