SEX PISTOLS *1976

 

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Biographie / http://www.sex-pistols.net   /                                          

In den 70ern erschütterte eine Revolte die Musikszene, wie es sie davor noch nicht gegeben hatte - die Sex Pistols traten auf den Plan.

Vier Bengel, die allesamt aus desolaten Familienverhältnissen stammten, schickten sich an, dem gesamten Establishment den blanken Hintern zu zeigen. Was damals mit dem Slogan "No Future" begann, setzt sich heute mit den Erben fort. Viel heutige Punk Bands würde es in dieser Form nicht geben, hätten Sid Vicious und Co. damals nicht vorgehabt, dem fetten Bürgertum mal so richtig die Fresse zu polieren. Prügeleien bei Konzerten waren erwünscht und die vier Mitglieder der Band mischten auch mal gerne tatkräftig mit.

Die Sex Pistols gingen aber gar nicht aus den beiden Oberbengeln Sid Vicious und Johnny Rotten hervor, vielmehr lagen die Wurzeln bei Steve Jones und Paul Cook. Jones hing die meiste Zeit im Laden von Malcolm McLaren und seiner Freundin Vivienne Westwood herum. McLaren wurde später der Manager der Pistols und sorgte sich darum, einen Sänger für die Band zu suchen. Fündig wurde er bei einem Knilch namens John Lydon. Den Namen "Rotten" nahm er deshalb an, weil Jones fortwährend Bemerkungen über den Zustand der Zähne von Lydon machte. Der Name "Sex Pistols" war McLarens Idee, der den Namen von einem T-Shirt abschaute, das er verkauft hat. Zu Beginn spielten die Dilettanten an den Instrumenten 60er Jahre-Coverversionen, bevor sie begannen, eigene Songs zu schreiben.

Am 8. Oktober 1976 unterschrieben die Pistols ihren ersten Plattenvertrag. Die EMI nahm die Vier unter ihre Fittiche. Kurz danach nahmen sie ihre erste Single "Anarchy In The UK" auf. Eine Nummer, die wohl den Klassiker des punk darstellt.

wpe1.jpg (21980 Byte)Am ersten Dezember 1976 lernte Großbritannien die Band zum ersten Mal richtig kennen. In einem Live-Interview wollte der Journalist Bill Grundy die Band provozieren. Steve Jones ließ sich diese Chance nicht entgehen und feuerte eine Schimpfkanonade auf die Zuschauer ab, wie sie das Vereinigte Königreich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlebt hat. Heutige Nachahmer setzen derartige PR-Gags gezielt ein, um die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben.

Der Effekt blieb auch damals nicht aus. Jeder, der noch nichts von den Rüpeln gehört hatte, wusste nun Bescheid. Leider fand die EMI das ganze nicht so lustig und schmiss die Band kurzerhand wieder aus dem Vertrag. A&M schnappten sich die Pistols, feuerten sie aber ebenfalls, nachdem McLaren ausplauderte, was sie doch für einen Haufen Geld bekommen hätten. Virgin erhielt nun den Zuschlag und veröffentlichte auch prompt die zweite Single "God Save The Queen", welche nicht unbedingt als Ehrerbietung an das britische Staatsoberhaupt anzusehen war. Das Debutalbum "Nevermind The Bollocks Here's The Sex Pistols" wanderte sehr zum Ärgernis so manches braven Briten an die Spitze der Charts und das trotz des Boykotts vieler Plattenläden, die Scheibe zu verkaufen.

Die Pistols starteten eine geheime Tour, um Auftrittsverboten aus dem Weg zu gehen. Danach setzten sie an, Amerika im Sturm zu nehmen. Nach acht Shows schmiss Johnny Rotten aber den Brocken hin und verließ die Band, die zu dem Zeitpunkt gerade mal ein gutes Jahr existierte.

Johnny Rotten gründete daraufhin seine eigene Band PIL (Public Image Limited), mit welcher er auch heute noch Platten veröffentlicht. Sid Vicious starb am 2. Februar 1979 an einer Überdosis Heroin. Kurz zuvor wurde er noch des Mordes an seiner damaligen Freundin Nancy Spungen angeklagt, nachdem diese im gemeinsamen Hotelzimmer in New York tot aufgefunden wurde.

1996 gaben die Sex Pistols mit ihrem ursprünglichen Bassisten Glen Matlock
eine kleine Reunion-Tour, die sie sich hätten sparen können. Aber dem Reiz, einen ganzen Sack voll Kohle einstecken zu können, konnten auch die Vorreiter der Anarchowelle nicht widerstehen, und so gab es einige Konzerte, die so "gut" waren, dass die Bierflaschen und Tomaten nur so flogen.

Zum 50. Thronjubiläum der Queen mussten sich natürlich auch die Pistols wieder melden: Es gab eine Neuauflage der vor 25 Jahren erschienen Skandalsingle "God Save The Queen". Sie landete wieder in den Top 10 der UK-Charts. Zu diesem Anlass brachte man auch gleich das Album "Jubilee" und ein 3-Box-Set raus, das mit vielen Schmankerln, unter anderem vorher noch nie gesehenen Pistol-Fotos aufwartet.

 

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