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Giotto ( ca.1267 - 1337 )

 :Giotto di Bondone war Schüler von von P. Cavallini und tätig in Florenz, Assisi, Rom, Padua, Neapel, Mailand, seit 1334 Dombaumeister in Florenz; überwand den strengen Schematismus der byzantin. Schule durch den neuen Wirklichkeitsgehalt seiner Kunst, die lebensnahe Gestalten von plastischer Körperlichkeit in einem klar überschaubaren parallelsperspektivischen Bildraum darstellte. Giottomalte monumentale Freskenfolgen von dramatischer Eindringlichkeit. Er gilt als Wegbereiter einer auf Naturbeobachtung und Psychologie gestützten Gestaltungsweise.

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Werke: Kruzifix für die Kirche Santa Maria Novella, Florenz (zw. 1290/1300); Fresken in der Oberkirche von San Francesco zu Assisi (ab 1290); Freskenzyklus in der Arenakapelle in Padua (zw. 1304/13); Kruzifix (1317, ebd.); Madonna (zw. 1306/10, Florenz, Uffizien); Fresken in Santa Croce in Florenz (zw. 1317/28).


Giotto wurde um 1267 in Colle di Vespignano, nahe Florenz, geboren und war italienischer Maler und Baumeister. Seine Neukonzeption der menschlichen Gestalt in einer plastischen, gerundeten Darstellung - im Gegensatz zu den flachen, zweidimensional wirkenden Figuren der byzantinischen Malerei - bezeichnete in der Hinwendung zu einer naturalistischeren Anschauung einen Wendepunkt in der Entwicklung der europäischen Kunst.

Vermutlich absolvierte er eine Lehre in Florenz, bevor er seine Laufbahn als Maler begann, die ihn nach Rom, Padua, Arezzo, Rimini, Assisi und Neapel führen sollte.

Giottos gesamtes gesichertes Schaffen konzentriert sich auf Werke mit religiöser Thematik, vor allem Altarbilder und Freskenzyklen. Nur wenige davon haben sich in gutem Zustand erhalten, viele sind zerstört oder wurden vollständig übermalt. Andere können ihm nicht mit Gewissheit zugeschrieben werden und wurden wahrscheinlich von Schülern ausgeführt, die in seiner erfolgreichen Werkstatt tätig waren. Eines der bekanntesten Werke seiner Frühzeit ist der große Freskenzyklus mit Darstellungen aus dem Leben der Jungfrau Maria und Christi in der "Arenakapelle" in Padua, der wohl um 1305/06 entstand. Giottos Szenen brechen mit der strengen Stilisierung des Mittelalters und stellen die menschliche Figur erstmals in ihrer ganzen Körperlichkeit dar. Er wandte sich damit von den archetypischen Idealen und ikonographischen Normen der byzantinischen Tradition ab und ging zu einer realistischeren, an der Beobachtung der Natur orientierten Darstellungsform über.

Seine Maestà (um 1310), die er für die Ognissantikirche in Florenz schuf (heute Uffizien, Florenz), entstand etwa in der gleichen Zeit wie die Arenafresken und zeigt in Komposition und Stil sehr stark den Einfluss seines Vorbildes Cimabue, doch in der individuellen Gestaltung des Madonnengesichts ist es ohne Vorbild und Vergleich. Für die beiden Freskenzyklen in der Peruzzikapelle (Leben Johannes' des Täufers und des Apostels Johannes) und der Bardikapelle (Leben des heiligen Franziskus) der Kirche Santa Croce in Florenz, darunter die berühmte Stigmatisierung des heiligen Franziskus, wird eine spätere Entstehungszeit angenommen. Sie zeigen die menschlichen Figuren in lebendigen, aufeinander bezogenen Haltungen.

Giotto war seiner Zeit weit voraus. Als einer der ersten Maler begann er die zweidimensionale, unräumliche Darstellungsweise des Mittelalters zu überwinden und Ansätze zu einer klar erkennbaren Perspektive zu zeigen, wenngleich die meisten seiner Nachfolger noch lange in einem weniger realistischen, flachen und betont dekorativen Stil malten. Es war erst Masaccio, der ein Jahrhundert später Giottos Neuerungen aufnahm und künstlerisch fortführte. Giottos Werk trug damit entscheidend zur Weiterentwicklung der Malerei bei, und seine Konzentration auf eine realistische Darstellung der menschlichen Gestalt und der sichtbaren Welt wurde zum bestimmenden Wesensmerkmal der italienischen Renaissance. Er starb 1337 in Florenz.

Link: www.giotto

 

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