Biogrophie(Scooter)

"Techno ist tot?!" Keine andere Musikrichtung wurde so oft
totgesagt,
wie das, was sich Ende der achtziger Jahre aus einem Haufen kreativer
Leute in England, Benelux und Deutschland entwickelte. Mit einer bis dato eher
unbedeutenden Drummachine (Roland TR-909), ein paar Synthies und einem kommerziell
geflopten Bassynthesizer (Roland TB-303), begann damals die wahrscheinlich letzte echte Revolution in der
Musikgeschichte. Ob gehasst, geliebt, verhöhnt oder gehyped, war Techno vor allem immer eines: polarisierend.
In bester Analogität dazu präsentiert sich die Geschichte einer Gruppe, dessen Name seit 7 Jahren aus der
europäischen Dance-Szene nicht wegzudenken ist - Scooter. Es gibt wenige Bands, an denen sich die
Geister so scheiden, wie bei den drei hamburger Produzenten, die, zusammen mit ihrem Manager Jens
Thele, seit Mai ´94 die internationalen Charts aufmischen. Unzählige Top Ten-Hits, Veröffentlicheungen
in über 30 Ländern weltweit, unzählige Platin- und Goldauszeichnungen sowie diverse Musikpreise,
Konzerte vor bis zu 80.000 Zuschauern und nicht zuletzt ca. 9 Millionen verkaufte Tonträger säumen den
Karriereweg dieser Ausnahmeband So machen HP, Rick und Axel auch keinen Hehl daraus, dass sie stolz
sind auf das Erreichte: "Erst wenn sich keiner mehr über uns aufregt, dann können wir nach Hause gehen",
so der kollektive Leitsatz der Band. Doch was nach außen so einfach und fast schon wie von langer Hand
geplant aussah, war in Wirklichkeit ein langer steiniger Weg, der eigentlich so gar nicht in unsere "auf Knopfdruck"
- Gesellschaft passt: " Da sitzt du jahrelang im Keller, produzierst wie ein Irrer, erlebst nur Flops, und wenn du denkst, jetzt
wird es nichts mehr, hast du plötzlich einen europaweiten Top Five -Hit" bringt Frontmann H.P. seine Eindrücke vom
Karrierestart, damals noch mit Keyboarder Ferris Bueller, auf den Punkt und fügt hinzu: " und dann denkt alle Welt - die
sind doch eh nur gecastet, selber machen die bestimmt nichts.- eine merkwürdige Erfahrung". Jedoch schon 1995 strafen
Scooter jene Kritiker Lügen, die die Band als "One-Hit-Wonder" abtun wollten: nach "Hyper Hyper" folgen mit "Move
Your Ass", "Friends", "Endless Summer" und "Back In The UK", noch vier weitere Top Five - Hits, Scooter etablieren
sich. Mit Kreativität, Witz und einer gehörigen Portion Selbstironie ( "We Are The Greatest", 1998) schaffen es die drei,
ihre Fans und Kritiker immer wieder aufs Neue zu überraschen. Mal ist es die Adaption des "Miss Marple - Titelthemas",
das im Refrain den Ton angibt, mal ein Gitarrenriff ("Fire"), bei dem 1997 sogar die damals existierende Vereinigung
"Rockmusiker gegen Techno e.V." ihren Vereinszweck angezweifelt haben dürfte. Scooter - das ist nicht nur eine Band, es
ist ein Lebensgefühl, und wer die Jungs kennt, weiß, dass "Party" bei Scooter keine leere Worthülse ist. Dennoch läßt das
musikalische Konzept immer wieder Platz für nachdenkliche Momente: "No Fate"(1997), "She´s The Sun"(2000) oder auch
beispielsweise "Dancing In The Moonlight" (Albumtrack, Age Of Love,1997) zeigen die musikalische Bandbreite auf, die
Scooter von landläufigen Techno - und Danceacts unterscheidet. Was ist denn nun das Geheimrezept, das hinter dem
konstanten Erfolg von Scooter steht? Die Arbeitsverteilung ist klar: Axel, im Mai 1998 nach dem Ausstieg von Ferris zu
Scooter gestoßen, bildet den DJ-Part der Gruppe und kümmert sich dabei vorwiegend um Basisgrooves und die neusten
Trends im Underground. H.P. schreibt nicht nur nahezu 100% aller Texte , sondern liefert oft auch die kreative Basis, auf
der die für Scooter bezeichnenden, irrwitzigen Refrains aufbauen; Rick steuert den konservativ-musikalischen Teil zum
Ganzen bei. Außerdem teilt er sich mit Axel den Job des Technikers. Abgerundet wird das Team von Jens Thele, der in
seiner Funktion als Manager von Scooter "mal so nebenher" noch das Label "Kontor-Records" aufbaute, von wo aus er auch
"Sheffield Tunes", das Scooter-eigene Exklusivlabel, betreut. Und wer einmal eine Live-Performance von Scooter gesehen
