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Deutscher HIP HOP

von: Paula-Oxana Giesa und Laura Uphoff


DEUTSHER HIP HOP"alles fett alles chillig"

 

Zwei Nazi-Skinheads verletzten mit Tritten und Bissen ihres Kamphundes den Äthiopier Jonas schwer. Die Beamten des Bundesgrenzschutzes ignorierten ihre Pflicht zu handeln auf beschämende Art und Weise: sie liessen die zwei jungen Täter unbehelligt nach Hause gehen! Ebenso absurd: Der BGS nimmt seine Beamten in Schutz mit der Begründung, sie hätten "möglicherweise die Situation falsch eingeschätzt". Fazit: zwei betrunkene Skins mit Messern, ein 20-Kilo Pitbull und ein blutender verletzter Afrikaner auf dem Weg ins Krankenhaus scheint den BGS-Beamten nicht deutlich genug zu sein. Näheres zu der Geschichte erfahrt ihr hier.

2. Festival
Gemeinsam mit Udo Lindenberg, Nina Hagen, Helge Schneider und anderen spielen wir am 23. März in Leipzig das Festival "Rock gegen Rechts". Am Tag vor dem Konzert machen wir mit einigen BKs einen Schulbesuch und treffen Vertreter von lokalen Initiativen .afrob.jpg (21443 Byte)

 


BK-Schultour mit Adé, Germ, Meli, Samy Deluxe, Afrob und Blaise
Nazi-Plakate an Schulen. Aufrufe zur Störung unserer Konzerte. Massives Polizeiaufgebot. Jugendliche, die sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr allein auf die Straßen ihrer Stadt trauen. Bundesländer in denen der Ausländeranteil unter 2% beträgt (Vergleich: Frankfurt am Main ca. 25%). Massiver Psychoterror gegen die Besitzer einer Döner-Bude – Polizei und Behörden lassen sie hängen. Ein Aldi, in dem Asylbewerber nur Donnerstag einkaufen dürfen. Schülerinitiativen, die sich von der Stadt, den Politikern und Eltern im Stich gelassen fühlen. Lehrer, die Ausländerfeindlichkeit an ihren Schulen verleugnen – das sind einige der Spitzen unserer Schultour, die vom 15. - 19. April durch fünf ostdeutsche Städte führte. Die Eindrücke und die Vielfältigkeit des Erlebten sind reichlich und intensiv! Hier nur ein kurzer Überblick: >>

4. Familientragödie
In Siegen hatte im letzten Jahr eine senegalesische Mutter versucht, ihre beiden Kinder vor dem Ertrinken im Fluß zu retten. Die Kinder wurden gerettet – die Mutter ist dabei ertrunken. Angesichts dieser dramatischen Situation haben wir beschlossen, Hilfe anzubieten. Mehr Infos gibt es, sobald wir wissen wie und ob wir helfen können.
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5. Adrianos Kinder
Wir führen Gespräche mit Versicherungen über die Einrichtung einer Ausbildungs-Versicherung für die Kinder von Alberto Adriano. Sobald die verschiedenen Konzepte, die es für derartige Versicherungen gibt, geklärt sind, werden wir mit Albertos Familie darüber sprechen. Wir hoffen, dass dieser Vorgang im April abgeschlossen ist.

6. Schill und sein erstes Todesopfer
Wir werden die Überführung der Leiche von Achidi John (19) übernehmen, der an einem zwangsweisen Brechmittel-Einsatz in Hamburg gestorben ist. Achidi stand als Dealer unter Verdacht. Vier Polizisten und drei Versuche der zuständigen Ärztin waren erforderlich, um dem panischen Achidi mit einem Schlauch durch die Nase das Brechmittel zu verabreichen. Wir sprechen uns klar gegen den Verkauf und Konsum von harten Drogen aus, dennoch ist klar, dass die Brechmittelvergabe unter Zwang unmenschlich ist und deshalb abgeschafft gehört. Im übrigen wird sie fast ausschließlich gegen Schwarze eingesetzt.

Wir haben den Kontakt zu den Eltern in einer entlegenen Provinz Nigerias aufgebaut und wir finanzieren die Überführung, da ihnen jegliche Mittel fehlen. Außerdem bemühen wir uns auf Wunsch der örtlichen Initiativen auch um eine Vollmacht der Eltern für einen Rechtsanwalt. Damit soll die Nebenklage eröffnet werden, die es ermöglicht, die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft einzusehen. Wir haben Ende Dezember eine Strafanzeige gestellt.

