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1900 - 1945 | 1945 - 2000

Jugendstil / Expressionismus / Kubismus / Futurismus / Abstraktion-Konstruktion / Dada / Surrealismus / Neue Sachlichkeit /



Futurismus 1909 - 1924


Futurismus, zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Italien entstandene radikale Bewegung der Avantgarde, die mit den als veraltet empfundenen Traditionen brach und eine Kunst zu schaffen suchte, welche den Anforderungen des modernen (technisierten und dynamisierten) Lebens gerecht werden sollte. Zentrales Anliegen war dementsprechend die Abbildung von Bewegung und Simultaneität (Gleichzeitigkeit).

Initiiert wurde der Futurismus durch das 1909 von Filippo Tommaso Marinetti im Pariser Figaro veröffentlichte Gründungsprogramm Manifeste du futurisme, dem eine wahre Flut weiterer theoretischer Schriften folgte. Der Futurismus revolutionierte die Darstellungsmodelle von Literatur, Musik, bildender Kunst (Manifesto dei pittori futuristi, 1910) und Architektur. Zwischen 1910 und 1920 griff er - wenn auch unter anderer Akzentuierung - auf Russland über. Deutlich spürbar war auch sein politischer Impuls, teils mit faschistischen Implikationen (Beispiel hierfür ist Marinettis Schrift Futurismus und Faschismus von 1924).

Die Bewegung des Futurismus war überaus einflussreich auf die Entwicklung von Strömungen der Moderne wie Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus und Konstruktivismus. Namentlich Alfred Döblin, Marcel Duchamp, Fernand Léger und El Lissitzky verdanken dem futuristischen Kunstmodell entscheidende Anregungen.

Die Forderungen nach einer Zerstörung von Syntax und Grammatik sowie nach einer neuen, dynamischen Dichtersprache sind hier radikal umgesetzt. In der italienischen Kunst versuchte der Futurismus, die Statik traditioneller Bildinhalte aufzubrechen. So scheinen denn auch auf den Gemälden der Futuristen die Formen und Farben zusammenzustürzen. Figurationen zerfließen ineinander: So soll nacheinander ablaufendes Geschehen (Bewegung) auf der Leinwand festgehalten werden.

Eine oftmals in Kriegs- und Maschinenkult ausartende Ästhetik der Beschleunigung propagierte der Futurismus auch für Plastik und Architektur, u. a. in seinem Konzept einer von Geschwindigkeit und Dynamismus geprägten Idealstadt. Die Mailänder Ausstellung Città Nuova mit Entwürfen etwa von Antonio Sant'Elia überführte den Begriff 1914 auf urbanes Terrain. Gemeinsam mit Marinetti und anderen veröffentlichte Sant'Elia im gleichen Jahr das Manifesto dell'Architettura Futurista, mit dem sich die italienische Architektur endgültig an die Moderne in Europa anschloss.

Umberto Boccioni (1882-1916) 
Gino Severini (1883-1966) 
Carlo Carrà (1881-1966) 
Luigi Russolo (1885-1947) 
Giacomo Balla (1871-1958)
( hier war eine Abb. vorgesehen )


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