hat, weiß, daß das Live-Feeling von Punk und Rock ´n´ Roll nicht zwangläufig auf Gitarrenbands festgeschrieben ist. Aber
der eigentliche Grund des Erfolges liegt woanders: Es ist diese Ungezwungenheit, die Musik gewordene Lust am
Ausflippen und Abdrehen, die, kombiniert mit Spielwitz und Experimentierfreude den roten Faden spinnt, der sich durch die
mittlererweile 20 Singles und acht Alben von Scooter zieht. Teamgeist, der Spaß und Streit miteinander, und auch die
Erlebnisse aus sieben Jahren Tour- und Studioalltag haben aus Scooter eine der wahrscheinlich letzten authentischen
Selfmade-Bands in den Charts geformt. Bei ihrem nun erscheinenden neunten Album "We Bring The Noise" zeigen Scooter
klar, wo ihre Stärken liegen: Mit einer Frische, die an die oft zitierte Unverkrampftheit eines Debut-Albums erinnert, wurde
vom Commodore C64 gesampelt ( "Are You Happy?"), wurden Gesangspassagen hochgepitcht ("Posse (I Need You On
The Floor)") und Breakbeat-Loops verfremdet und eingebaut. Auch aus ihrer Verbundenheit zum Electro ("Burn The
House") machen die drei Jungs kein Geheimnis. Scooter besinnen sich einfach auf ihre Wurzeln ohne dabei den Muff alter
Zeiten stupide wieder aufzukochen. So ist "We Bring The Noise" unterm Strich eine Reminessenz an die frühen,
unverbrauchten Tage des Techno, als einfach nur gefeiert wurde, ohne viel darüber zu diskutieren, ob man gerade zu einem
Trance, Techno- oder Electro-Groove tanzt. "Posse (I Need You On The Floor)", aktuelle Single und musikalischer
Vorbote des Albums bringt die Fahrtrichtung auf den Punkt: Leute, wir brauchen Euch da, wo es Spaß macht: auf der
Tanzfläche eben. Auch ihr letzter Chart-Stürmer "Aii Shot The DJ" bedeutet einfach nur Party. Großartige Piano-Parts
erinnern an alten Happy-Hardcore-Zeiten, H.Ps Vocal Parts klingen frischer und motivierter den je. "Aii Shot The DJ" ist
eine Club Bombe par excellence, und das macht sich auch in den Charts bemerkbar (Media Control ' 27). Vielleicht nicht
zuletzt durch die Atemberaubende Gastrolle von Comedy-Star Helge Schneider. Auch ihr letzter Chart-Stürmer "Aii Shot
The DJ" bedeutet einfach nur Party. Großartige Piano-Parts erinnern an alten Happy-Hardcore-Zeiten, H.Ps Vocal Parts
klingen frischer und motivierter den je. "Aii Shot The DJ" ist eine Club Bombe par excellence, und das macht sich auch in
den Charts bemerkbar (Media Control ' 27). Vielleicht nicht zuletzt durch die Atemberaubende Gastrolle von Comedy-Star
Helge Schneider. Doch wer denkt, dass sich die Jungs nach diesen Erfolgen genüßlich auf die faule Haut legen, sieht sich
getäuscht. Anfang Dezember gab es einen brandneuen Track aus Scooters Soundschmiede und läutete die Weihnachtszeit mit
innovativem Beat und eingängigen Hooks. "Ramp! (The Logical Song!)" garantiert mit ihren treibenden elektronischen
Rhythmen volle Tanzflächen in den Clubs und sorgte auch für beste Stimmung unterm Weihnachtsbaum! Dieser Song kündigt
das Anfang Januar erscheinende Album "Push The Beat For This Jam - The Single 98 - 02" an, welches zum einen eine
retrospektive der erfolgreichen single seit "How Much Is The Fish" aufzeigt als auch bisher unveröffentliche remixe und
mitschnitte von liveauftritten für den Scooter-Fan darbietet. Das erfolgreiche Trio läßt sich nicht nehmen, für seine Fans
durch über 20 deutsche Städte zu touren, um ihnen abermals eine spektakuläre Bühnenshow zu bieten. Anschließend werden
die Jungs sich auch auf einer großen Europatournee präsentieren, um auch ihren internationalen Fans gerecht zu werden. In
neuer Besetzung geht es nun mit Vollgas auf die nächste Single "Nessaja" zu, die sensationell von #0 auf #1 in die deutschen
Verkaufs-Charts sprang. Der größte Erfolg in der Geschichte der Band! Scooter sind längst Kult geworden, da sind sich die
Befürworter und Widersacher einig. Das ist auch der Grund, warum am 13.05.02 eine DVD die gesamte Entwicklung der
Ausnahmeband dokumentieren wird! Spannende Interviews und ein aufschlußreiches Tourtagebuch informieren den
Zuschauer, während Konzerte, Videos und andere Livemitschnitte die unverwechselbare Show von Scooter ins heimische
Wohnzimmer bringen.