Infos zum Thema:
Was spricht gegen den Einsatz von Brechmitteln?
Die Strafanzeige, die wir gemeinsam mit vielen anderen gestellt haben.
Artikel über den Tod von Achidi John aus dem "Berliner Tagesspiegel"
Artikel über die Reaktionen zum Tod von Achidi John aus "analyse&kritik"


7. Weitere Aktivitäten:
a.) Bantu (Brothers Keepers) am 8. Juni am Frankfurter Flughafen…
Im Mai jährt sich zum 3. Mal der Tod von Aamir Ageeb, der während seiner Abschiebung von den zwei begleitenden Polizisten erstickt wurde, weil sie ihm den Kopf zu lange und zu stark auf die Knie drückten. Gemeinsam mit Frankfurter Initiativen werden wir ein Benefiz-Konzert am 8. Juni im Auffanglager auf dem Frankfurter Flughafen veranstalten. Das soll vor allem den dortigen Flüchtlingen, die dort oft monatelang unter unwürdigen Bedingungen leben müssen, Mut machen. Mehr Infos gibt es hier.

b.) Wir haben Gespräche mit den Initiatoren der diesjährigen Karawane von Flüchtlingen & Migranten aufgenommen. Die Karawane startet am 17. August in Bremen.

c.) Wir möchten dem Kind von Mareame N'Deye Sarr helfen. Sie wurde im letzten Sommer während eines Streits mit ihrem Ehemann in Aschaffenburg von den herbeigeholten Polizisten erschossen. Wenige Wochen später hat sich der Witwer selbst umgebracht.

d.) Zusammen mit dem afrodeutschen Lyriker Samuel Meffire (ihr kennt ihn vom Album!) und seiner Black Bull-Posse aus Dresden bemühen wir uns, ein BK-Jugendcamp im Sommer durchzuführen. Diesmal liegt der Schwerpunkt nicht auf der Musik, sondern im SPORT!

 

AFROB

Zwei Jahre hat es gedauert, bis Afrob sein neues Album MADE IN GERMANY vorstellt. Der Rapper aus Stuttgart, muss eigentlich nur noch wenigen vorgestellt werden. Geboren in Italien, aufgewachsen in Braunschweig, umgezogen nach Karlsruhe und letztendlich in Stuttgart gelandet, begann er seine Rap-Karriere 1994 und startete als Feature-Artist für befreundete Crews, wie die Massiven Töne, Freundeskreis (FK), das ehemalige Bremer Duo F.A.B., die Berliner Spezializtz, sowie für Fanta 4-Mitglied Michi Beck (alias Hausmarke). Ob auf den LP-Veröffentlichungen "Kopfnicker" & "Überfall" (Massive Töne), "Quadratur des Kreises" & "Esperanto" (beide FK), "Weltweit" (Hausmarke), auf der funkensprühenden Single "Afrocalypse" (Spezializtz), sowie live on stage mit seinen Homies repräsentierte Afrob immer den Freestyle-gestählten Rap-Fanatic mit besonderen Qualitäten in Sachen Flow und Delivery!

Sein Debütalbum "Rolle mit HipHop" startete bis auf Platz 13 der Media Control Charts durch und Afrobs Single "Reimemonster" ( mit Ferris MC ) gilt schon heute als eine der Hymnen des deutschsprachigen HipHop. Doch Afrob würde nicht zu den ambitioniertesten MCs Deutschlands gehören, wenn er sich auf seinem Ruhm ausgeruht hätte. Seit der Veröffentlichung seines Debütalbums absolvierte er ein umfangreiches Livepensum und spielte zudem noch dermaßen viele Feature-Singles ein, dass manch anderer schon längst vorher die weiße Fahne geschwenkt hätte:

Auf der FK Allstars - Tour heizte er neben Max, Joy Denalane, Sekou und Gentleman die Fans an. Bei der Fanta 4 - Tour riss Afrob Tausende mit. Doch auch auf der genialen Single-Kooperation "1-2-3 Rhymes Gallore" mit DJ Tomekk und Flavor Flav von Public Enemy ließ Afrob seine Skills aufblitzen und erfüllte sich nebenbei einen Traum. "Für mich waren Public Enemy immer so etwas wie Hereos, deren Beats und politische Lyrics mir immer wieder Mut gemacht haben", erklärt Afrob, der im Sommer 1999 sogar zwei Konzerte mit Public Enemy in Köln und Hamburg spielte.

