<<


Friedrich Gräsel (1927-
::::::::::::::::

Friedrich Gräsel verwendet für seinen abstrakten Metallplastiken vorgefertigte Industrieprodukte, zB. Rohrelemente, die er zu neuen Formgebilden zusammensetzt. Angeregt wurden er dazu durch das industrielle Umfeld seiner Heimatstadt Bochum. So entstehen sowohl freie, als auch funktionsgebundene Röhrenplastiken, wie er sie für Entlüftungsschächte von Großklimaanlagen vielerorts gestaltet hat. Durch Integration seiner Kunst in zweckgebundene Industrieanlagen lenkt Gräsel die Aufmerksamkeit auch auf deren formale Ästhetik. Die Farbgebung seiner Stahlplastiken folgt ganz bewußt der Farbsymbolik für die Kennzeichnung von Gießereimodellen. Die Verbindung von kalkulierter Rationalität der technischen Arbeitswelt und künstlerischer Ausdrucksform definiert sein Werk und macht es für die Zeit bis zur Postmoderne symptomatisch.

Bis in die 1980er Jahre liegt seinen Skulpturen ein elementarer, geometrisch bzw. stereometrisch definierter Formenkanon zugrunde, der im Rahmen verbindlicher Module das Proportionsverhältnis der Teile untereinander und zum Ganzen fundiert und Volumen und Raum spezifisch aufeinander bezieht. Gräsel versöhnt in seinem Werk klassische Prinzipien der Skulptur mit einer modernen Materialsprache und Fertigungsweise; seine Stahlskulpturen sind industriell produziert und haben oft als Luftschächte funktionale Bedeutung. Gräsels Arbeiten sind Teil und bilden ständig Referenz auf eine Industriekultur, die inzwischen historisch geworden ist.

 

 1927 Geboren in Bochum
Studium an den Kunsthochschulen in München und Hamburg
Lehrte und arbeitete seit 1970 an der Pädagogischen Hochschule Münster,
seit 1972 Lehrtätigkeit an der Universität Essen
1967 Förderpreis für Bildhauerei zum Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf
1969 erste Röhrenlandschaft im Westfalenpark Dortmund
und erste Großplastiken der TU Berlin, Straße des 17. Juni. Gründung der Gruppe B 1
1970 London-Aufenthalt, Stipendium des British-Council. Entwicklung von Straßenverkehr-Leitobjekten.
Konrad von Soest-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.
1979 u. 1984 Gastprofessor an der Helwan-Universität, Kairo.
1988 Ehrengast der Villa Massimo, Rom
Seit 1988 freischaffend in Bochum
Seit 2001 besteht die Friedrich-Gräsel-Schenkung für Wissenschaft und Kunst an der Ruhr-Universität Bochum. Die Schenkung besteht aus insgesamt 47 Plastiken und Zeichnungen aus unterschiedlichen Epochen seines Schaffens, u. a. Arbeitsfeld Herz in Zusammenarbeit mit der Medizingeschichte der Universität Heidelberg und RUB.

Links:

www.kunst-am-moltkeplatz.de | www.ruhr-uni-bochum.de | wikimedia.org/wiki/Category:Friedrich_Graesel

 

kunstwissen.de

 
>