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THE BLUES 

 

King, B. B.
Hooker, John Lee
Waters, Muddy
Korner, Alexis
Mayall, John
Clapton, Eric Patrick
Charles, Ray

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Blues, afroamerikanischer, meist gesangsbetonter Musikstil mit einfacher rhythmischer Begleitung, bestehend aus zwölf Takten in drei Teilen zu je vier Takten im 4/4-Rhythmus. Ursprünglich die Musik der aus Afrika verschleppten Sklaven in den amerikanischen Südstaaten, entwickelte sich der Blues als weltliches Pendant zur etwa gleichzeitig entstandenen Gospelmusik zu einer der wichtigsten Inspirationsquellen der zeitgenössischen populären Musik Nordamerikas, insbesondere der Rockmusik und des Jazz.

 

Als Standardform des Blues entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die so genannte Bluesformel, ein Akkord- und Taktschema, das sich dem Aufbau der Bluestexte entsprechend in drei viertaktige Teile gliedert: Der Text des Blues weist immer die Form einer dreizeiligen Strophe auf, die aus der ersten Verszeile, deren Wiederholung und einer neuen dritten Verszeile besteht (A A B). Die typische Harmoniefolge dieser Abschnitte basiert auf der ersten (I), vierten (IV) und fünften (V) Stufe der Tonleiter. Die Akkordfolge wird oft abgewandelt, ohne jedoch die Hauptharmonien aufzugeben. Auf jeden gesungenen Textabschnitt folgt normalerweise eine Instrumentalimprovisation, wodurch sich dann ein Ruf-Antwort-Schema ergibt. Dem Blues liegt eine spezielle Tonleiter zugrunde (Bluestonalität), in der die dritte und siebte Stufe neutral intoniert werden (blue notes). Das Wort blues bezeichnet ursprünglich einen depressiven Gemütszustand, daraus leitet sich auch das blues feeling ab.

Der Bluesgesang, der auf verschiedene Formen der Sklavenlieder der Schwarzen zurückgeht, war bis Ende des 19. Jahrhunderts im Süden der USA weit verbreitet. Die Texte handeln meist von den persönlichen Problemen der Sänger, von sozialen Missständen und Rassendiskriminierung. Die Formen des archaic- oder country-Blues wichen in Text und Melodie oft stark voneinander ab; die Sänger begleiteten sich fast immer selbst auf der Gitarre oder der Mundharmonika. Zu den Sängern dieses Stiles gehörten Namen wie Blind Lemon Jefferson und Leadbelly (Huddie Ledbetter). Die zwölftaktige Bluesform ist seit 1912 nachweisbar, als der Memphis Blues von W. C. Handy herauskam. Zwei Jahre später erschien der legendäre Saint Louis Blues. Der klassische city-Blues entstand in den zwanziger und dreißiger Jahren mit den Songs von Ma Rainey, Bessie Smith und anderen. Für Text und Musik bildeten sich Standardformen aus, und die Sänger arbeiteten oft mit Jazzbands oder Pianisten zusammen. Die für Soloklavier bearbeiteten Blues-Kompositionen verhalfen dem Boogie Woogie zum Durchbruch.

 

Der Blues gilt als Vorform des frühen Jazz, er entwickelte sich jedoch auch unabhängig von diesem weiter. In den vierziger Jahren traten Sänger wie T-Bone Walker und Louis Jordan mit Big Bands oder Ensembles in der Besetzung E-Gitarre, Akustikbass, Schlagzeug und Saxophone auf. Auch die elektronische Orgel wurde zu dieser Zeit immer öfter mit einbezogen. Nach 1950 verwendeten B. B. King, Ray Charles und andere verbesserte E-Gitarren und elektronische Bässe; Blechblasinstrumente ersetzten oftmals die Saxophone. Plattenfirmen verwendeten für alle Musikformen, die im urban-Blues-Stil komponiert waren, die Begriffe rhythm and blues und später Soul. Einer der wichtigsten Bluesgitarristen in der zweiten Hälte des 20. Jahrhunderts ist John Lee Hooker. Von ihm haben die meisten Bluesgitarristen der Gegenwart gelernt, so auch Eric Clapton. Der Blues hatte auch großen Einfluss auf die Rockmusik; es entstand eine eigenständige Richtung, der so genannte Blues-Rock.

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King, B. B., eigentlich Riley King, (*1925), amerikanischer Bluessänger und Gitarrist, der durch seinen Gesangsstil und seine am Jazz geschulte, ausgefeilte Gitarrentechnik als „Vater des modernen Blues" bezeichnet wird.