Die Liste von Afrobs Aktivitäten hört sich an wie eine unendliche Geschichte. Auch 2000 war er auf diversen Singlefeatures zu hören, etwa mit Wasi auf Plattenpazts "The Soul" und DJ Tomillas B-Seiten Track "Schau Dich um", wo er auch die A-Seite zu "Get up" gerappt hat. Mit Sekou von Freundeskreis ging er für dessen Solodebüt "Diaspora" ins Studio. afrob4.jpg (11880 Byte)

Doch irgendwann hatte das Leben aus dem Koffer auch für Afrob ein vorübergehendes Ende. Er wollte die gewonnen Erfahrungen und Skills vertiefen und endlich auch Zeit für Familie, Freundin und Freunde haben. Außerdem war ihm wichtig, seine technischen Fähigkeiten als Produzent ausbauen zu können. Frei nach dem Grundsatz: "Es ist wichtig, dass MCs ihre eigenen Sachen produzieren und ihre Ideen umsetzen." Was der Vervollkommnung von Afrobs musikalischem Talent diente und mit einem MPC- Soundcomputer anfing ist mittlerweile zu der Arbeit im eigenen Studio herangewachsen.

Auf MADE IN GERMANY beweist er mit Tracks wie "Kam zu dem Ding" neben seinem unvergleichlichen Rapflow und ambitionierten Lyrics auch sein Ohr für originell groovende Beats. Den Refrain "Kam zu dem Ding / wie die Jungfrau zu dem Kind / warte auf den Sturm / bis er kommt und mich dann nimmt" packt Afrob in einen mitreißenden Ragga-Vocal und lässt seiner Vorliebe für ostasiatische Sounds bei indischer Sitar sowie spannungsreich arrangierten Streicher-Loops freien Lauf. Dem als Zwiegespräch mit dem erfahrenen und dem jungen ungestümen Ich inszenierten Conversation Style auf dem Battletrack "Take A Pull" hat Afrob ebenfalls zu druckvollen Beats verholfen.

Dass das zweite Album MADE IN GERMANY heißt erklärt Afrob wie folgt "Schließlich geht es hier um die Prägungen, die ich als in Deutschland aufgewachsener Ostafrikaner mitbekommen habe".

Und da diese nicht immer konfliktfrei abliefen, handelt auch MADE IN GERMANY von den vielfältigen Erfahrungen mit alltäglichem Rassismus und Ungerechtigkeiten, die Afrob gemacht hat. Der auf einem futuristisch und doch rootsigen Instrumental von DJ Thomilla basierende Titeltrack etwa greift unter anderem die scheinheilige und späte Betroffenheit all jener an, die gegenüber dem in Dessau von Skinheads tot geprügelten Adriano Mitgefühl bekundeten als es medienwirksam aber längst zu spät war. Neben der Arbeit an seinem Album war es Afrob deshalb auch wichtig, an dem "Brothers Keeper" - Projekt der Kölner Nitty Gritty Posse teilzunehmen. Neben Rap-Artists wie D-Flame, Torch, Samy Deluxe und Xavier Naidoo hat auch Afrob sein Statement auf der Single "Adriano letzte Warnung" abgegeben.

MADE IN GERMANY ist voller Tracks, die ein Konzept verfolgen aber selten nur ein Thema haben. Und so klingt auch die zweite Version von "Reimemonster" - wieder mit Ferris MC - ernster als ihr Vorgänger. "Unsere Raps sind inspiriert von Thomillas Beats. Wir haben uns nicht danach gerichtet, einen Hit zu schreiben, sondern einen Track produziert, hinter dem wir kompromisslos stehen", erklärt Afrob. Auf MADE IN GERMANY ist es ihm gelungen, sein seriöses Anliegen mit phatten Beats und state of the art Lyrics zu verschmelzen. Auf ausgefeilten Tracks wie "Arrab", "Fieber" oder "Schau Dich Um" holte er sich mit Gentleman, Produzent DJ Rocky von Da Force und Wasi hochkalibrige Compagneros ins Studio. Darüber hinaus wurde Afrob bei seinen Produktionen von DJ Friction (Freundeskreis), Ivan von Double Pac, Rasheed aus Marseille und DJ Derezone unterstützt. MADE IN GERMANY liefert die Tracks, zu denen du den Popo bewegen kannst, ohne dein Hirn auszuschalten. Afrob bestätigt einmal mehr, dass er einer der Hoffnungsträger des HipHop aus deutschen Landen ist.

Gemeinsam mit seinem Freund Sekou hat Afrob jüngst den Musikverlag "Red-Black-Green" gegründet, um neue Künstlern wie Daddy Rings zu unterstützen und zu fördern. Auch hier wird er Spiritualität und Bewusstsein miteinander zu verbinden wissen.

 

 Die fantastischen Vier           

Ich denke nicht,dass ich diese 4 jungs noch gross vorstellen muss-einige der band,sind auch als solo-künstler unter 

HAUSMARKE,SMUDO oder THOMAS D. bekannt.

Einer ihrer grössten Erfolge hatte die Gruppe mit "Sie ist weg" und "MfG".

                                               

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