 

King wurde am 16. September 1925 in Indianola (Mississippi) geboren. Er arbeitete als Discjockey in Memphis (Tennessee), wo er als „Blues Boy from Beale Street" berühmt wurde, später als „B. B." abgekürzt. King machte um 1950 erste Plattenaufnahmen und veröffentlichte 1965 mit Live at the Regal sein erstes Album, mit dem er sich aus der Blues Hitparade in der Popmusik platzierte. Zu seinen wichtigsten Alben zählen Confessin’ the Blues (1966), Indianola Mississippi Seeds (1970) und Six Silver Strings (1985). Er wurde für The Thrill is Gone (1970) mit dem Grammy ausgezeichnet, überdies erhielten auch seine Alben There Must Be a Better World Somewhere (1981), My Guitar Sings the Blues (1986), Live at San Quentin (1990), Live at the Apollo (1991) und Blues Summit (1992) viele andere Preise, und King selbst bekam den Grammy Lifetime Achievement Award im Jahr 1987. 1998 veröffentlichte King seine Memoiren unter dem Titel Ein Leben mit dem Blues. 

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Hooker, John Lee (*1917), amerikanischer Bluesmusiker, neben Muddy Waters eine der zentralen Vertreter des Rythm and Blues. Hooker wurde am 22. August 1917 in Clarksdale (Mississippi) geboren. Sein aggressiver Großstadt-Blues beeinflusste Gruppen wie die Rolling Stones, Animals, Yardbirds, Canned Heat und Steve Miller Band nachhaltig. Nach jahrelanger Wanderschaft durch die Musikclubs der USA wurde Hooker in Detroit sesshaft. Bis weit in die achtziger Jahre nahm John Lee Hooker Platten auf, gab Konzerte und trat auf vielen Festivals auf.

 

Seine Musik verwendete lange Ostinati, einprägsame Shuffle-Rhythmen und viele sexuelle Anspielungen. Die erfolgreichste Titel Hookers sind Dimples, Boom Boom, Boogie Chillin’. Zusammen mit der Gruppe Canned Heat entstand das Album Hooker ‘n’ Heat (1971). Im selben Jahr erschien Endless Boogie mit der Steve Miller Band. Auf Never Get Out of these Blues Alive (1972) spielt Hooker u. a. mit Van Morrison. 1980 trat Hooker in dem Film Blues Brothers mit John Belushi und Dan Aykroyd auf.

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Waters, Muddy (englisch: Schlammpfütze), eigentlich McKinley Morganfield, (1915-1983), amerikanischer Bluesmusiker. Er wurde am 4. April 1915 in Rolling Fork (Mississippi) geboren, wo er 1940 von den Folkmusik-Sammlern Alan Lomax und John Work entdeckt wurde. 1943 ließ er sich unter dem Namen Muddy Waters in Chicago nieder. Er trat anfangs in kleineren Clubs auf und machte 1946 seine erste Aufnahme. Mit seiner eigenen Band wurde er in den fünfziger Jahren ein zentrales Element der Rhythm-and-Blues-Szene. Er trat in den wichtigsten Hallen auf, zu denen schwarze Musiker zugelassen waren, u. a. im Apollo Theater in New York. Ab 1960 trat seine Band auch auf den Folk- und Jazzfestivals in Newport, Rhode Island und Monterey sowie ähnlichen Veranstaltungen auf.

 Muddy Waters gilt als Begründer eines gleichermaßen archaischen wie modernen Bluesstils, indem er seiner Elektrogitarre mit jaulender Slide-Technik extreme Töne entlockte, die seinen auf traditionellen Blues-Mustern basierenden Gesangsstil begleiteten. Ein wesentliches Merkmal seiner Musik waren ausgedehnte Improvisationen. Als Songschreiber wie auch als Gitarrist und Sänger machte Muddy Waters mit seiner Band zahlreiche Einspielungen, u. a. They Call Me Muddy Waters (1971) und London Sessions (1972), die jeweils mit Grammys ausgezeichnet wurden. Er starb am 30. April 1983. 

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Korner, Alexis (1928-1984), englischer Bluessänger und Gitarrist. Der am 19. April 1928 in Paris geborene Musiker galt als der erste weiße Bluesmusiker mit professionellem Niveau in Europa. Am Anfang seiner Karriere spielte Korner Dixieland, aber schon bald „lernte" er von schwarzen US-Musikern den Blues: Er begleitete Muddy Waters, Memphis Slim, Sonny Terry und Brownie McGhee auf deren Tourneen. 1961 gründete Korner die Gruppe „Blues Incorporated". In dieser Band spielten spätere Stars wie Mick Jagger, Charlie Watts, Jack Bruce, Ginger Baker, Eric Burdon, Graham Bond, Dick Heckstall-Smith und viele andere. Korner wurde zur Zentralfigur der Londoner Musikszene. Nach „Blues Incorporated" (1962-1967) gründete Korner zahlreiche Gruppen (u. a. die „Creative Consciousness Society") und spielte in häufig wechselnden Besetzungen. Das Konzert zu seinem 50. Geburtstag 1978 stellte einen ausgezeichneten Querschnitt des europäischen Blues in dieser Zeit dar. Der Mitschnitt wurde als Party Album (1979) veröffentlicht. Am 1. Januar 1984 starb Korner in London. Hits hatte er nie, aber zahlreiche Sampler und Zusammenstellungen seiner Musik sind erhältlich, z. B. Alexis Korner and ... (1986).

 

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Mayall, John (*1933), englischer Bluesmusiker; Komponist, Gitarrist und Sänger. Mayall wurde am 29. November 1933 in Macclesfield (Cheshire) geboren. Beeinflusst von Alexis Korner und dessen Blues Incorporated kam Mayall nach London und gründete 1963 die Gruppe „Bluesbreaker". In dieser Formation spielten zeitweise u. a. Eric Clapton, Jack Bruce und Peter Green. Stilistisch hält Mayall seither konstant dem Blues die Treue. Mit seiner handwerklichen Perfektion und seiner musikalischen Kreativität avancierte er im Lauf der Jahrzehnte zum einflussreichsten europäischen Bluesmusiker. 

Alben (Auswahl): John Mayall Plays John Mayall (1965), Bluesbreakers with Eric Clapton (1966), A Hard Road (1967), Blues Crusade (1967), Blues from Laurel Canyon (1968), Bare Wires (1968), The Turning Point (1969), Empty Rooms (1970), A Hard Core Package (1977), Behind the Iron Curtain (1984), Chicago Line (1988), A Sense of Place (1990), Wakeup Call (1993), Spinning Coin (1995).

 

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Clapton, Eric Patrick (*1945), englischer Rock- und Bluesmusiker, Gitarrist, Sänger und Songwriter. Bekannt wurde er für seinen lyrischen Gitarrenstil und seine Vorliebe für Bluestechniken. 

Clapton wurde am 30. März 1945 in Ripley (England) geboren und begann im Alter von 17 Jahren – sein großes Vorbild war Chuck Berry – Gitarre zu spielen. Er war Mitglied einer Reihe von Bands, z. B. der Yardbirds, der Bluesbreakers, Cream, Blind Faith und Derek and the Dominos. In dieser Zeit entwickelte er (unter dem Einfluss von B. B. King) seinen Gitarrenstil zu solcher Perfektion, dass er innerhalb kurzer Zeit als einer der besten und vielseitigsten Gitarristen der Szene galt. 1970 entstand mit Derek and the Dominos das exzellente Doppelalbum Layla. Darauf zog sich Clapton für einige Jahre zurück und setzte seine Karriere mit seinem Auftritt beim legendären Londoner Rainbow Concert (1973) und der Soloplatte 461 Ocean Boulevard (1974) fort. Mit Slowhand (1977) begründete er endgültig seinen Ruf als außergewöhnlicher Rockgitarrist. Clapton spielte neben eigenen Platten und Konzerten häufig auch bei anderen Musikern wie John Lennon, Stephen Stills, Billy Preston, Bob Dylan, The Band, Phil Collins, Ry Cooder, Tina Turner, Lionel Richie und vielen anderen. Zu seinen bekanntesten Aufnahmen gehören außerdem No Reason to Cry (1976), Backless (1978), Just One Night (1979), Money & Cigarettes (1983) und Behind the Sun (1985). 1993 gewann er sechs Grammy Awards, u. a. den Preis für das Album des Jahres für Unplugged und den Preis für Song und Schallplatte des Jahres für Tears In Heaven, das er aus Anlass des Todes seines vierjährigen Sohnes Conor geschrieben hatte. 

Im März 1998 veröffentlichte Clapton seine neue CD Pilgrim, die als „Kaufhausmusik" kritisiert wurde. Für dieses Album hat er einen modernen Klang produziert: Er arbeitete mit versierten Programmierern zusammen, die seine Songs und sein Gitarrenspiel mit zeitgenössischem Popsound vermischten. Für seinen Song My Father’s Eyes wurde er 1999 als bester Popsänger ausgezeichnet.

 

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Charles, Ray (*1932), amerikanischer Jazzpianist und Sänger; einer der wichtigsten Vertreter des Blues in den fünfziger Jahren. Charles, eigentlich Ray Charles Robinson, wurde in Albany (Georgia) geboren. Bereits mit sechs Jahren verlor er das Augenlicht. Bis zu seinem 15. Lebensjahr besuchte er die Saint-Augustine-Blindenschule in Florida, wo er seine erste musikalische Ausbildung erhielt. 1949 gründete er ein eigenes Trio, 1954 die erste seiner zahlreichen Bigbands. In den fünfziger Jahren entwickelte er einen individuellen Soulstil, durch die damals neuartige Verbindung von geistlichem Gospel und weltlichem Blues. Ray Charles war ständiger Gast auf vielen Jazzfestivals. Seine Musik, die von Jazz- und Rockfreunden gleichermaßen begeistert aufgenommen wurde, beeinflusste die Entwicklung der populären Soulmusik und kann als direktes Verbindungsglied zwischen den modernen Stilrichtungen des Blues und den frühen Country-Bluestraditionen gesehen werden. Trotz der eminenten Vielseitigkeit verlässt seine Musik nie den Boden des Swing. Sein Markenzeichen ist die rauchige, nasale Stimme. Ray Charles gewann zahlreiche Preise, darunter den Grammy Lifetime Achievement Award (1987). Seine Autobiographie trägt den Titel Brother Ray, Ray Charles’ Own Story (1978).

 

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©2002 Jan Averhaus und Rolf Klare
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 Quellen:  Microsoft Encarta 2000 und                    Internet

 

kunstwissen.de

 
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